Polizisten stehen auf der Landstraße zwischen Castanheira de Pera und Figueiro dos Vinhos (Portugal) neben ausgebrannten Autos.
Viele Opfer verbrannten auf der Flucht vor den Flammen in ihren Fahrzeugen. Bildrechte: dpa

Waldbrand in Portugal Menschen sterben auf Flucht vor Feuer

Bei einem Waldbrand in Portugal sind über 60 Menschen ums Leben gekommen. Die Behörden korrigieren die Zahl der Opfer immer wieder. Das Feuer hatte sich enorm schnell ausgebreitet. Viele Anwohner starben bei ihrer Flucht mit dem Auto. Die EU, Deutschland, Frankreich und Spanien boten Hilfe an. Die portugiesische Regierung rief eine dreitätige Staatstrauer ab Montag aus.

Polizisten stehen auf der Landstraße zwischen Castanheira de Pera und Figueiro dos Vinhos (Portugal) neben ausgebrannten Autos.
Viele Opfer verbrannten auf der Flucht vor den Flammen in ihren Fahrzeugen. Bildrechte: dpa

Bei einem verheerenden Waldbrand sind in Portugal nach Behördenangaben mindestens 61 Menschen ums Leben gekommen. 59 weitere Menschen wurden verletzt, fünf von ihnen schwebten in Lebensgefahr. Von dem Brand in der zentralen Bergregion in Pedrogao Grande sind mehr als 20 Ortschaften betroffen, einige haben man wegen der Flammen noch nicht erreichen können.

Nach Angaben des portugiesischen Innenministeriums starben viele der Opfer auf der Flucht vor dem Waldbrand in ihren Autos, als das Feuer ihnen den Weg abschnitt. Unter den Verletzten sind Dorfbewohner und auch Feuerwehrleute.

Feuer teils unter Kontrolle

Zwei der insgesamt vier Feuerfronten sind laut Innenministerium inzwischen unter Kontrolle. Wie groß die betroffene Fläche ist, ist derzeit noch unklar. Der Brand war am Samstagnachmittag, 14 Uhr Ortszeit, ausgebrochen und hatte sich mit rasender Geschwindigkeit ausgebreitet. Rund 700 Feuerwehrleute mit knapp 200 Fahrzeugen waren die Nacht über im Einsatz, um die Flammen zu löschen. Der Einsatz von Löschflugzeugen waren wegen der starken Rauchentwicklung teils völlig unmöglich gewesen.

Karte Portugals mit der Ortschaft Pedrógão Grande.
Pedrógão Grande liegt etwa 200 km von Lissabon entfernt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ministerpräsident Antonio Costa sprach von einer "furchtbaren Tragödie". Es sei das schwerste derartige Unglück seit Jahren. Vorrang habe, Menschen zu retten und das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Danach müsse untersucht werden, wie sich die Flammen derart rasch ausbreiten konnten. Die portugiesische Regierung rief ab Montag eine dreitägige Staatstrauer aus.

Polizei sieht Gewitter als Ursache

Ein Mann beobachtet in Avelar (Portugal) auf dem Balkon eines Hauses einen Waldbrand auf einem Hügel nahe der Stadt.
Ein Mann beobachtet den Waldbrand auf einem Hügel der Stadt. Bildrechte: dpa

Die Polizei hält einen Blitzschlag für die mögliche Ursache. Am Samstagnachmittag habe sich über dem betroffenen Gebiet um den Kreis Pedrógão Grande ein Gewitter entladen, ohne dass es dabei geregnet hätte, sagte der Direktor der Kriminalpolizei, José Almeida Rodrigues. Alles deute ganz klar auf natürliche Ursachen hin. Starke Winde hätten die Flammen weiter angefacht.

Die EU, Deutschland, Frankreich und Spanien boten Löschfahrzeuge an oder schickten sie bereits auf den Weg. Bereits im vorigen September hatte es in Portugal schwere Waldbrände gegeben. Betroffen waren damals vor allem die Mitte und der Norden des Landes und einige Touristenregionen in der Algarve.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im : Radio | 18.06.2017 | 02:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2017, 20:56 Uhr

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6 Kommentare

19.06.2017 15:59 esSKaa 6

#5: Andreas, Sie haben sich selbst disqualifiziert. Hauptsache krampfhaft die EU diskreditieren. Was ist Ihre Aufgabe, Ihre Mission? Mein Beileid den Angehörigen. Wenn ich lese, dass unter den Opfern auch Kinder waren, kommen mir die Tränen.

19.06.2017 07:35 andreas 5

Das ist Europa! Das ist die Europäische Union!
Man schützt zwar jede Provinz mit Flugzeugen, Radarsystemen, verlegt Panzer und Zeugs kreuz und quer bis an die Russische Grenze... ist aber nicht in der Lage, ein ordentliches Zivilschutz- und(!) Alarmierungssystem auf die Beine zu stellen, um binnen Minuten an jedem Ort in Europa Menschenleben zu retten.

19.06.2017 02:29 joao 4

Leider ist bei uns so schwer im sommer mit Waldbrand . mit eine hitze uber 40 grad das ist genuck fur ein stuck glass um feuer zu produzieren .

18.06.2017 18:36 Maria 3

Unfassbar ! Die Menschen haben so wenig und verlieren alles und manche noch mehr. Ihr Leben!

18.06.2017 15:32 Elisabeth Braungardt 2

Meine Gedanken sind bei den Menschen, die so viel Schlimmes erleben müssen. Bei den Angehörigen, derer, die auf grausame Weise ihr Leben verlieren mussten.
Den Helfern viel Mut und Kraft für diese schwere Arbeit. Danke für diesen Einsatzt

18.06.2017 13:03 optinator 1

Die Natur ist grausam.
Aber grausamer ist der Mensch der meint sie zu bezwingen.