Ein Ausflugsschiff umschifft am 19.06.2017 in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) den freiliegenden Domfelsen der Elbe.
So niedrig, dass nur noch Ausflugsschiffe fahren können: die Elbe in Magdeburg. Bildrechte: dpa

Globale Hitzewelle Die Welt schwitzt

Deutschland erlebt die erste große Hitzewelle mit Temperaturen weit über 30 Grad Celsius. Auf einigen Autobahnen gibt es Tempolimits, auf der Elbe bekommen Schiffe Probleme. Anderswo ist es noch heißer: Die Spanier schwitzen bei örtlich 40 Grad, in Pakistan herrschen 54 Grad.

Ein Ausflugsschiff umschifft am 19.06.2017 in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) den freiliegenden Domfelsen der Elbe.
So niedrig, dass nur noch Ausflugsschiffe fahren können: die Elbe in Magdeburg. Bildrechte: dpa

Die erste große Hitzewelle dieses Sommers hat Deutschland fest im Griff. Doch nicht nur hier werden Temperaturen bis zu 38 Grad Celsius erwartet. Die Weltwetterorganisation (WMO) warnt vor einer anhaltenden Hitzewelle in weiten Teilen der Welt.

Den Angaben zufolge knackte zum Beispiel Spanien im Juni bereits zahlreiche Temperaturrekorde, darunter in Granada mit 41,5 Grad und in Madrid mit 40,1 Grad. In der pakistanischen Stadt Turbat wurden 54 Grad gemessen.

Wir nähern uns dem weltweiten Temperaturrekord von 1913.

WMO-Meteorologe Omar Baddour in Genf

Der Rekord liegt derzeit bei 56,7 Grad Celsius und wurde im Tal des Todes in der Mojave-Wüste in den USA gemessen.

Tempolimit auf Autobahnen

Aufgebrochene Betonfahrbahn auf der Autobahn 5 bei Heidelberg, 2015
"Blow Ups" wie hier auf der Autobahn 5 nahe Heidelberg können lebensgefährlich sein. Bildrechte: dpa

In Deutschland hat die Hitze erste Folgen. Auf einigen Autobahnen gelten hitzebedingte Tempolimits. So darf auf Teilen der Autobahnen A5 und A6 um das Autobahnkreuz Walldorf nahe Heidelberg nur noch 80 Stundenkilometer schnell gefahren werden.

Grund ist die Gefahr sogenannter "Blow ups". Der Beton von Autobahnen aus den achtziger Jahren ist in den vergangenen Jahren unter der Hitze örtlich aufgeplatzt. Experten zufolge geschieht das innerhalb von Minuten.

Auf der Elbe können wegen des niedrigen Wasserpegels kaum noch Frachtschiffe fahren. Am Pegel Magdeburg-Strombrücke etwa sind dem Schifffartsamt zuletzt nur noch 78 Zentimeter gemessen worden - üblich sind mehr als 1,50 Meter. Frachtschiffe haben den Behörden zufolge teils schon im unbeladenen Zustand Probleme, manche Stellen zu passieren.

Bis Mai zweithöchster Wert gemessen

WMO-Wetterexperte Omar Baddour zufolge gab es bereits seit Mai Hitzewellen in Teilen Europas, in Nordafrika und den USA. Nach Berechnungen der US-Wetterbehörde NOAA erreichten die Temperaturen in den fünf Monaten bis Ende Mai den zweithöchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen, nur 2016 sei es wärmer gewesen. Dafür sei vor allem das Wetterphänomen El Nino verantwortlich gewesen.

70.000 Tote durch Hitzewelle 2003

Baddour forderte Regierungen, Städte und Gemeinden auf, Vorkehrungen zu treffen zum Schutz der Menschen. Er erinnerte daran, dass 2003 durch eine Hitzewelle in Europa rund 70.000 Menschen ums Leben kamen.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 20.06.2017 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Juni 2017, 11:06 Uhr

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21 Kommentare

21.06.2017 16:19 Freiherr vom Stein 21

In den 70zigern gab es schon bessere u. längere anhaltendere Sommer wie jetzt u. da hat noch niemand vom Klimawandel u. sonstigen Schwachsinn gefaselt.
das war nötig , damit die Bauern ihre Heuernte einfahren u. Stroh pressen konnten.
Heute sülzt man über das 1 Grad mehr seit 1800 und........
Es gibt auch noch andere Experten als jene welche man uns am Bildschirm immer vorstellt , die haben dazu eine ganz andere Meinung, nur damit kann man nicht so viel Geld machen.

21.06.2017 12:21 Sr.Raul 20

Ups, 'ne 1 vor der 5 knapp verfehlt.

21.06.2017 12:06 h2o 19

Experten warnen vor ungewöhnlich heißem Jahr
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Davor kann man nicht warnen.

21.06.2017 11:20 Sr.Raul 18

Weil es das untrügliche Ergebnis bereits langjähriger Beobachtungen, Messungen, Untersuchungen ist, @5 (Kanzler). Es ist nun mal erwiesen, dass z.B. großflächige Abholzungen in der "Wetterküche" Amazonas-Regenwald, dass Klima über die Jahre verändert haben. Ich kann mich noch gut an die Veröffentlichung einer Klimastudie für den Raum Halle-Eisleben in der "MZ" erinnern. Ist knapp 10 Jahre her und bereits da, wurde für diesen Raum ein zukünftiges Trockengebiet prognostiziert. Diese Prognose scheint auch so einzutreten, wenn man den sich verschärfenden Trend in diesem Zeitraum beobachtet. Und solche Ausreißer wie 1913 oder 2003, hat es in "normalen" Zeiten immer mal gegeben. Die Abstände wurden jedoch immer kürzer, vor allem was die Niederschlagsmengen und Temperaturentwicklung betrifft.

21.06.2017 11:04 Bernd 17

Es ist ja kein Wunder, dass wir jetzt hier die Klimaerwärmung haben, schließlich haben ja die Nazis während dem Zweiten Weltkrieg die ganzen Regenwälder abgeholzt.

21.06.2017 07:12 Sr.Raul 16

"Es ist seit 7 Jahren...", guten Morgen, @8 (Sabrina). Wünsche wohl geruht zu haben, damit man ausgeruht richtig genießen kann.

21.06.2017 03:04 Kanzler 15

Was hat die derzeitige Hitze mit dem angeblichen Klimawandel zu tun, wenn es 1913 angeblich während dieser Jahreszeit noch wärmer als jetzt gewesen soll?

20.06.2017 22:52 wolfgang meissner 14

Gab's denn den "Klimawandel" etwa auch schon 1913?!!Damals gab's bestimmt mehr Kühe,die mit ihrem Gepupse das Klima versaut haben...
@12: Manchen Leuten kann man einfach nichts erklären.Und das nicht nur,weil die Kommentarfunktion es nicht zulässt. Die geistige Voraussetzung des zu "Erleuchteten" muss gegeben sein.

20.06.2017 22:20 Sabrina 13

@ 20.06.2017 21:25 Nicht zu glauben... 11

Entschuldigen Sie bitte, welche Entwicklung denn ?

Wir haben noch nicht einmal heute ein weltweites standardisiertes Temperaturerfassungssytem, geschweige denn, dass es das vor 100 Jahren gegeben hätte.

Der angebliche Temperaturanstieg ist Fiktion.

20.06.2017 21:27 Dann mal Butter bei die Fische 12

@20.06.2017 21:05 Sabrina (Wenn Sie in Physik ein wenig aufgepasst hätten, dann wüssten Sie, dass der CO2-Klimawandel ein Riesen-Schwindel ist.)

Ach, seien Sie so freundlich und erklären Sie den "Schwindel". Ich bin gespannt - wirklich.