Polizisten inspizieren das geborgene U-Boot Nautilus.
Polizisten inspizieren das geborgene U-Boot Nautilus. Bildrechte: dpa

Tote schwedische Journalistin Kopf von Kim Wall gefunden

Die Kopenhagener Polizei hat den Kopf und die Beine der schwedischen Journalistin Kim Wall gefunden. Die Reporterin war nach einem Interview mit einem dänischen Tüftler auf dessen U-Boot verschwunden. Der Mann sitzt in Haft.

Polizisten inspizieren das geborgene U-Boot Nautilus.
Polizisten inspizieren das geborgene U-Boot Nautilus. Bildrechte: dpa

Rund zwei Monate nach der mutmaßlichen Tötung der schwedischen Journalistin Kim Wall ist ihr abgetrennter Kopf gefunden worden. Wie die dänische Polizei am Samstag mitteilte, wurden zudem die Beine der Schwedin in der Køge-Bucht südlich von Kopenhagen entdeckt. Die Suche nach den Armen der Frau gehe weiter.

Der Kopenhagener Polizeisprecher Jens Möller Jensen sagte, die Polizei habe einen Beutel mit den vermissten Kleidungsstücken der Journalistin gefunden und einen weiteren Beutel mit den Leichenteilen. die Tüten seien mit Metallgegenständen beschwert gewesen, um sinken zu können.

Ermittler versuchten nun herauszufinden, ob Enthauptung die Todesursache der Journalistin gewesen sein könne. "Es gab keine Spuren für Brüche im Schädel", sagte der Sprecher. Walls Torso war bereits im August im Meer vor Kopenhagen gefunden worden.

Mutmaßlicher Täter besaß laut Ermittler Folter-Videos

Die 30 Jahre alte Journalistin war von dem dänischen Erfinder Peter Madsen zu einer Fahrt auf dessen U-Boot "Nautilus" eingeladen worden. Sie war zuletzt am 10. August gesehen worden, als sie an Bord des Schiffes ging. Sie wollte eine Reportage über den Erfinder schreiben.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem U-Boot-Bauer vor, die Journalistin ermordet, ihre Leiche zerstückelt und diese anschließend versenkt zu haben. Diese Woche wurde bekannt, dass Madsen – in Dänemark ein bekannter Mann – laut Ermittlern Videos von Folter und Hinrichtungen auf einer Festplatte gespeichert hatte.

Mit großer Wahrscheinlichkeit seien diese Filme, in denen Frauen gehängt und verbrannt würden, echt, zitierte die Nachrichtenagentur Ritzau am Dienstag die Staatsanwaltschaft während einer Anhörung zur Untersuchungshaft des Erfinders.

Tüflter bestreitet Mord und spricht von Unfall

Kim Wall
Die Journalistin Kim Wall war zuletzt am 10. August gesehen worden. Bildrechte: Tom Wall/AP/dpa

Madsen selbst bestreitet die Vorwürfe und sagt, dass viele Menschen Zugang zu seinem Rechner hatten. Vor Gericht sprach er mit Blick auf die Todesumstände von Wall von einem Unfall. Der Schwedin sei die 70 Kilogramm schwere Ladeluke des U-Boots auf den Kopf gefallen. Sie sei sofort tot gewesen. Er habe die Leiche in Panik über Bord geworfen, sie aber nicht verstümmelt.

Ermittler: Oberkörper mit Metallteil beschwert

Nach Angaben der Ermittler war der Oberkörper Walls mit einem Metallteil beschwert. Sie vermuten, dass damit erreicht werden sollte, dass der Torso unter Wasser bleibt.

Die Ermittler fanden an dem Oberkörper zudem Einstiche und andere Verletzungen. Sie ließen an den Versuch denken, Luft und andere Gase aus dem Körper entweichen zu lassen, damit er nicht an die Wasseroberfläche treibe, hieß es.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 07.01.2017 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Oktober 2017, 16:49 Uhr