Etwa zwölf Jahre alte Kinder sitzen vor Computern.
In dieser Schule können Kinder Computer bereits sinnvoll im Unterricht nutzen - in vielen anderen Einrichtungen bremsen fehlende Konzepte und Technik digitales Lernen hingegen aus. Bildrechte: IMAGO

Studie Digitalisierung spielt im Schulalltag kaum eine Rolle

In vielen Schulen ist die Digitalisierung nicht angekommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie. Lehrer begrüßten zwar die neuen Technologien - für einen sinnvollen Einsatz fehle es jedoch an der Ausstattung.

Etwa zwölf Jahre alte Kinder sitzen vor Computern.
In dieser Schule können Kinder Computer bereits sinnvoll im Unterricht nutzen - in vielen anderen Einrichtungen bremsen fehlende Konzepte und Technik digitales Lernen hingegen aus. Bildrechte: IMAGO

An deutschen Schulen spielt digitales Lernen offenbar kaum eine Rolle. Nicht einmal zehn Prozent der Lehrer setzen laut einer Studie digitale Medien wie Lern-Apps, Lernspiele oder Simulationen im Unterricht ein. Selbst längst etablierte Medien wie YouTube, Wiki-Nachschlagehilfen oder Power Point kämen nur gelegentlich im Unterricht zum Einsatz. Der "Monitor Digitale Bildung" wird von der Bertelsmann Stiftung vorgestellt.

Schüler wünschen sich vielseitigen Einsatz digitaler Medien

Rund 90 Prozent der Schulleiter erwarteten jedoch, dass Digitalisierung ein fester Bestandteil der Lehrerausbildung werde, hieß es. Auch Schüler hielten digitale Medien für das Lernen für wichtig: 80 Prozent hätten bestätigt, dass sie durch Lernvideos, Internetrecherche oder moderne Präsentationsprogramme aktiver seien. Sie wünschten sich einen vielseitigeren Einsatz digitaler Medien.

Lehrer klagen über mangelnde Ausstattung

Viele Lehrer begründen ihre Zurückhaltung der Studie zufolge mit unzureichender technischer Ausstattung, zu hohen Kosten oder mangelnder professioneller Unterstützung im IT-Bereich. Die befragten Experten in Ministerien, Schulträgern und Verbänden sähen hingegen fehlende Konzepte als Haupthindernis, erklärte die Bertelsmann Stiftung. Sie warnte, Schulen ohne digitale Bildungsangebote riskierten, sich von der Lebenswelt der Schüler abzukoppeln.

Für den dritten "Monitor Digitale Bildung" wurden rund 2.000 Schüler, Lehrer und Schulleitungen sowie Experten aus Politik und Verwaltung befragt.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 08.09.2017 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. September 2017, 07:32 Uhr

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1 Kommentar

15.09.2017 17:35 Dr. Eckhard Zilm 1

Als ehemaliger Schulleiter weiß ich, der Flaschenhals in der digitalen Bildung ist der digitale Analphabetismus der Lehrerinnen und Lehrer. Wer die z. T. sehr gute digitale Ausstattung der Schulen, ich beziehe mich auf Dessau, nur zum Abspielen von DVD's nutzt, ansonsten mit Bürosoftware (z. B. MS Office) nicht korrekt umgehen an, PPT nicht beherrscht und deshalb nicht nutzt, oder Lernplattformen ignoriert, der kann SuS nichts mehr beibringen. Wir haben eine Situation auf diesem Gebiet, dass SuS mehr wissen über PC und Mac als ihre Lehrer. Das muss nicht schlimm sein. Schlimm ist die Ignoranz ihrer LuL.

E. Zilm