Ein verunglückter Personenzug steht in Meerbusch Osterath (Nordrhein-Westfalen) neben dem Güterzug (l).
Der Personenzug wurde von dem Aufprall auf einen Güterzug zusammengestaucht. Die Unfallstelle nahe Meerbusch bei Düsseldorf. Bildrechte: dpa

Meerbusch in NRW Dutzende Menschen bei Zugunglück verletzt

Auf der Strecke zwischen Düsseldorf und Krefeld ist ein Regionalexpress in einen stehenden Güterzug gefahren. Mehrere Insassen wurden schwer verletzt. Eine Vollbremsung verhinderte offenbar Schlimmeres. Nach ersten Erkenntnissen, hätte der Zug den Gleisbereich gar nicht befahren dürfen. Warum er trotzdem auf der Strecke unterwegs war, wird jetzt ermittelt.

Ein verunglückter Personenzug steht in Meerbusch Osterath (Nordrhein-Westfalen) neben dem Güterzug (l).
Der Personenzug wurde von dem Aufprall auf einen Güterzug zusammengestaucht. Die Unfallstelle nahe Meerbusch bei Düsseldorf. Bildrechte: dpa

Bei einem Zugunglück in Nordrhein-Westfalen sind nach jüngsten Angaben der Feuerwehr sieben Menschen schwer verletzt worden. 33 Menschen erlitten demnach leichte Verletzungen.

Das Unglück ereignete sich am Dienstagabend auf der Strecke zwischen Krefeld und Düsseldorf. Ein Regionalexpress des privaten Bahn-Betreibers "National Express Rail" fuhr nahe Meerbusch auf einen stehenden Güterzug der DB Regio. Der Lokführer löste eine Notbremsung aus und verhinderte ersten Erkenntnissen zufolge Schlimmeres.

Zug hätte Gleisabschnitt nicht befahren dürfen

Die genaue Unglücksursache wird erst noch ermittelt. Offenbar hätte der Personenzug den Gleisabschnitt gar nicht befahren dürfen. Das sagte am Mittwoch ein Sprecher der Bundesstelle für Eisenbahn-Unfalluntersuchungen in Bonn. Warum der Zug dennoch auf der Strecke unterwegs gewesen sei, müsse nun geklärt werden.

Den Angaben zufolge wurden die Fahrtenschreiber beider Züge sichergestellt und bereits ausgelesen. Auch in den Stellwerken seien Informationen gesichert, der Bahnfunkverkehr sei aufgezeichnet worden. Demnach hatte der Güterzug ordnungsgemäß gehalten. Die Strecke war damit für den nachfolgenden Verkehr eigentlich gesperrt.

Abgerissenes Stromkabel verzögert Rettung

Die Bundesstelle stufte die Kollision als schweren Unfall ein. Die Schadenshöhe liegt wohl oberhalb von zwei Millionen Euro. Nach Angaben der Bahn wurden bei dem Zusammenprall die Gleise und die Oberleitung schwer beschädigt. Die Bahnstrecke Düsseldorf-Krefeld ist bis auf Weiteres gesperrt. Ersatzweise fahren Busse.

In dem Regionalzug waren mehr als 170 Menschen unterwegs. Die Rettung der Verletzten wurde dadurch erschwert, dass eine abgerissene Oberleitung den Zug unter Strom gesetzt hatte. Erst nach fast zwei Stunden konnten Rettungskräfte den Zug betreten. Zahlreiche Einsatzkräfte waren bis in die Nacht hinein vor Ort. Aus der Region eilten mehrere Feuerwehren zur Unfallstelle.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 06.12.2017 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Dezember 2017, 13:02 Uhr