Neun Monate Umweltzone : Weniger Autoruß in Leipzig
Die Ruß-Belastung in Leipzig ist seit der Einführung der Umweltzone deutlich gesunken. Das belegen Daten des Leibniz-Instituts für Troposphären-Forschung. Physiker Wolfram Birmili sagte MDR INFO, die Messungen direkt an der Straße vor und nach Einführung der Umweltzone hätten einen Rückgang der Rußbelastung von zehn bis 20 Prozent ergeben. Die Messungen müssten weitergeführt werden, aber der Trend zeige den Nutzen einer solchen Umweltzone. Zum Argument, es habe 2011 in Leipzig sogar eine höhere Feinstaubbelastung als 2010 gegeben, sagte Birmeli, es komme darauf an, wie hoch der Anteil an den krebserregenden Stoffen sei, die sich in der Lunge festsetzten. Und dieser Anteil sei geringer geworden.
Leipzig Vorreiter in Mitteldeutschland
In Leipzig gilt seit März 2011 die Regelung, dass Autos mit besonders hohem Schadstoffausstoß die Innenstadt nicht mehr befahren dürfen. Die Umweltzone umfasst dabei etwa 62 Prozent des gesamten Stadtgebietes. Für den Schadstoffausstoß gelten entsprechende Plaketten. Freie Fahrt gibt es für Fahrzeuge mit einer grünen Plakette. Diese bekommen alle Pkws mit Ottomotor inklusive geregeltem Katalysator sowie Dieselfahrzeuge mit Euro 4 und Euro 3 mit Partikelfilter sowie Pkws ohne Verbrennungsmotor. Zeitlich befristete Ausnahmen gelten für Fahrzeuge mit gelben Plaketten. Weitere Ausnahmen regelt die Stadt.
Auch in Magdeburg und Halle gibt es seit dem 1. September Umweltzonen. Erfurt soll sie ab Ende 2012 bekommen, wehrt sich aber noch dagegen. Der Stadt droht dann eine Strafe der EU. Zum Schutz der Gesundheit hat die EU im Jahr 2005 europaweit einen Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft festgesetzt. Seit Juni drohen den Kommunen bis zu 50.000 Euro pro Tag Strafe, wenn die Grenzwerte überschritten werden. Außerdem können Umweltverbände die Kommunen wegen Grenzwertüberschreitung verklagen. Deutschlandweit gibt es inzwischen mehr als 50 Städte mit Umweltzonen. Allerdings geht auch die EU davon aus, dass die Feinstaubbelastung nicht allein über den Verkehr zu senken ist. Wetter und Kleinfeueranlagen tragen auch zur Höhe der Feinstaubbelastung bei.
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Feinstaub
Als Feinstaub oder englisch "Particulate Matter" (PM) wird ein Teil der in der Luft suspendierten Schwebstoffe (Schwebstaub) bezeichnet. Je nach Korngröße der Partikel werden diese in einzelne Fraktionen unterteilt. Partikel mit einem Durchmesser kleiner als 10 Mikrometer (PM10 -10 Millionstel Meter) werden mit der Einatemluft bis in die Bronchien und Bronchiolen transportiert. Kleinere Partikel (PM2,5) können bis in die Lungenbläschen vordringen. Ultrafeine Partikel (PM0,1) können in die Blutbahn übertreten und ihre schädigende Wirkung im Blut oder in anderen Organen (Leber, Herz, Gehirn) entfalten. Je kleiner die Partikel sind, um so mehr nimmt an verkehrsreichen Straßen der Anteil von Ruß aus Verbrennungsprozessen, besonders aus Dieselmotoren zu.
Mit erhöhter Feinstaubbelastung nehmen auch Herz-Kreislauferkrankungen und Lungenkrebs zu.
Der Grenzwert für das Tagesmittel von Feinstaub PM10 beträgt 50 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) und darf maximal an 35 Tagen im Kalenderjahr überschritten werden.
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