Ein Kreuz steht in Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen) nahe der Unfallstelle.
Ein Kreuz und Blumen erinnern an den Mann, der am Wochenende in Mönchengladbach von Rasern tödlich verletzt worden war. Bildrechte: dpa

Nach tödlichem Autorennen Polizei fasst drei Raser

Zeugen berichten, wie sie sich immer wieder gegenseitig überholten: Nach einem illegalen Autorennen in Mönchengladbach sind drei Männer verhaftet worden. Die Polizei bewertet ihre Tat als Mord - einer der Raser hatte einen Fußgänger erfasst und tödlich verletzt.

Ein Kreuz steht in Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen) nahe der Unfallstelle.
Ein Kreuz und Blumen erinnern an den Mann, der am Wochenende in Mönchengladbach von Rasern tödlich verletzt worden war. Bildrechte: dpa

Das illegale Autorennen mit einem Toten in Mönchengladbach bewerten die Ermittler als Mord. An dem Autorennen waren nach neuen Erkenntnissen der Polizei nicht nur zwei, sondern insgesamt drei Autos beteiligt. Drei mutmaßliche Raser seien festgenommen worden, teilte die Polizei am Montag mit.

Unter den Festgenommenen ist auch der 28 Jahre alte Unfallfahrer, der unmittelbar nach dem Geschehen am frühen Samstagmorgen verhört wurde, dann aber wieder freigekommen war. Die beiden anderen Fahrer, ein 22 und ein 25 Jahre alter Mann, wurden am Sonntagabend festgenommen.

Tat wird als Mord bewertet

"Die Tat wird als Mord bewertet", erklärte die Polizei. Es werdegeprüft, ob die drei Männer einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Ermittlungen seien umfangreich. Unter anderem werden Videoaufnahmen ausgewertet.

"Zeugen berichten, dass die Fahrer immer wieder versuchten, sich gegenseitig zu überholen", hatte Polizeisprecher Jürgen Lützen gesagt. Auf einer vierspurigen Straße, auf der nur Tempo 40 gefahren werden darf, soll der 28 Jahre alte Verdächtige mit überhöhter Geschwindigkeit auf die Fahrbahn des Gegenverkehrs gefahren sein.

Höhere Strafen gefordert

Markierungen der Polizei
Auf der Straße in Mönchengladbach sind nach dem tödlichen Autorennen noch immer die Markierungen der Polizei zu sehen. Bildrechte: dpa

Dort wollte ein 38 Jahre alter Mann die Straße überqueren. Der Fußgänger wurde beim Zusammenprall mit dem Auto so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle starb.

Nach dem illegalen Autorennen in Mönchengladbach hat Justizminister Heiko Maas abermals härtere Strafen gegen Teilnehmer solcher Straßenwettkämpfe gefordert. "Das sind keine Bagatellen, das muss härter geahndet werden", sagte Maas der "Rheinischen Post".

"Angesichts der Entwicklung auf unseren Straßen halte ich es für vernünftig, dass wir rasch gesetzlich reagieren", betonte er. Zuvor hatten NRW-Justizminister Thomas Kutschaty und seine Kollegin aus Hessen, Eva Kühne-Hörmann, schärfere Strafen gefordert.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 19.06.2017 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Juni 2017, 13:55 Uhr

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2 Kommentare

19.06.2017 21:49 Riga 2

aber MDR das ist nur ein regionaler Fall warum berichten sie hier?

19.06.2017 16:24 REXt 1

Ja, wer ist denn hier im Land Justizminister Hr. Mass?
Dann mal ein bisschen zu Pötte kommen, noch vor der Wahl, denn danach, ob sie noch was zu sagen haben?