Die Unfallstelle nach einem Zugunglück bei Meerbusch (Nordrhein-Westfalen), fotografiert mit einer Drohne.
Die Unfallstelle nach dem Zugunglück bei Meerbusch aus der Vogelperspektive, aufgenommen mit einer Drohne. Bildrechte: dpa

Meerbusch Ermittler prüfen nach Zugunglück menschliches Versagen

Nach einem Zugunglück mit neun Schwerverletzten sind die Ermittler bei der Ursachensuche einen Schritt weiter: Inzwischen ist bekannt, dass der Lokführer den Auftrag hatte zu fahren, obwohl ein Zug auf der Strecke stand. Ob der Fahrauftrag durch menschliches Versagen zustande kam oder aus anderen Gründen, ist noch unklar.

Die Unfallstelle nach einem Zugunglück bei Meerbusch (Nordrhein-Westfalen), fotografiert mit einer Drohne.
Die Unfallstelle nach dem Zugunglück bei Meerbusch aus der Vogelperspektive, aufgenommen mit einer Drohne. Bildrechte: dpa

Am Zugunglück von Meerbusch trifft die beteiligten Lokführer offensichtlich keine Schuld. Wie die Bundesstelle für Eisenbahn-Unfalluntersuchungen am Donnerstag in Bonn mitteilte, hatte der Lokführer des beteiligten Regionalexpresszugs einen Fahrauftrag erhalten, obwohl die Strecke noch nicht frei war. "Damit durfte er weiterfahren", sagte ein Sprecher der Behörde. Ein Fahrauftrag hebe ein Haltesignal auf.

Auch technische Ursache nicht ausgeschlossen

Dennoch ist weiter offen, ob das Unglück auf menschliches Versagen zurückgeht. "Auch technische Ursachen sind noch möglich", sagte der Sprecher und bat gleichzeitig um Geduld. Derzeit werde das Ereignis im Ist-Ablauf rekonstruiert. Das könne lange dauern.

Am Dienstagabend war bei Meerbusch in Nordrhein-Westfalen ein Regionalexpress auf einen Güterzug gefahren, der nach aktuellem Erkenntnisstand gerade am Anfahren war. Weil der Güterzug zuvor das Signal zur Einfahrt in den Bahnhof Meerbusch-Osterath erhalten hatte, wurde der Aufprall aktuellen Erkenntnissen zufolge gemildert.

Bei dem Unglück wurden 50 Menschen verletzt, neun von ihnen schwer. Wegen der Gefahr einer herabhängenden 15.000-Volt-Hochspannungsleitung dauerte die Bergung der mehr als 170 Passagiere, darunter auch der Verletzten, bis in die Nachtstunden.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 07.12.2017 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Dezember 2017, 14:53 Uhr