Zwei Einsatzkräfte in grünen Schutzanzügen werden dekontaminiert.
Mit Spezialanzügen rückte die Feuerwehr in Gera an. Bildrechte: MDR/Arne Schein

Gerichtsgebäude betroffen Bundesweit Großeinsätze wegen verdächtiger Briefe

In Gerichts- und Amtsgebäuden in Erfurt, Gera, Chemnitz, Eisleben, Coburg und Ludwigslust haben Briefe mit verdächtigem weißen Pulver für Großeinsätze gesorgt. In Eisleben war es wohl Puderzucker. Hinweise auf einen Zusammenhang gab es bis zum Mittwochabend nicht.

 Zwei Einsatzkräfte in grünen Schutzanzügen werden dekontaminiert.
Mit Spezialanzügen rückte die Feuerwehr in Gera an. Bildrechte: MDR/Arne Schein

In Gerichts- und Amtsgebäuden in mehreren Bundesländern sind am Montag Briefe mit einem verdächtigen weißen Pulver eingegangen. Im thüringischen Erfurt und Gera, im sächsischen Chemnitz, im sachsen-anhaltischen Eisleben sowie in Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern und Coburg in Bayern lösten die mysteriösen Posteingänge Großeinsätze bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten aus. Ob ein Zusammenhang zwischen den Vorfällen besteht, war bis zum Abend unklar. Hinweise darauf gab es nach Angaben einer Sprecherin des Bundeskriminalamts bislang nicht.

Puderzucker in Eisleben

Am Mittag gab es einen Großeinsatz am Amtsgericht Eisleben in Sachsen-Anhalt. Dort hatten Mitarbeiter der Post einen Brief geöffnet und dabei das Pulver im Raum verteilt. Vier Menschen, die mit dem Brief in Berührung gekommen waren, wurden vorsorglich in einem getrennten Raum isoliert. Spezialisten aus Halle untersuchten die Substanz. Die Polizei erklärte schließlich am Nachmittag, es habe sich um Puderzucker gehandelt.

Verdächtiger Brief in Chemnitz

Bereits am Vormittag war ein Brief mit weißem Pulver im Chemnitzer Justizzentrum eingegangen. Die herbeigerufene Polizei stellte den Umschlag sicher. Er wurde zur Untersuchung an die Landesuntersuchungsanstalt für Gesundheits- und Veterinärwesen in Leipzig geschickt. Verletzt wurde hier offenbar niemand. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhen von Straftaten.

Großalarm in Erfurt und Gera

In Thüringen hatte ein Brief mit einer verdächtigen Substanz im Justizzentrum Gera einen Großalarm ausgelöst. Ein Teil des Gebäudes wurde gesperrt. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN kamen zwei Menschen direkt mit der Substanz in Kontakt. Sie wurden im Krankenhaus untersucht. Der Brief kam zur Untersuchung in ein Labor nach Bad Langensalza.

Auch beim Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz in Erfurt ging ein solcher Brief ein. Das Gebäude wurde gesperrt und evakuiert. Auch hier rückten Polizei und Feuerwehr zu einem Großeinsatz aus.

Vorfälle auch in Ludwigslust und Coburg

Ähnliche Vorfälle wurden auch aus Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern und dem bayerischen Coburg gemeldet. In Ludwigslust wurde die Poststelle des Amtsgerichts evakuiert. Ein Sprecher der Polizei sagte, die beiden Mitarbeiter dort seien augenscheinlich unverletzt. Das Amtsgericht sei gesperrt worden. Nun werde auf Feuerwehrleute aus Parchim gewartet, die eine Spezialausrüstung hätten und den Brief bergen sollten. Der Polizei zufolge hatte der Brief keinen Absender.

Auch in Coburg rückte die Feuerwehr mit speziellen Anzügen an. Auch hier sollte das verdächtige Pulver untersucht werden.

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im: Radio | 11.01.2017 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2017, 06:45 Uhr

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