Virus
Die Grippewelle hat Frankreich erreicht und droht nun Deutschland. Bildrechte: Colourbox.com

Influenza Schwere Grippewelle in Frankreich und Österreich

Die Virusgrippe kommt dieses Jahr ungewöhnlich früh. In Frankreich melden Kliniken Bettenengpässe, Tausende Menschen sind erkrankt, mehr als 50 starben bereits. Mediziner gehen davon aus, dass der Höhepunkt der Grippewelle noch nicht erreicht ist. Auch in Österreich registrieren die Behörden immer mehr Fälle. Besonders betroffen ist Wien. Pro Woche erkranken in der Hauptstadt fast 20.000 Menschen. Und auch hierzulande häufen sich die Erkrankungen.

Virus
Die Grippewelle hat Frankreich erreicht und droht nun Deutschland. Bildrechte: Colourbox.com

Eine schwere Grippewelle bringt zahlreiche Krankenhäuser in Frankreich an die Belastungsgrenze. Gesundheitsministerin Marisol Touraine forderte die Kliniken auf, nicht unbedingt notwendige Operationen zu verschieben, um Betten für Grippepatienten bereitzuhalten. Der Höhepunkt der Erkrankungen sei noch nicht überschritten.

Die Virusgrippe, die in diesem Winter sehr früh begann, hat in Frankreich bereits mehr als 750.000 Menschen mit Grippesymptomen in die Arztpraxen geführt. Seit 1. November mussten mehr als 600 Patienten mit schweren Verläufen auf Intensivstationen behandelt werden, 52 von ihnen starben.

13 Tote in zwei Wochen in Seniorenheim

Ministerin Touraine zufolge handelt es sich in diesem Jahr um Influenza-Viren des Subtyps A (H3N2), der besonders für alte Menschen gefährlich ist. Für Aufsehen sorgte der Fall eines französischen Seniorenheims in Lyon. Dort starben innerhalb von zwei Wochen 13 Bewohner an der Grippe. Derzeit wird diskutiert, ob Impfungen für das Pflegepersonal zur Pflicht werden. Schätzungen zufolge sind nur rund ein Drittel der Ärzte, Pfleger und Betreuer geimpft.

Neben Frankreich stöhnt auch Österreich unter immer mehr Grippefällen. Die Gesundheitsbehörden meldeten alleine aus der Hauptstadt Wien fast 20.000 neue Influenzafälle pro Woche. Außerdem starteten die Influenzawellen zuletzt rund fünf Wochen später als in dieser Saison.

Steigende Erkankungszahlen auch in Deutschland

In Deutschland ist die Grippewelle noch nicht angekommen, allerdings melden Netzwerke zusammengeschlossener Mediziner steigende Zahlen. Auffällig sei, dass die aktuelle Grippesaison früher begonnen habe als in den vergangenen Jahren, heißt es auch dort. Das könne auf eine bevorstehende Grippewelle hinweisen. Seit Ende des Jahren sind bereits mehr Menschen an der Virusgrippe erkrankt als in den Jahren zuvor.

Experten raten nach wie vor zur Grippeschutzimpfung. Der Leiter der Abteilung Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, Gérard Krause, sagte, der aktuell vorherrschende Grippevirus-Stamm H3N2 sei auch im aktuellen Impfstoff vertreten. Daher sei eine Impfung noch immer sinnvoll. Die Stammzusammensetzung der Influenza-Impfstoffe muss jedes Jahr an die aktuelle epidemiologische Situation angepasst werden, da sich die Eigenschaften der zirkulierenden Influenzaviren verändern.

Eine Erkältung ist keine Virusgrippe

Noch immer werden auch einfache grippale Infekte oft mit "Grippe" bezeichnet. Allerdings ist die Virusgruppe mit einer Erkältung (dem grippalen Infekt) nicht zu vergleichen. Wer an einer Virusgrippe erkrankt ist, weiß sofort, dass es sich um eine schwere Erkrankung handelt. Die Sypmtome treten - charakteristisch für die Virusgrippe - plötzlich und sehr heftig auf. Mit dem raschen Krankheitsbeginn einher gehen schweres Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, starke Gelenk- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost und hohes Fieber bis 40 Grad Celsius. Zudem halten Erschöpfung und Schwäche mehrere Wochen an, auch nach dem Verschwinden der Symptome.

Woher kommt der Name Influenza? Der Begriff "Influenza" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "Einfluss". Hintergrund ist die bis ins Mittelalter vorherrschende Vorstellung, Krankheiten seien durch bestimmte Planetenstellungen beeinflusst. Seit dem 15. Jahrhundert wird der Name nur noch im Zusammenhang mit der "echten Grippe", der Virusgrippe, verwendet.

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im: Radio | 11.01.2017 | 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2017, 21:22 Uhr