Ein Anschauungsmodel einer Smart III-Batterie E18-1/W451 der Firma ACCUmotive liegt in der Produktion der Deutsche ACCUmotive in Kamenz (Sachsen).
Die Lebensdauer von E-Auto Akkus schwankt zwischen drei und zehn Jahren. Bildrechte: dpa

Elektromobilität Akkus in E-Autos - Lebensdauer, Garantie, Kosten

Die Elektromobilität wird in Deutschland derzeit kontrovers diskutiert. Das Ziel, bis 2020 etwa eine Million E-Autos auf die Straßen zu bringen, scheint in weiter Ferne. Ein Knackpunkt dabei sind, neben noch zu wenigen Ladestationen, die teuren Akkus der Fahrzeuge. Michael Jakob aus Gerlfangen hat dazu folgende Fragen: Wie viele Ladezyklen schafft so ein Akku? Welche Lebensdauer wird angenommen und was passiert, wenn so ein Akku vor Ende der Gewährleistung kaputt geht?

von Ronny Arnold, MDR AKTUELL

Ein Anschauungsmodel einer Smart III-Batterie E18-1/W451 der Firma ACCUmotive liegt in der Produktion der Deutsche ACCUmotive in Kamenz (Sachsen).
Die Lebensdauer von E-Auto Akkus schwankt zwischen drei und zehn Jahren. Bildrechte: dpa

Die Hersteller verknüpfen die Lebensdauer der Akkus meist direkt mit der Laufleistung der Fahrzeuge. Etwa fünf bis acht Jahre soll die Batterie demnach im Durchschnitt halten, wenn das E-Auto maximal zwischen 150.000 und 200.000 Kilometer gefahren wird.

Haltbarkeit der Akkus schwankt stark

Am Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme in Dresden will man es genau wissen. Deshalb testet Claudius Jehle verschiedene PKW-Batterien unter möglichst realen Bedingungen - etwa in einer Kältekammer. "Die Batterien von Elektro-PKW halten ungefähr 1.000 bis 4.000 Ladezyklen. Allerdings hängt die Alterung sehr stark von der tatsächlichen Benutzungsweise ab. Sprich, ob sie sehr stark Gas geben, das Auto in einem warmen Klima fahren oder es bei sehr sehr tiefen Temperaturen benutzen", erklärt Jehle. Ergebnis: Die Hersteller arbeiten häufig mit optimierten Angaben. Die Lebensdauer schwankt je nach Nutzung stark und liegt zwischen drei und zehn Jahren.

Akkus sind teuerste Komponente beim E-Auto

Auch beim ADAC kennt man die unterschiedlichen Werte – Thomas Kubin hat praktische Tipps für längere Laufzeiten: "Schnelle Autobahnfahrten, die ständig gemacht werden, schädigen die Batterie. Es schädigt die Batterie genauso, wenn man zu häufig und zu schnell nachlädt. Heißt: Wenn zehn Prozent der Ladekapazität runter sind, sollte man die Batterie nicht schon wieder laden."

Ein Peugeot iOn wird an einer Ladesäule auf einer Konferenz zu Elektromobilität in Leipzig (Sachsen) in einer Messehalle geladen.
Eine Million E-Autos auf Deutschlands Straßen bis 2020? Noch liegt dieses Ziel in weiter Ferne. Bildrechte: dpa

Im Moment ist der Akku noch die mit Abstand teuerste Komponente im E-Auto und kostet zwischen 8.000 und 10.000 Euro pro Fahrzeug. Deshalb sind die Garantieleistungen der Hersteller auf die Batterie immens wichtig für die Nutzer, sagt Claudius Jehle vom Fraunhofer-Institut: "Gerade bei Nutzfahrzeugen müssen die Hersteller sehr lange Garantien von bis zu zehn Jahren geben. Wenn die Batterie vorher ausfällt wird er sie ersetzen müssen. Er muss das natürlich auch im Preis einkalkulieren, was ein zusätzlicher Preistreiber für die Akkus heute ist - nicht die reinen Einkaufs- und Herstellungskosten, sondern auch das Abfangen von Gewährleistungsfällen."

Bei Schaden kein komplett neuer Akku

Einige Hersteller von E-Autos bieten deshalb verstärkt Leasing an. Dabei wird die Batterie separat vom Fahrzeug gemietet. Geht sie kaputt oder bringt ihre Leistung nicht mehr, wird sie von den Anbietern in der Regel ersetzt. Probleme rund um die allgemeinen Garantien gebe es momentan kaum, bestätigt der ADAC. Ein großer Vorteil der Batterien in E-Autos ist laut ADAC-Vertreter Kubin, dass sie in einzelne Zellen und Module unterteilt sind. Dass alle Segmente gleichzeitig kaputt gehen, sei eher unwahrscheinlich.

"Wenn eine Batterie defekt ist, muss nicht zwangsläufig immer die ganze Batterie getauscht werden. Sondern die Batterie ist aus einzelnen Segmenten zusammengesetzt und dort kann auch der Austausch einzelner Segmente vorgenommen werden", erklärt Kubin. Immerhin: Das spart ein wenig bei den Kosten rund um die preisintensiven Akkus und schont auch noch die Umwelt.

Über dieses Thema berichtet MDR auch im: Radio | 29.11.2017 | 07:24 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. November 2017, 05:00 Uhr

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9 Kommentare

30.11.2017 15:30 Ullrich 9

Dem Kommentar von Uborner ist fast nichts hinzuzufügen!
Außer vielleicht, dass Diesel vor etwas mehr als zwanzig Jahren auch verpönt waren - zu laut, zu lahm...
So ändern sich die Zeiten, aber mit Veränderungen haben offensichtlich einige so ihre Probleme - wie Uborner es gut beschrieben hat.

30.11.2017 14:29 der_Silvio 8

Die Technik ist bei weitem nicht ausgereift. #1 hat völlig Recht; die Landschaft wird weiter mit Solarpanelen und Strompropellern zugepflastert. Das ist Raubbau an der Natur mit scheinheilig grünen Motiven.
Nein, es geht nicht um die Natur, sondern um sehr viel Geld welches wenige Leute dabei verdienen!

29.11.2017 22:19 Uborner 7

Vor ein Karren gehört ein Pferd - basta. So haben die Menschen vor 120 Jahren geredet als die ersten Benzinkutschen aufkamen. Man könnte meinen die Leute von damals sind noch da.
Das E-Auto kommt, weltweit, ob Deutschland da mitmacht oder nicht ist völlig egal. Wir sind eben "konservativ".
Wie rasend schnell sich neue Technologien verbreiten hat man an den Smartphones und der Digitalfotografie gesehen, oder am Internet.
Wer zu spät kommt den bestraft der Fortschritt.

29.11.2017 22:06 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 6

Vor dem ersten Weltkrieg hatten wir ca. 40% E-Fahrzeuge neben 25-30% Verbrennungsmotor-Fahrzeuge im Verkehr. Die Reichweiten lagen damals so um die 70-100km...

Doch dann wurde es modisch, das man schnell, spritzig und weit fahren konnte. Die "Stinker" fanden mehr und mehr Anklang.

2017 plant man in Deutschland für 2020 eine (1!) Million E-Fahrzeuge.
Aber die alten Heizöl-Brenner bekommen nochmal ein 'Update'... oder werden für neue in Zahlung genommen.

29.11.2017 15:54 Frederic 5

Das ganze kann mit einem Satz gesagt werden, E Autos sind Müll, die Kapzitäten der Akku sind zu gering und zu teuer, zu teuer wie das ganze E - Müll Auto.
Möglich ist, dass in ca. 2 - 300 Jahren solche gebaut werden können, aber z.Zt. nicht. Kein Ausgereiftes FAHRZEUG. Von Hamburg nach Paris - ca. 1000 km. 15 - 18 Std. Wenn schon gesagt wird der Akku hat bei HOHER GESCHWINDIKEIT keine Lebensdauer, dann sollte das Spielzeug vergessen werden!
Allein die Beschaffung der Bauteile für den Akku dürfte schon Probleme machen.
Einfach gesagt, Utopia !! oder Wunschdenken der Umweltfanatiker. Realdenken ist angesagt !!

29.11.2017 11:07 Markus 4

Nur 150 000 km? Ein Diesel fährt problemlos über 300 000 km, dabei braucht man Tank nicht austauschen. Mit Diesel kann man auch Autobahn schnell fahren. Dazu Reichweite. Und das alles für weniger Geld!

29.11.2017 10:36 Fragender Rentner 3

Und wie wird die Umwelt durch die Förderung des Materials geplündert?

Was geschied alles bei der Bearbeitung, fällt da kein C02 an?

Wo wird der Abfall der bei der Herstellung entsteht beseitig und wie schädlich ist dieser?

Wie können die alten Akkus sauber entsorgt werden oder kann man sie wieder aufarbeiten?

29.11.2017 10:27 Querdenker 2

Zitat: „Die Lebensdauer schwankt je nach Nutzung stark und liegt zwischen drei und zehn Jahren.“

Also „Elektroschrott“. Die Akkus vollständig auszutauschen, kann man von den Kosten her *mindestens* mit einem Motortausch + Getriebetausch vergleichen. Und das ist schon sehr großzügig gerechnet. Man stelle sich mal vor, dass ein Verkäufer beim Verbrennungsmotor sagen würde: „Der Motor und das Getriebe hält drei und zehn Jahre“

Beispielrechnung: Der „Renault ZOE“ hat eine akzeptable Reichweite und der Akku 41 kwh. Pro kwh beträgt der Durchschnittspreis etwa 190 Euro. 41 * 190 = 7790 Euro. Mit der Zeit werden die Preise zwar noch weiter sinken, aber „Wunder“ wird man nicht erwarten können (Preis pro kwh siehe „MDR E-Autos Die Batterie entscheidet“). Zumal die Hersteller ja auch bessere Akkus mit der Zeit raus bringen und einen entsprechenden Preis fordern.

29.11.2017 09:36 Scheinheiligkeit! 1

M.E. ist das eine große Scheinheiligkeit mit den Elektroautos, d.h. Akkus! Angefangen das die Rohstoffe unter unmenschlichen Bedingungen in Afrika gefördert werden (wie lange reichen die denn eigentlich noch?) weiter über die Produktion mit immensen Energieaufwand (übersteigt wahrscheinlich die Einsparung über die gesamte Lebensdauer des E-Autos!) weiter über die Lebensdauer (keine Erfahrungswerte) bis zur Entsorgung (hat sich noch keiner Gedanken gemacht, "geht schon irgendwie", "schaffen wir alles wieder nach Afrika zurück"). Nur damit das grüne und saubere und vorbildhafte Deutschland mit E-Autos unterwegs ist! Aber zu welchem Preis? Denkt nicht nur an Euch!!!

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