Mastschweine stehen 2014 im Stall.
Ein Fall von Afrikanischer Schweinepest bei Mastschweinen wäre für Landwirte eine Katastrophe. Wahrscheinlich müssten alle Tiere eines Betriebes getötet werden. Bildrechte: dpa

Virus breitet sich aus Afrikanische Schweinepest bedrohlich nahe

Die afrikanische Schweinepest ist ein Virus, das bei Haus- und Wildschweinen meist tödlich verläuft. Ursprünglich kam sie – daher der Name – nur in Afrika vor. Doch dann wurden 2007 zum ersten Mal Fälle auf dem Europäischen Kontinent festgestellt, zunächst in Georgien, dann auch in anderen osteuropäischen Staaten. Nun sind auch Tiere in Polen und Tschechien erkrankt. Und damit wächst das Risiko für Schweine in Deutschland.

von Lydia Jakobi, MDR AKTUELL

Mastschweine stehen 2014 im Stall.
Ein Fall von Afrikanischer Schweinepest bei Mastschweinen wäre für Landwirte eine Katastrophe. Wahrscheinlich müssten alle Tiere eines Betriebes getötet werden. Bildrechte: dpa

Hohes Fieber, Apathie, die Haut blau verfärbt, Husten und Blutungen aus der Nase: Wenn ein Bauer an seinem Schwein solche Symptome beobachtet, sollte er schleunigst das Veterinäramt informieren. Denn es könnte sein, dass das Tier unter der Afrikanischen Schweinepest leidet.

Die Krankheit ist der klassischen Schweinepest sehr ähnlich. Es gebe aber einen entscheidenden Unterschied, erklärt Elke Reinking, Sprecherin des Friedrich-Löffler-Instituts: "Das sind zwei verschiedene Erreger. Die klassische Schweinepest wird durch ein Virus ausgelöst, gegen den man auch einen Impfstoff entwickeln konnte. Und das Virus der afrikanischen Schweinepest ist ein ganz anderes, dass sich bisher jeder erfolgreichen Impfstoffentwicklung entzieht."

Haus und Wildschweine sterben in kurzer Zeit

Deswegen ist die afrikanische Variante besonders gefährlich – zwar nicht für die Warzenschweine dort, denn bei denen bricht die Krankheit nicht aus. Wohl aber für Haus- und Wildschweine. Die sterben meistens innerhalb weniger Tage.

Für den Menschen und andere Tiere sei die Afrikanische Schweinepest indes nicht ansteckend, sagt Elke Reinking. "Man kann aber Vektor sein, also Überträger, dadurch dass man zum Beispiel rohe Wildschweinprodukte aus betroffenen Gebieten mit sich führt, dass man ein belegtes Brot dabei hat mit Salami. Und da drin, in den Rohprodukten, hält sich der Krankheitserreger sehr gut. Und wenn es einem nach einem Tag doch nicht mehr schmeckt und man entsorgt es aus dem Autofenster und ein Wildschwein nimmt das auf, kann das schon reichen, um eine Infektion in Gang zu bringen."

Kadaver von Wildschweinen werden untersucht

Unter anderem deshalb ist es auch schon seit Jahren verboten, Speisereste und Küchenabfälle an Schweine zu verfüttern. Das Virus überdauert aber auch lange an Schuhen oder der Kleidung. Deshalb sollten vor allem Jäger Acht geben, dass sie sich nicht mit Wildschweinblut benetzen.

Ein Schild warnt 2015 während einer Übung im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest an einem Sperrbezirk in Dresden.
Bildrechte: dpa

Sollte das Virus nach Deutschland eingeschleppt werden – und Tiere machen bekanntlich nicht vor der Grenze halt – wäre das höchst problematisch – nicht zuletzt, weil es hier sehr viele Wildschweine gibt. "Wichtig ist, dass darauf geachtet wird, wenn irgendwo vermehrt tote Wildscheine aufgefunden werden, dass das den örtlichen Veterinärbehörden gemeldet wird, damit die eine Untersuchung veranlassen können und die Kadaver entsorgen, die ja auch eine Gefahr darstellen", sagt Elke Reinking.

Hausschweine müssen deshalb streng von ihren wilden Artgenossen getrennt werden. Denn wenn die Krankheit einmal auf die Ställe übergreift, wäre das für die Landwirte ein wirtschaftliches Fiasko. Mehr als 27 Millionen Schweine werden in Deutschland gehalten. Ist in einem Betrieb auch nur ein Tier infiziert, muss meistens der ganze Bestand getötet werden.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: MDR | 01.01.2017 | 15:21 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Juli 2017, 18:07 Uhr

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