Umringt von Autos überquert eine Radfahrerin eine Kreuzung
Radfahrer und Autofahrer kommen sich im Stadtverkehr immer wieder in die Quere. Bildrechte: dpa

Fahrrad-Klima-Test Schlechte Noten für den Osten

Viele Kommunen in Deutschland tun insgesamt nicht genug für Radfahrer. Zu diesem Ergebnis kommt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in seinem neuen Fahrrad-Klima-Test für 2016. In der am Freitag in Berlin vorgestellten Studie bewertet der ADFC die Fahrradfreundlichkeit von mehr als 500 Städten.

von Stefan Eising, MDR Hauptstadtstudio

Umringt von Autos überquert eine Radfahrerin eine Kreuzung
Radfahrer und Autofahrer kommen sich im Stadtverkehr immer wieder in die Quere. Bildrechte: dpa

Dieser Trend lässt sich auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beobachten. Am besten schneidet bei den Großstädten noch Leipzig ab, es kommt auf Platz neun, allerdings nur mit der Note 3,7. Städte wie Dresden, Magdeburg oder Erfurt landen alle auf den hinteren Plätzen.

Mischverkehr als zunehmendes Problem für Radfahrer

Kritisiert wurden hier vor allem der schlechte Winterdienst auf Radwegen oder eine ungenügende Trennung von Radfahrern und Fußgängern. Damit sind diese Städte aber nicht alleine. Bundesweit kommt aus den Großstädten viel Kritik von Radfahrern, sagt ADFC-Geschäftsführer Burkhard Stork:

„Fahren im Mischverkehr ist schlechter geworden. Es fühlt sich unangenehmer an, mit den Autos gemeinsam zu fahren. Die Breite der Wege wird immer heftiger kritisiert, sie sind nicht breit genug. Führung der Baustellen ist bei diesem Mal deutlich schlechter geworden, die deutschen Kommunen scheinen da wirklich zu schlampen.“

Verkehrsministerium sieht Fortschritte

Radfahrer fahren am 25.09.2015 in Göttingen (Niedersachsen) über den eRadschnellweg. Die Strecke verbindet den Göttinger Bahnhof mit dem Nordcampus der Universität.
Ein eRadschnellweg in Göttingen verbindet den Bahnhof der Stadt mit dem Nordcampus der Universität. Bildrechte: dpa

Das Bundesverkehrsministerium will in diesem Jahr rund 130 Millionen Euro in den Radverkehr investieren, sagt Staatssekretär Enak Ferlemann: „Ein Großteil der Mittel natürlich geht in den Radwegebau an Bundesstraßen. Wir können mit dem Geld pro Jahr etwa 200 bis 300 Kilometer Radwege in Deutschland bauen. Das ist schon eine ganz erhebliche Strecke.“

Den Titel der Fahrradfreundlichsten Großstadt Deutschlands holte auch in diesem Jahr Münster in Nordrhein-Westfalen. Dessen Note wird aber seit Jahren kontinuierlich schlechter, so dass die Stadt den Titel bald los sein könnte.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im : Radio | 19.05.2017 | 14:48 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Mai 2017, 20:05 Uhr

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4 Kommentare

20.05.2017 11:31 Pattel 4

Bei fast allen Kommentaren lese ich raus ,es wird nach einer heilen Welt gerufen die es gar nicht gibt und geben wird.
Aber Vernunft gibt es -nur diese muss der Mensch abrufen....

19.05.2017 22:09 Sabrina 3

@2
Wenn es Politiker nach jahrelangen Machtkämpfen und Mobbing endlich geschafft haben, in Ämter zu kommen, in denen sie was zu melden haben, dann sind sie so verschlissen, dass sie zum Arbeiten nicht mehr die Kraft haben.

19.05.2017 20:24 Das Problem sitzt zwischen den Ohren und hat Übergewicht 2

@19.05.2017 18:35 GEWY38 (1 Ach wie ist es schön wenn man in dem negativen Haufen Leuchtturm noch eine Stecknadel findet die man immer wieder schön labern kann.)

Ja, dieses unterschwellige Alleswirdgutgeschwätz nervt auch nur noch. Die ADFC-Studie hat recht und benennt die Probleme korrekt, wenngleich sie noch zu wenig aggressiv vorgetragen werden. Es fehlt an so ziemlich allem: In Halle etwa, wo mittlerweile sehr viel Rad gefahren wird (das war vor Jahren noch anders), gibt es nicht einmal akzeptable Abstellmöglichkeiten in der Innenstadt - vom Zustand der Anfahrtsweg ganz zu schweigen.

Das Problem sitzt zwischen den Ohren und stinkt nach Benzin, Staub und Parteibuch. Und es ist problemlos korrelierbar mit dem Gesundheitsstatus eines großen Teils der Neufünfländer - nicht nur des physischen.
SAH bekommt es nicht einmal gebacken, wenigstens die touristische Infrastruktur zu handeln. Aber das fügt sich nahtlos in das Gesamtbild ein.

19.05.2017 18:35 GEWY38 1

Der Test sagt aber auch, Leipzig liegt beim Fahrradklau an 2. Stelle in Deutschland und verzeichnet damit den größten Anstieg an Diebesgut deutschlandweit. Ach wie ist es schön wenn man in dem negativen Haufen Leuchtturm noch eine Stecknadel findet die man immer wieder schön labern kann.