US-Militärfahrzeuge fahren nahe Brück (Brandenburg) auf der Straße eines Truppenübungsplatzes.
Der US-Militärkonvoi auf dem Truppenübungsplatz Lehnin in Brandenburg. Bildrechte: dpa

Truppenverlegung nach Osteuropa US-Militär rollt durch Mitteldeutschland

Seit Russlands Annexion der Krim sind viele Osteuropäer in Sorge, die Situation instabil. Die USA verlegen deshalb nun militärisches Gerät und Truppen an die Nato-Ostgrenze. Per Schiff kamen Anfang Januar Panzer und Container in Bremerhaven an. Von dort rollte nun ein Teil der Militärkonvois auch durch Mitteldeutschland.

von Manuela Lonitz, MDR AKTUELL

US-Militärfahrzeuge fahren nahe Brück (Brandenburg) auf der Straße eines Truppenübungsplatzes.
Der US-Militärkonvoi auf dem Truppenübungsplatz Lehnin in Brandenburg. Bildrechte: dpa

Panzer, Gefechtsfahrzeuge, Lkws und Container für die Operation "Atlantic Resolve" müssen von Bremerhaven nach Polen gebracht werden. Der größte Teil der Ausrüstung wurde per Bahn geschickt. Der Rest rollte auch durch Mitteldeutschland.

Keine Panzer, nur Lkw

Sachsen-Anhalt sei dabei allerdings nur Transitland gewesen, erklärte Oberstleutnant Thomas Poloczek vom Landeskommando der Bundeswehr Sachsen-Anhalt. Vom Truppenübungsplatz Bergen-Hohne in Niedersachsen fuhren die Marschkolonnen über die A2 in Sachsen-Anhalt zunächst nach Brandenburg.

Panzer aber seien dort nicht gerollt, sagte der Oberstleutnant. "Es ist eine riesige Lkw-Kolonne. Und diese Lkw haben unterschiedliche Größen. Das kann mal nur ein Zweiachser sein, auch mal ein Fünfachser oder Sattelauflieger. Das wird unterwegs sein in Kolonnen von 18 bis maximal 20 Fahrzeugen."

Proteste und Kritik an Truppenverlegung

Beim Zwischenstopp auf dem Truppenübungsplatz in Lehnin in Brandenburg kam es am Dienstag allerdings zu Protesten. Rund 150 Demonstranten protestierten gegen die Verlegung der US-Einheiten nach Osteuropa. Kritik kam auch aus der Landesregierung bis hinauf zum brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke von der SPD. Er rief zu politischer Besonnenheit und mehr Dialog mit Russland auf.

Auch in Sachsen-Anhalt kritisierte der europapolitische Sprecher den Linken, Wulf Gallert, die Transporte: "Wir befürchten, dass diese zusätzliche Truppenpräsenz an der Ostgrenze Russlands, Weißrussland, der Ukraine, alles andere als Sicherheit bringt, sondern eher dazu angetan ist, die Situation dort weiter zuzuspitzen."

Der Europapolitische Sprecher der SPD in Sachsen Harald Baumann-Haske zeigte dagegen Verständnis für die Proteste, da er Truppenbewegungen immer beunruhigend fände. "Auf der anderen Seite verstehe ich aber auch, dass insbesondere die baltischen Staaten im Anschluss an das, was da in der Ukraine geschehen ist, große Sorgen haben und von der Nato erwarten, dass sie geschützt werden."

Kurzer Zwischenstopp in Sachsen

Am Mittwochnachmitag kam die US-Einheit in Sachsen an – auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz. Hier, wie auch bei den anderen Zwischenstopps, würden sie von der Bundeswehr unterstützt, erklärte Lieutenant Connor Santana von den US-Streitkräften: "Wir sind hier, um zu tanken, hier zu schlafen und danach nach Osteuropa zu fahren. Und ich werde für neun Monate mit meinen Soldaten in Europa sein."

Im September werden die jetzt verlegten Truppen der Operation "Atlantic Resolve" dann wieder ausgewechselt.

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im: Radio | 11.01.2017 | 17:24 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2017, 18:04 Uhr

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11 Kommentare

13.01.2017 15:55 Rolf 11

Putins Russland hat aufgerüstet: Alte Garnisonen werden neu aufgebaut, in Kaliningrad, Pskow und St. Petersburg sind etliche Divisionen (jeweils 10.000 Mann) stationiert, dazu wurden Iskandar Raketen, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden können, in Kaliningrad scharf gemacht. Und die Kreml-Propagandamaschine läuft bestens: Bei 4000 US-Soldaten heisst es: Kriegstreiber. Bei 100.000 RU-Soldaten schweigen die Pazifisten.

12.01.2017 14:27 Waldmeister251 10

Ich denke mal, wenn das so weiter geht, dann kommt es zum dritten Weltkrieg. Lasst den Russen in Ruhe, der ist keine Bedrohung für uns. Unserer Bevölkerung, wurde damals versprochen, das von deutschem Boden nie wieder ein Krieg aus geht... Haltet euch daran und seid erlich zu eurem Volk... Hört auf euer Volk zu belügen. Jeder weiß was hier ab geht.

12.01.2017 09:38 h2o 9

Die Russen sind auch aus der ehemaligen DDR abgezogen. Vielleicht sind in Osteuropa Rohstoffe die Amerika benötigt.

12.01.2017 05:19 Lisa 8

die Ausgaben für Atomare Sprengköpfe war nie höher wie unter der Obama Regierung.

Und für die nächsten 30 Jahre sind dafür
1 Billion Dollar veranschlagt.

Ich bin froh das Herr Obama endlich weg ist.

11.01.2017 23:01 Norbert 7

Das wird Putin ja bis ins Mark erschüttern...
Diese Stationierung kostet Ihn noch nicht mal eine Sekunde Schlaf. Solch ein blödsinnige Provokation ist völlig unnötig, davon abgesehen sollte man nicht vergessen wer in der Ukraine das sagen hat. Da sind die wahren Faschisten am Werk aber auf dem Ohr ist die EU wie auch die G7 incl.der NATO taub.
Vor allem stehen dort andere Kaliber bereit als im Nahen Osten....

11.01.2017 20:36 h2o 6

Wie 1945!

11.01.2017 18:33 Lisa 5

und noch was gutes kommt ab dem 20. Januar wieder ans laufen, nämlich die Friedensbewegung in der USA.

In den USA ist mir das klar, das es etwas eingeschlafen ist, aber wo sind die Friedensbewegungen in Europa?
sehr seltsam.

11.01.2017 18:24 Kritischer Bürger 4

Diese Truppenverschiebung an die Ostgrenze ist das Dümmste was man machen kann. Entweder man will bewusst provozieren oder man will wissentlich Gründe liefern das die russische Regierung ihrerseits aufrüstet, denn dann hat man seinerseits als Nato einen Grund hier Stationierungen oder Manöver vorzunehmen nur vergessen tut man all zu gern das man selbst angefangen und provoziert hat. Wo sollen denn die Gefahren herkommen? Russland hat seinerseits genügend Probleme und die Ost-Ukraine wie die Auseinandersetzungen dort sind LOKAL wegen der Reichen und dem Rohstoffreichtum dort. Das mit der KRIM sehe ich nur als Vorwand denn diese Halbinsel ist zwar das Tor nach Süden aber das Ergebnis der damaligen Entscheidungen der Bürger keine Grundlage irgendetwas zu unterstellen denn das diese Entscheidung so ausging wie sie ausgegangen ist war auf Grund der dortigen Bevölkerungszusammensetzung von vorn herein abzusehen!

11.01.2017 18:11 Lisa 3

eigentlich ist das doch völliger Wahnsinn. Die Kriege der USA sind auf Lügen aufgebaut (Massenvernichtungswaffen usw.) und nun schaut die Welt zu wie die USA ihre Kriegsmaschinerie an die Russische Grenze verlegt.

es wurde, auch schon hier, oft genug davor gewarnt, beschwert euch später nicht ...

11.01.2017 17:56 Reiner Arndt 2

Als Kind "durfte" ich mit meinen damaligen Klassenkameraden 1968 vom Straßenrand aus sowjetische Panzer bejubeln, die gerade aus Prag kamen. Sie hätten dort die CSSR "befriedet" und seien einem drohenden Einbruch der NATO zuvorgekommen, lehrte man uns. Heute ist es natürlich genau umgekehrt: NATO-Truppen rollen durch unsere Heimat, um Osteuropa vor den Russen zu "retten"! Muss ich jetzt etwa wieder jubeln?