Ein Eurofighter, Typ Typhoon der Bundeswehr
Ausstellung eines Eurofighters, Typ Typhoon bei einer Berlin Air Show im Juni 2016. Bildrechte: IMAGO

Hintergrund Wann die Abfangjäger der Bundeswehr aufsteigen

Immer wieder passiert es, dass Passagierflieger von Kampfjets begleitet werden. Wann aber steigen die Abfangjäger der Bundeswehr tatsächlich auf und warum?

Ein Eurofighter, Typ Typhoon der Bundeswehr
Ausstellung eines Eurofighters, Typ Typhoon bei einer Berlin Air Show im Juni 2016. Bildrechte: IMAGO

Wenn der Funkkontakt zu einem Flugzeug abbricht, müssen deutsche Behörden das Schlimmste annehmen: Wurde der Flieger entführt? Gibt es eine Bombendrohung an Bord? Handelt es sich um einen Terroranschlag? Meldet sich die Flugzeugbesatzung tatsächlich nicht mehr, steigen Bundeswehrjets auf.

Dafür stehen auf zwei Luftwaffenstützpunkten im Norden und Süden Deutschlands sogenannte Alarmrotten von Eurofightern des Typs Typhoon in ständiger Bereitschaft. Im Durchschnitt kommen sie jährlich bis zu 100 Mal zum Einsatz.

Aufstieg von Flugroute abhängig

Die Piloten der Abfangjäger sollen per Sichtkontakt prüfen, ob es an Bord der betroffenen Maschine eine ungewöhnliche Situation gibt. Im Falle eines Funkausfalls geben sie den Piloten Hilfestellungen, indem sie den Flieger zum nächstgelegenen Flugplatz oder außerhalb des deutschen Luftraums geleiten. Wann die Abfangjäger tatsächlich aufsteigen, hängt davon ab, welche Flugroute die Maschine hat. Es wird schnellstens eingegriffen, wenn das Flugzeug "sensible Punkte" wie ein Atomkraftwerk oder Großstädte überfliegt.

Was passiert im Falle einer Entführung?

Liegt tatsächlich eine Entführung des Flugzeugs vor, muss die Bundesregierung entscheiden, was mit dem betroffenen Flugzeug geschieht. Über den Befehl zum Abschuss einer Passagiermaschine darf laut Urteil des Bundesverfassungsgerichtes von 2013 nur das Bundeskabinett entscheiden.

Die Abfangjäger sind mit Raketen ausgestattet und haben Außentanks mit zusätzlichen Treibstoff, die im Falle eines Kampfeinsatzes abgeworfen würden.

Über dieses Thema berichtet der MDR auch im: Radio | 16.07.2017 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2017, 18:42 Uhr

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2 Kommentare

16.07.2017 22:52 HERBERT WALLASCH, Pirna 2

Alles gewollte Zeichen des Handelns, der Stärke. Jedoch wie steht es dann mal im Ernstfall, wer gibt den Abschußbefehl und wer verantwortet was? Das Bundeskabinett, mehrheitlich oder einstimmig, was im Falle von Entschlußverweigerungen, in welchen Zeitrahmen sind die Leute überhaupt zu erreichen und und und. Gerade auf solche Details kommt es an, doch die sind bewußt unklar formuliert, keiner will der Buh-Mann sein und die Reihe der gesetzlichen Richtlinien beherbergt wieder mehr Halbheiten. Man soll die Illusion bekommen, es ist alles bestens geregelt!

16.07.2017 19:54 jochen 1

v.d. Leyens BW halte ich heute bestenfalls für einen Papiertiger.
Es tut mir leid, aber die Zeiten, in denen Deutschland über eine einsatzbereite und schlagkräftige Verteidigungsarmee verfügte, sind lange vorbei.
Eine gelernte Assistenzärztin befehligt heute alles.
Das kann es nicht sein. Alles aus Merkels Postenschieberei entstanden. Dieser Zustand ist nicht normal.