Gemeine Hauswinkelspinne
Vor allem im Herbst zieht es Spinnen in die Wohnungen. Im Bild zu sehen: Eine Hauswinkelspinne. Bildrechte: IMAGO

Keine Panik Wie umgehen mit "Mitbewohner Spinne"?

Der Herbst ist für Viele auch eine gruselige Jahreszeit. Nicht, weil Ende Oktober Halloween ist, sondern weil im Herbst besonders viele Spinnen ins Haus kommen. Die wollen es eben auch warm und trocken haben. Aber was macht man dann mit ihnen? Und beißen die Spinnen womöglich?

von Stephan Zimmermann, MDR AKTUELL

Gemeine Hauswinkelspinne
Vor allem im Herbst zieht es Spinnen in die Wohnungen. Im Bild zu sehen: Eine Hauswinkelspinne. Bildrechte: IMAGO

600 Spinnenarten leben in Sachsen-Anhalt. Aber es sind eigentlich nur zwei Arten, die in die Häuser kommen: Die Zitterspinne, die tatsächlich anfängt zu zittern, wenn man ihr zu nahe kommt, und die Winkelspinne.

Allein ihr Körper kann zwei Zentimeter groß werden. Sie ist schwarz behaart und hat ordentliche Beißwerkzeuge, erklärt Pierre Schnitter vom Landesumweltamt Sachsen-Anhalt: "Man weiß zumindest: Wenn sie wollte, könnte sie durch die Haut durchkommen. Allerdings nur bei Kindern. Bei Erwachsenen ist die Haut in der Regel zu dick. Natürlich weiß man, dass Spinnen eine gewisse Giftigkeit haben, aber nur für ihre Beutetiere. Für uns ist das völlig irrelevant."

Spinnen als Symbol für böse Mütter

Winkelspinne klettert aus einem Waschbecken heraus
Die Winkelspinne kann zartbesaiteten Gemütern einen Schreck einjagen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Harmlos oder nicht – als Hausgäste sind Spinnen jedenfalls nicht beliebt. Aber was macht man nun damit? Die Meinungen bei einer Straßenumfrage gehen weit auseinander. Von "Nichts" bis hin zu "Ich nehme das Kehrblech, lasse den Besen darauf und schmeiße die Spinne dann weg" ist alles dabei. Manche finden Spinnen nicht nur ein bisschen eklig, sondern gleich ganz furchtbar schrecklich. Aber warum eigentlich?

Der Psychoanalytiker Sigmund Freud sagt: Spinnen sind ein Symbol für böse Mütter, für Inzest und das Geschlecht der Frau – und sie erregen deswegen Furcht und Schrecken.

Wer einen handfesteren Grund für Spinnenangst sucht, kann sich ja vorstellen, wie es wäre von einer Spinne gefangen zu werden. Peer Schnitter vom Landesam für Umweltschutz in Sachsen-Anhalt erklärt: Zuerst werde das Opfer mit Gift gelähmt und hänge so dann eine Weile im Netz. "Da werden ja doch einige gefangen. Und es wird immer das genommen, was gerade am nächsten ist. Das wird dann erst eingesponnen, dann eigespeichelt und dann aufgesaugt von der Spinne", erklärt Schnitter die Prozedur. Der Speichel der Spinne löse das Opfer auf.

Spinnen mit Glas fangen und nach draußen bringen

Staubsauger
Einsaugen sollte man Spinnen lieber nicht. Bildrechte: colourbox.com

Der promovierte Biologe meint: Wenn man seinen Gast lieber loswerden will, dann sollte man ihn mit einem Glas fangen und rausbringen. Aber auf keinen Fall sollte man einen Staubsauger nehmen. Das wäre zu grausam für die Spinne. "Spinnen haben ein Tracheensystem im Körper und das wird durch die vielen Staubpartikel verstopft. Und, man sollte es nicht glauben, die Masse der Spinnen sind relativ weichhäutig. Und die werden dann, wenn sie stark angesaugt werden, im Staubsauer zerlegt", erklärt Schnitter.

Wie Spinnen im Haushalt helfen

So gesehen gibt es auch keinen Grund für die Angst, dass die Spinne wieder aus dem Staubsauger rauskrabbeln könnte. Aber Pierre Schnitter von Landesumweltamt meint sowieso: Am besten wäre es, sich mit Spinnen im Haus anzufreunden: "Die sind durchaus nützlich, weil sie ja andere Insekten wegfangen und uns damit das Leben leichter machen. Die kommen jetzt ja auch rein, Schwebfliegen kommen rein, normale Fliegen kommen rein, die Fruchtfliegen kommen insbesondere um diese Zeit ins Haus. Und das sind alles Sachen, die von der Spinne gerne genommen werden." Aber für so einen Fliegenfänger braucht man eben gute Nerven.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 12.10.2017 | 05:54 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2017, 14:09 Uhr

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4 Kommentare

12.10.2017 11:09 SHKreis 4

Ich mag Spinnen auch nicht in der Wohnung,,aber einfach einfangen u.auf den Balkon in die Blumenkästen setzen,da finden sie Futter u.stören nicht....

12.10.2017 10:51 Roland Maciej 3

Ich sage immer die Feinde meiner Feinde sind meine Freunde. Und ich mag keine Mücken. Also sind Spinnen meine Freunde.

12.10.2017 10:04 Gerd 2

"Am besten wäre es, sich mit Spinnen im Haus anzufreunden: "Die sind durchaus nützlich, weil sie ja andere Insekten wegfangen und uns damit das Leben leichter machen."

Gelaber, wollen sie mir ernsthaft erzählen ich soll Spinnweben in Wohnstube und Schlafzimmer haben?

Staubsauger und gut ist.

12.10.2017 09:04 Andreas 1

Juhu, hier bin ich wohl ganz anders als viele meiner Zeitgenossen: Ich liebe Spinnen!!!
Ok, ab einer gewissen Größe, in Asien z.B., habe ich dann auch Respekt, aber grundsätzlich mag ich Spinnen sehr.