Schüsse auf Passanten Tote bei Amoklauf in Michigan

Im US-Bundesstaat Michigan hat ein Mann um sich geschossen und dabei mindestens sechs Menschen getötet. Wie ARD-Korrespondentin Sabrina Fritz berichtet, fuhr der Mann stundenlang durch die Stadt Kalamazoo und feuerte aus dem Auto heraus scheinbar wahllos auf Menschen. Nach langer Verfolgungsjagd konnte ihn die Polizei schließlich festnehmen.

Mann schießt wahllos auf Passanten

US-Medien zufolge schoss der Täter zunächst auf dem Parkplatz eines Wohnkomplexes auf eine Frau und verletzte sie schwer. Dann tötete er mehrere Menschen in einem Restaurant und später zwei weitere bei einem Autohändler. Es gibt außerdem mindestens drei Verletzte. Zwei Opfer schwebten am Sonntag in Lebensgefahr, unter ihnen eine 14-Jährige. Das berichtete der Sender CNN unter Berufung auf den Staatsanwalt von Kalamazoo County.

Der örtliche Polizeichef Paul Matyas sagte: "Offenbar haben wir es mit jemandem zu tun, der einfach herumfährt, nach Menschen Ausschau hält und sie erschießt." Das Motiv des Täters ist noch völlig unklar. Nach Angaben der Polizei wohnt er selbst in Kalamazoo.

In den vergangenen Jahren sorgte eine ganze Reihe von Bluttaten in den USA für Entsetzen. US-Präsident Barack Obama konnte sich mit seiner Forderung nach einer strikteren Begrenzung des Zugangs zu Waffen für US-Bürger bisher aber nicht gegen die republikanische Mehrheit im Kongress durchsetzen.

Kalamazoo Kalamazoo ist die größte Stadt in der südwestlichen Region des US-Bundesstaates Michigan. Sie liegt circa 220 Kilometer westlich von Detroit und ist Verwaltungssitz des Kalamazoo County. Kalamazoo City hat rund 70.000 Einwohner.

Der Name der Stadt leitet sich von einem nahegelegenen gleichnamigen Fluss ab. Es wird davon ausgegangen, dass das Wort indianischen Ursprungs ist. Der ungewöhnliche Klang hat dazu geführt, dass "Kalamazoo" in den USA umgangssprachlich zu einem Allgemeinbegriff für (teils exotische) Orte geworden ist, ähnlich wie "Buxtehude" im Deutschen.

Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2016, 16:50 Uhr

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2 Kommentare

21.02.2016 20:37 Phrasenhasser 2

H.E. Es ist zumeist eine spezielle Spezies, die in den Staaten die häufigsten Raubüberfälle mit Todesfolge verursacht... Man muss trotzdem bei der Waffenhäufigkeit im Land der unbegrenzten Möglichkeiten immer noch staunen, dass "relativ selten" von Amokläufen berichtet wird. Gerade in Kanada, im Land der meisten Waffen weltweit, ist die Kriminalitätsrate sehr gering, wie auch Tote durch sinnlose Waffengewalt. Wir haben Bekannte da - die erzählten davon, dass es echt noch Leute gibt, die keine Haustür verschließen. (Also, das würde ich in unserem demokratischen Sachsen bereits nicht mehr empfehlen). Doch darüber kommt nichts im Fernsehen - da schildert man bevorzugt den Ami als mit Vorsicht zu genießenden Waffenhörigen. Ehrlich - wenn ich in manche sündteuren Küchen unserer Neureichen schaue und da die gut bestückten riesigen Messerblöcke sehe - da kriege ich ebenfalls merkwürdige Angstgefühle...

21.02.2016 15:13 H.E. 1

USA, Land der Freiheit. Die machen sich selbst kaputt. Jetzt muß bei den Privatleuten noch mehr aufgerüstet werden, so lautet sicher der neueste Ratschlag der Waffenlobby.
Für die Angehörigen der Betroffenen ist dies jedesmal eine Tragödie. Ich habe amerikansiche Nachbarn, da hat er im letzten Jahr seinen Bruder (Familienvater von 5 Kindern) auf diese Weise verloren und eine Freundin meiner Tochter ebenfalls einen Bruder, der gerade Geld vom Geldautomaten geholt hatte, Blumen gekauft für seine Freundin und sie treffen wollte und kurz nach dem Blumenkauf wurde er niedergeknallt und ausgeraubt.