Rettungskräfte auf einem eingestürzten Dach in Mexiko Stadt.
Rettungskräfte auf einem eingestürzten Dach der Enrique Rebsamen Schule in Mexiko. Dort starben mindestens 27 Kinder. Bildrechte: IMAGO

Mexiko Mindestens 250 Tote nach Erdbeben

Nach dem schweren Erdbeben vom Dienstag wird in Mexiko noch immer fieberhaft unter den Trümmern nach Überlebenden gesucht. Dabei läuft den Rettern die Zeit davon. Die Zahl der Toten liegt inzwischen bei mindestens 250.

Rettungskräfte auf einem eingestürzten Dach in Mexiko Stadt.
Rettungskräfte auf einem eingestürzten Dach der Enrique Rebsamen Schule in Mexiko. Dort starben mindestens 27 Kinder. Bildrechte: IMAGO

Bei dem schweren Erdbeben in Mexiko vom Dienstag sind mindestens 250 Menschen getötet worden. Wie der Bürgermeister von Mexiko-Stadt, Miguel Ángel Mancera, im Fernsehen sagte, starben allein in der Hauptstadt mindestens 115 Menschen. Bei dem Beben der Stärke 7,1 waren in der Millionenmetropole knapp 50 teils sehr hohe Gebäude eingestürzt.

Derzeit laufen die Rettungsarbeiten: Rettungskräfte und Freiwillige graben nach Überlebenden. Mexikanische Medien berichten von Familien, die Whatsapp-Nachrichten von verzweifelten Angehörigen erhalten, die unter Trümmern gefangen waren. Ausgerüstet mit Atemmasken, Fahrradhelmen, Spitzhacken und Schaufeln halfen Hunderte Freiwillige in Mexiko-Stadt bei den Rettungsarbeiten mit. Experten gehen davon aus, dass Opfer bis zu drei Tage unter Trümmern überleben können.

Erdbeben in Mexiko Suche nach Überlebenden

Ein Mann läuft nach einem Erdbeben durch die Trümmer vor einem Gebäude in Mexiko-Stadt
Nach dem Beben in Mexiko: Ein Mann läuft durch die Trümmer vor einem Gebäude in Mexiko-Stadt. Das Epizentrum des Bebens der Stärke 7,1 lag bei Axochiapan im Bundesstaat Morelos, nur 160 Kilometer südöstlich von der mexikanischen Hauptstadt. Bildrechte: dpa
Eine Frau telefoniert in Mexiko-Stadt, nachdem die Mitarbeiter eines Bürogebäudes während des Erdbebens evakuiert worden sind
Eine Frau vor einem evakuierten Bürogebäude. Das Haus war während des Bebens geräumt worden. Bildrechte: dpa
Helfer koordinieren die Rettungsarbeiten nach einem schweren Erdbeben in Mexiko.
Helfer koordinieren die Rettungsarbeiten. Inzwischen hat die Zahl der Todesopfer die 200 weit überschritten. Bildrechte: dpa
Rettungskräfte auf einem eingestürzten Dach in Mexiko Stadt.
Rettungskräfte auf einem eingestürzten Dach der Enrique Rebsamen Schule in Mexiko. Dort starben mindestens 27 Kinder. Bildrechte: IMAGO
Ein Mann läuft nach einem Erdbeben durch die Trümmer vor einem Gebäude in Mexiko-Stadt
Nach dem Beben in Mexiko: Ein Mann läuft durch die Trümmer vor einem Gebäude in Mexiko-Stadt. Das Epizentrum des Bebens der Stärke 7,1 lag bei Axochiapan im Bundesstaat Morelos, nur 160 Kilometer südöstlich von der mexikanischen Hauptstadt. Bildrechte: dpa
Patienten liegen nach der Evakuierung eines Krankenhauses in Folge des Erdbebens in Mexiko-Stadt (Mexiko) auf der Straߟe.
Nicht nur Büros müssen geräumt werden, auch Krankenhäuser. Danach liegen die Patienten buchstäblich auf der Straße. Bildrechte: dpa
Ein Mann steht im Türrahmen eines eingestürzten Hauses in Mexiko-Stadt (Mexiko).
Viele Menschen suchen nach Verschütteten oder sind einfach fassungslos. Ein Mann an der Tür eines eingestürzten Hauses in Mexiko-Stadt. Bildrechte: dpa
Mit erhobenen Armen, dem Signal zum Schweigen, um zu hören, ob es ܜberlebende unter den Trümmern gibt, stehen in Mexiko-Stadt Rettungskräfte und Freiwillige vor einem eingestürzten Gebäude.
Unter den Trümmern werden noch viele Menschen vermutet. Hier strecken Helfer die Arme in die Höhe und signalisieren damit: Jetzt bitte Schweigen. Sie lauschen nach Signalen Verschütteter. Bildrechte: dpa
Menschen halten sich nach einem schweren Erdbeben in Mexiko-Stadt an den Händen.
Menschen halten sich nach dem Beben an den Händen. Es hatte sich am Jahrestag des schweren Erdbebens von 1985 ereignet. Bildrechte: dpa
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Stromausfälle und Verkehrsbehinderungen

Wie Staatspräsident Enrique Peña Nieto in einer Ansprache mitteilte, sind 40 Prozent der Hauptstadt und 60 Prozent des Bundesstaates Morelos ohne Elektrizität. Er bat die Menschen, in ihren Häusern zu bleiben sofern diese sicher seien, "um die Straßen für Krankenwagen frei zu halten und die Arbeit der Rettungshelfer zu erleichtern".

Es kam zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen, Ampeln fielen aus, mindestens eine Straßenbrücke stürzte ein. Außerdem warnen die Behörden vor geborstenen Gasleitungen. Auch das Azteken-Station wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Das Zentrum des Bebens lag rund 130 Kilometer Luftlinie südöstlich von Mexiko-Stadt bei Axochiapan. In Atzala im Bundesstaat Puebla stürzten während einer Taufe das Dach und die Kuppel einer Kirche ein, mindestens elf Menschen wurden hier getötet. Mindestens 700 Menschen wurden durch das Erdbeben verletzt, 400 davon schwer.

Menschen in brennenden Häusern eingeschlossen

Mexiko-Stadt löste unmittelbar nach dem Beben Katastrophenalarm für den gesamten Großraum aus. In der 20-Millionen-Metropole waren die Menschen in Panik auf die Straße gelaufen. Zivilschutzbehörden zufolge waren Menschen in brennenden Häusern eingeschlossen. Der Internationale Flughafen in Mexiko-Stadt strich vorerst alle Flüge, inzwischen ist der Airport aber wieder offen..

Mobilfunk derzeit gratis möglich

Ein Mann steht im Türrahmen eines eingestürzten Hauses in Mexiko-Stadt (Mexiko).
Ein Mann steht im Türrahmen eines eingestürzten Hauses in Mexiko-Stadt Bildrechte: dpa

Mobilfunkanbieter in den betroffenen Regionen öffneten ihre Mobilfunknetze, sodass derzeit gratis telefoniert werden kann, berichtet die Zeitung "Diario de Mexiko". Auch Busse und Metro können demnach kostenlos benutzt werden.

Die Regierung schaltete eine Seite frei, auf der Schäden gemeldet werden. Alle wurden aufgefordert, Schäden zu melden. So sollen Risiken besser bewertet und die Hilfseinsätze besser koordiniert werden können. Des Weiteren wurde unter anderem eine Liste derer veröffentlicht, die in Krankenhäuser gebracht wurden.

Internetplattformen schalten Personensuchen frei

Google hat eine Personensuchfunktion aktiviert, die zum frühen Morgen bereits 18.400 Einträge hatte. Facebook schaltete seine Safety-Check-Funktion für die Region frei. Über die Funktion können die Menschen in der Region ihren Freunden und Angehörigen signalisieren, ob sie von dem Beben betroffen sind und sich in Sicherheit befinden.

Auswärtiges Amt rät von Reisen ab

Das Auswärtige Amt riet von nicht zwingend notwendigen Reisen in die Region ab. Reisende, die bereits in der Region sind, wurden aufgefordert, sich an die Anweisungen der lokalen Behörden zu halten. Hinweise auf unmittelbar betroffene deutsche Staatsangehörige gibt es dem Amt zufolge bisher nicht.

Trump bietet Hilfe an, Merkel spricht Beileid auf

US-Präsident Donald Trump bot Mexiko Hilfe an. Er twitterte, "wir sind bei Euch und werden für Euch da sein". Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach den Angehörigen der Opfern ihr Beileid aus. Regierungssprecher Steffen Seibert twitterte, es gelte allen jenen, die durch das Beben einen geliebten Menschen verloren hätten. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel erklärte, Deutschland bange mit den Mexikanern "um die Vermissten und Verschütteten".

Beben zum Jahrestag einer Katastrophe

Das Beben ereignete sich auf den Tag genau 32 Jahre nach der Erdbebenkatastrophe von 1985, bei dem in der Hauptstadt des Landes mehr als 10.000 Menschen getötet worden waren. Inzwischen wurde die Region von mehreren Nachbeben erschüttert, das bislang schwerste davon hatte die Stärke 4,9.

Vor weniger als zwei Wochen hatte bereits ein starkes Beben den Süden Mexikos erschüttert, dabei starben mindestens 90 Menschen. Dieses Beben hatte die Stärke 8,2. Es war das heftigste in Mexiko seit 100 Jahren.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 19.09.2017 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. September 2017, 22:20 Uhr