Chuck Berry, 2007
Chuck Berry (1926 - 2017) Bildrechte: dpa

Chuck Berry Der Beethoven des Rock'n'Roll ist tot

Der US-Sänger und Gitarrist Chuck Berry ist tot. Der Rock'n'Roll-Musiker starb am Sonnabend in seinem Haus nahe St. Louis. Der Autor zahlreicher Hits wie "Maybellene" und "Roll Over Beethoven" wurde 90 Jahre alt.

Chuck Berry, 2007
Chuck Berry (1926 - 2017) Bildrechte: dpa

Die Rock'n'Roll-Legende Chuck Berry ist tot. Er starb am Sonnabend in seinem Haus nahe St. Louis im Alter von 90 Jahren. Die Polizei teilte mit, der Musiker sei leblos in seinem Haus entdeckt worden. Die Rettungskräfte hätten versucht, ihn wiederzubeleben, es aber nicht geschafft.

Trauer um den großen Inspirator

Der Sänger und Gitarrist war einer der Gründungsväter des Rock’n’Roll. Er wurde in den 50er-Jahren mit Hits "Johnny B. Goode" und "Roll Over Beethoven" bekannt und beeinflusste zahlreiche Bands der 50er-, 60er- und 70er-Jahre. Der Beatle John Lennon hatte einst Berrys künstlerische Leistung so zusammengefasst: "Wenn man Rock'n'Roll umbenennen wollte, müsste man ihn Chuck Berry nennen."

US-Rocker Bruce Springsteen würdigte Berry als den größten Interpreten und Gitarristen in der Geschichte der Rockmusik und den wichtigsten Komponisten des Rock'n'Roll. Am Anfang seiner Karriere spielte Springsteen inden 70ern Gitarre in Barrys Band und stand nochmals 1995 mit ihm auf der Bühne.

Die Rolling Stones ehrten Berry als "wahren Pionier des Rock'n'Roll". Er habe die Band erheblich beeinflusst. Mick Jagger schrieb auf Twitter: "Chuck, du warst unglaublich und wir werden deine Musik für immer in uns tragen." Lenny Kravitz erklärte: "Keiner von uns würde hier sein ohne dich."

Gleich die erste Single ein Hit

Charles Edward Anderson Berry Senior wurde 1926 in St. Louis geboren und lernte schon als Kind Gitarre spielen. Als junger Mann schlug er sich mit Gelegenheitsjobs durch und geriet mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt. Dann arbeitete er als Friseur und trat nebenher in Musikclubs auf, wo der Bluesmusiker Muddy Waters auf ihn aufmerksam wurde.

1955 nahm Chuck Berry seine erste Single auf. "Maybellene" wurde gleich ein Erfolg. Es folgten zahlreiche Hits wie "School Days", "Rock and Roll Music", "Sweet Little Sixteen" und "Carol". Berry war einer der ersten schwarzen Musiker in den USA, der auch beim weißen Publikum Erfolg hatte. 1985 erhielt er einen Grammy für sein Lebenswerk. Im selben Jahr wurde er in die "Hall of Fame" des Rock'n'Roll aufgenommen.

"Es ist für dich, Darling"

Berry war noch im August 2016 aufgetreten und hatte auf seiner Internetseite für dieses Jahr ein neues Album angekündigt - das erste nach fast 40 Jahren. Berry wollte es seiner Frau Themetta "Toddy" Berry widmen, mit der er fast 70 Jahre verheiratet war. "Mein Darling", schrieb der Musiker, "ich werde alt. Ich habe lange an diesem Album gearbeitet. Jetzt kann ich meine Schuhe an den Nagel hängen."

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 19.03.2017 | 01:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. März 2017, 16:37 Uhr

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5 Kommentare

19.03.2017 21:19 Jürgen Freitag 5

Ein Phänomen,sag ich nur,keiner konnte ihn nachahmen, mach's gut Chuck,Du warst einer der Grössten,Deiner Szene!

19.03.2017 17:52 Anton 4

Thanks Chuck! Was haben wir getanzt auf deine Musik.

19.03.2017 14:38 Horst Kube 3

Wir haben Chuck Berry in den 60gern gespielt, weil sich die Altnazis über die Musik aufgeregt und geärgert haben.

19.03.2017 13:36 Frank Löffler 2

Ohne Chuck Berry wäre die gesamte Rockgeschichte nicht so verlaufen wie bisher. Alle Großen des Rock, vor allem in den 60er Jahren, sind auch mit seinen Stücken groß und berühmt geworden: die Stones, die Beatles, Clapton, ... Selbst Hendrix hat es sich nicht nehmen lassen, Songs von Chuck Berry auf der Bühne zu spielen.
Wir warten gespannt auf sein letztes Werk, welches gerade erst beendet wurde. RIP and go on Reelin' and Rockin'!

19.03.2017 11:29 Otto Piffl 1

Ruhe er in Frieden und Respekt.
Ich hatte die Möglichkeit in den U.S.A., den Maestro persönlich in Ehrfurcht kennen zu lernen.
Bei Bo Diddley war es leider zu spät.
Beide waren und sind immer noch in meiner persönlichen Top 10 der MusiK.