Unwetter Gewitterfront trifft Mitteldeutschland

Heftige Gewitter haben in Teilen Mitteldeutschlands schwere Schäden angerichtet. Besonders heftig erwischte es in Sachsen-Anhalt die Regionen Eisleben und Halle. Laut Polizei wurden Dächer abgedeckt oder durch faustgroße Hagelkörner zerstört. Umgestürzte Bäume und Verkehrsschilder versperrten Straßen und Schienen. Teils wurden Straßen von Schlamm und Wassermassen überspült - unter anderem ein Abschnitt der Autobahn 38.

Drei Menschen verletzt - Stromausfall

Auf dem Zeltplatz Kelbra kippte aufgrund des Sturms ein Wohnwagen um. Zwei Personen wurden dabei verletzt. Ein Schwerverletzter musste mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden. In Halle verletzten herumfliegende Dachteile einen Mann. Bei Erdeborn und Hornburg wurden Starkstrommasten umgeknickt. Mehr als 5.000 Menschen waren ohne Strom.

Blick auf eine Straße mit herabgefallenen Ästen
Bildrechte: Facebook "Steff Chen" via MDR SACHSEN-ANHALT

Über Halle bildete sich vermutlich sogar eine sogenannte "Superzelle", wie die Feuerwehr mitteilte. Damit beschreiben Meteorologen die "räumlich und zeitlich größten und gefährlichsten Gewittergebilde". Der Sturm erreichte in der Saalestadt Windgeschwindigkeiten von bis zu 119 Stundenkilometern. In Dessau-Roßlau wurde am Abend mit Windgeschwindigkeiten bis 133 Kilometer pro Stunde Orkanstärke erreicht. Auch aus den Landkreisen Börde, Salzlandkreis und Wittenberg wurden Sturmschäden gemeldet. Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld musste die Polizei zu dutzenden Einsätzen ausrücken, meist nach Unfällen oder wegen vollgelaufener Keller. In Reppichau setzte der Blitz die Halle eines landwirtschaftlichen Betriebes in Brand.

Auch in Sachsen zwei Verletzte und große Schäden

In Sachsen trafen die Gewitterstürme vor allem die Oberlausitz, zahlreiche Bäume knickten um. Die Feuerwehr war nach Angaben der Rettungsleitstelle 20 Mal im Einsatz, unter anderem in Lohsa und Bernsdorf sowie in Klitten, Uhyst und Niesky. Starker Regen sorgte für Überschwemmungen. Betroffen war unter anderem die Hohe Straße in Kamenz. In Nordsachsen hagelte es heftig. In Roitzschjora bei Löbnitz brach bei den Aufräumarbeiten nach einem Rockmusikfestival das große Catering-Zelt zusammen. Laut Polizei wurden zwei Männer leicht verletzt. Einer ersten Schätzung zufolge entstand ein Sachschaden von rund 500.000 Euro. Orkanartige Böen bis 111 Stundenkilometer wurden in Riesa und an der Messstelle Bad Brambach-Mineralquellen registriert.

Notruf in Nordhausen ausgefallen

Im thüringischen Nordhausen hatten Unwetter zeitweise den Notruf 112 lahmgelegt. Wasser war in die Rettungsleitstelle eingedrungen. Wegen der Unwetterschäden in Nordthüringen war die Feuerwehr im Dauereinsatz. Nach Polizeiangaben waren zahlreiche Bäume umgestürzt. Am schlimmsten hat es den Kyffhäuserkreis getroffen. Aber auch in Bad Salzungen im Wartburgkreis und im Landkreis Gotha sowie in Ortsteilen von Erfurt mussten Straßen wegen umgestürzter Bäume teilweise gesperrt werden. In Erfurt-Bindersleben wurden Windspitzen bis 120 Stundenkilometer gemessen. Verletzt wurde nach Angaben der Landeseinsatzzentrale niemand.

Zuletzt aktualisiert: 08. Juli 2015, 21:21 Uhr

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