Filmpreis Eine "Paula" für Manfred Krug

TV-Star Manfred Krug hat am Sonntag am Rande der Berlinale den Filmpreis "Paula" erhalten. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller würdigte den 79-jährigen Schauspieler als herausragenden deutsch-deutschen Künstler. Krug sei in allen Systemen über die Epochen hinweg ein Mensch und Bürger mit Ecken und Kanten, mit Meinung und Haltung geblieben.

Ein Tausendsassa in der Kultur

Krug feierte seinen ersten großen Erfolg Anfang der 1960er-Jahre in der DDR mit dem autobiografischen Film "Auf der Sonnenseite". Er brillierte in zahlreichen DEFA-Produktionen, vielen bekannt als der raubeinige Brigadier in Frank Beyers "Spur der Steine", den Krug einmal als seinen wichtigsten DDR-Film bezeichnete. 1966 wurde der Streifen verboten. Es blieb nicht der einzige Krug-Film, der vorübergehend von der Leinwand genommen wurde.

Als ihm die DDR nach der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann zu eng wurde, wanderte Krug 1977 in den Westen aus, machte sich dort als "Liebling Kreuzberg" und als Tatort-Kommissar Paul Stoever einen Namen. Der Schauspieler trat jedoch nicht nur vor die Kamera: Krug schrieb auch Bücher und Gedichte und trat als Jazz-Sänger auf. In den vergangenen Jahren hatte er sich – auch aus gesundheitlichen Gründen – von der Bühne längere Zeit zurückgezogen. Derzeit tourt er aber wieder durch Deutschland.

"Paula"-Filmpreis gibt es seit 2010

Der "Paula"-Preis wird vom Progress Film-Verleih verliehen, Stifter ist die Industrie- und Handelskammer Berlin. Mit der bronzenen Frauenfiguren werden seit 2010 Filmschaffende aus der einstigen DDR geehrt. Im vergangenen Jahr hatte Schauspieler Rolf Hoppe die Auszeichnung erhalten.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Schauspieler Manfred Krug mit Filmpreis "Paula"
Schauspieler Manfred Krug bekommt den Filmpreis "Paula". Links von ihm Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller. Bildrechte: dpa

Zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2016, 20:58 Uhr

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4 Kommentare

15.02.2016 13:07 Richard Rumbold 4

Ich bin auch MK-Fan. Aber in dieser Sache gibt es wohl nicht nur eine Antwort. Bemerkenswert fand ich bis jetzt, dass MK auch jetzt noch sich um ein ausgewogenes Urteil über die DDR bemüht. Mir jedenfalls sind von ihm keine Hasstiraden bekannt.

15.02.2016 12:13 MK-Fan 3

@ 2. Zu ´Manfred Krug´ könnte man hier wieder einen ganzen TV-Abend bringen. Warum? Wie den die Stasi bespitzelt und ´überwacht´ hat und mit welchen Methoden. Kleiner "Auszug" gefällig? Buch: "Abgehauen". Aber da werden wohl die heute immer noch aktiven ´ewig Gestrigen´ ihr Veto einlegen und uns versuchen, weiter zu berieseln mit „Es war nicht alles schlecht“…

14.02.2016 20:35 DonaldX 2

Die Verleihung der Paula an Manfred Krug ist ein Fall von politisch gewollter Preisvergabe. Nur weil man ein Frauentyp ist, ist man noch lange kein guter Schauspieler. Zum Freund will man ihn nicht unbedingt haben, er hat zu viele davon enttäuscht. Die krasseste Entäuschung dürfte wohl der Komponist Günther Fischer erlebt haben. Den hat Krug 1993 ohne den Hauch eines Beweises der Stasi-Tätigkeit beschuldigt. Der Preis dürfte wohl eher der Tatsache geschuldet sein, dass Krug sich im Westen als DDR-Oppositioneller angedient hat. Der er nicht ist.

14.02.2016 18:47 Harzfreund 1

Einer der ganz Großen, herzichen Glückwunsch, Manfred.