Blutspender dringend gesucht Blutkonserven für Operationen fehlen

Es fehlt frisches Blut in Deutschland! Und zwar ganz wortwörtlich. Denn in den Krankenhäusern ist das Blut momentan noch knapper, als es sowieso schon ist. In der Uniklinik Jena wurde aufgrund fehlender Blutkonserven sogar schon eine Operation verschoben. Soweit ist es in den meisten anderen großen mitteldeutschen Kliniken zwar noch nicht gekommen – über zu wenig Blut beschweren sich aber alle. Doch woran liegt die momentane Blutknappheit?

von Kristin Kielon, MDR AKTUELL

Beim Gedanken an das Blutlager im Universitätsklinikum Jena wird Doktorin Silke Rummler momentan etwas mulmig. Dass es wenig Blutkonserven gibt, war hier - so wie eigentlich überall - schon öfter der Fall, beispielsweise in der Weihnachtszeit. Doch so angespannt wie im Moment, war es noch nie, erklärt die Direktorin des Instituts für Transfusionsmedizin. Deshalb habe man bereits eine OP verschieben müssen. Allerdings habe in dem Fall auch eine besondere Blutgruppe gefehlt. Bislang konnten Rummler zufolge die Patienten immer versorgt werden.

Die Ärztin warnt jedoch, die Blutvorräte seien inzwischen extrem knapp. Sie müsse sich am Abend überlegen, welche Operation sie morgen durchführen könne und welche sie aufschieben müsse.

Es gibt ja immer Operationen, die planbar sind, die nicht im Notfall durchgeführt werden müssen und wo der Patient ein bisschen warten kann. Na klar verschlechtert sich dann die Situation vom Patienten, aber es gibt Operationen, die man auch in 14 Tagen oder drei Wochen noch durchführen kann.

Silke Rummler

Blutspender im Urlaub

Besonders knapp sind Blutkonserven der Blutgruppe null, sogenannte Notfallreserven. Denn diese Blutgruppe verträgt sich mit den meisten anderen und kann im Notfall erst einmal immer verabreicht werden. Sie ist nicht nur in Jena, sondern etwa auch am Universitätsklinikum in Halle Mangelware.

Blutkonserven
Blutspendebehälter Bildrechte: colourbox.com

Grund für den Blutmangel in den Kliniken ist der Sommer. Viele Blutspender sind im Urlaub oder am Badesee, die Menge des gespendeten Bluts geht zurück: Ein Phänomen, das es eigentlich jedes Jahr gebe, meint Silke Rummler. Doch dieses Jahr habe sie das Gefühl, dass es noch schlechter sei als letztes Jahr. Die Spendebereitschaft sei offenbar noch ein bisschen mehr zurückgegangen.

Marion Junghans vom Blutspendedienst Haema hat da eine andere Theorie: Sie glaubt, der schöne Spätsommer hat Mitschuld am Blutmangel. In den Schulferien und in der Haupturlaubs- und Reisezeit fehlten immer Blutspender. Doch das schöne Wetter jetzt nach den Ferien verschärfe die Lage zusätzlich, weil dann noch später wieder gespendet werde.

Haema betreibt bundesweit 35 Blutspendezentren. In den Sommermonaten ginge die Zahl der Spender immer um etwa ein Viertel zurück, erklärt Junghans. Wegen der kurzen Haltbarkeit von Blut-Produkten wie etwa Krebs-Medikamenten oder Blutkonserven könne auch kein Vorrat angelegt werden. Doch auch die Haema-Sprecherin Junghans: Eine Notfallreserve ist sicher.

Solidarsystem verhindert Schlimmeres

Junghans zufolge muss in Deutschland zum Glück noch kein Mensch sterben oder Angst haben, dass im Notfall kein Blut da ist. Bei Engpässen würden sich alle Blutspende-Dienste untereinander helfen und Konserven liefern.

In Jena hofft man jetzt, dass mehr Menschen Blut spenden. Denn auch der Patient, dessen OP jetzt verschoben wurde, kann erst operiert werden, wenn wieder genug Blut da ist.

Zuletzt aktualisiert: 07. September 2016, 18:16 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

2 Kommentare

07.09.2016 20:16 OHNEWORTE 2

Die Bundesregierung investiert in der Tuerkenei 58 Millionen.... Ich bin doch nicht deppert,spende Blut und sollte mir etwas passieren ,steht jedes Miligramm Blut auf meiner OP Rechnung.... Und ...der Handel mit Blut ist fuer einige eine satte Berreicherung ....

07.09.2016 19:51 optinator 1

Ich würde gerne Blut spenden, darf aber durch eine Hepatitis - Erkrankung als Kind, kein Blut, keine Stammzellen abgeben.

;-(