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OBM-Wahl in Leipzig : SPD-Politiker Jung bleibt Rathauschef

Leipzig wird weiter von der SPD regiert. Beim zweiten Wahlgang am Sonntag gewann Amtsinhaber Burkhard Jung. Für den Sieg reichte diesmal die einfache Mehrheit. Nach seiner Wiederwahl erklärte Jung bei MDR aktuell, dass er in seiner neuen, siebenjährigen Amtszeit die Arbeitslosigkeit von Leipzig halbieren wolle.

Der Amtsinhaber und Wahlsieger Burkhard Jung (SPD) kommt mit seiner Frau Juliane Kirchner-Jung (r) nach der OB-Wahl ins Rathaus in Leipzig (Sachsen).

Der SPD-Politiker Burkhard Jung bleibt Oberbürgermeister von Leipzig. Im zweiten Wahlgang erreichte der Amtsinhaber laut Wahlleitung 45 Prozent der Stimmen. Jung setzte sich damit klar gegen seinen parteilosen Herausforderer Horst Wawrzynski durch, der für die CDU ins Rennen gegangen und auf 28,7 Prozent der Stimmen gekommen war. Die Linke-Politikerin Barbara Höll holte 14,2 Prozent der Stimmen. Abgeschlagen der Grünen-Kandidat Felix Ekardt mit 6,9 Prozent der Stimmen und der parteilose Rechtsanwalt Dirk Feiertag mit 5,2 Prozent. Der Leipziger FDP-Bewerber René Hobusch war nicht mehr angetreten, er hatte vor drei Wochen nur 1,8 Prozent der Stimmen erreicht.

Die Wahlbeteiligung lag am Sonntag bei 34,2 Prozent und fiel demnach geringer als beim ersten Wahlgang im Januar - mit 40,7 Prozent. Rund 435.000 Leipziger waren zur Stimmabgabe aufgerufen.

Trotz Sieg weniger Stimmen als 2006

Mit der Wiederwahl Jungs bestimmen die Sozialdemokraten weiterhin die Geschicke der Leipziger Kommunalpolitik. Seit 1990 regieren sie unablässig die Messestadt. Schon beim ersten Wahlgang im Januar hatte sich Jung als Wahlsieger durchgesetzt, auf die nötige absolute Mehrheit kam er damals aber nicht. Diesmal reichte die einfache Mehrheit.

Trotz seines erneuten Wahlsieges hat der Rathauschef an Popularität eingebüßt. Bei seiner Wahl vor sieben Jahren war der gebürtige Westfale noch auf 51,6 Prozent der Stimmen gekommen. Er konnte sich damals gegen den CDU-Rivalen und jetzigen Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht durchsetzen. Jung hatte das Amt 2006 von Wolfgang Tiefensee übernommen, der als Verkehrsminister damals ins Bundeskabinett nach Berlin wechselte.

Jung freut sich über neues Mandat

Blick auf Leipzig
Leipzig bestätigte SPD-Politiker Jung im Amt.

In einem Interview mit MDR aktuell zeigte sich Jung am Sonntagabend zufrieden mit seinem aktuellen Wahlergebnis. Es beweise, dass sich Leipzig "Kontinuität wünsche" und in der Stadt eine Stimmung herrsche, "dass es Schritt für Schritt so weitergehen soll". Der Rathauschef kündigte an, in seiner neuen, siebenjährigen Amtszeit, die Arbeitslosigkeit auf fünf Prozent halbieren zu wollen. Dann hätte es die Stadt geschafft. Auch müsse die Wirtschaft weiter wachsen, die soziale Infrastruktur ausgebaut und die Armutsquote gesenkt werden.

CDU-Kandidat Wawrzynski und Linken-Kandidatin Höll nahmen ihre Niederlagen gelassen. Das sei Demokratie, die Wähler hätten so entschieden, sagte Wawrzynski. Der ehemalige Polizeipräsident kündigte an, sich in Zukunft nicht mehr intensiv in die Politik einmischen zu wollen. Linken-Bundestagsabgeordnete Höll sagte, sie sei mit ihrem Wahlkampf zufrieden. Bei den Wählern habe sie aber sehr viel Resignation gegenüber politischen Themen gespürt.

Nach OB-Wahl in Leipzig: Jung setzt auf Wirtschaftsaufschwung und sozialen Wohnungsbau

Der im Amt bestätigte Rathauschef Jung hat große Ziele: Er will die Wirtschaft ankurbeln, die Arbeitslosigkeit halbieren sowie Schulen und Kinderbetreuung ausbauen. Zudem soll der soziale Wohnungsbau wiederbelebt werden. [mehr]


Jeder vierte Leipziger gilt als arm

Leipzig gilt als eine der wichtigsten Städte in Ostdeutschland, doch hat die Stadt auch viele Probleme. Die Arbeitslosigkeit liegt bei zehn Prozent. Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung ist jeder vierte Leipziger von Armut bedroht. Leipzig hat damit die höchste Armutsquote unter den ostdeutschen Großstädten. Nach einer EU-Definition ist von Armut bedroht, wer mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung auskommen muss.

Auch sitzt Leipzig auf einem Schuldenberg von mehr als 700 Millionen Euro. Im vorigen Jahr wurde über die Stadt eine Haushaltssperre verhängt. Und wie ein Damoklesschwert schwebt eine 300-Millionen-Euro-Forderung über der Stadt und ihren Wasserwerken KWL. Diese Summe fordern Banken, weil von früheren KWL-Geschäftsführern riskante Finanzwetten abgeschlossen wurden, die allesamt platzten. Um die Rechtmäßigkeit der Forderungen streiten sich die Parteien vor Zivilgerichten in Leipzig und London.

Gleichwohl behauptet sich Leipzig auch als Handels- und Wirtschaftszentrum, ist wichtiger Standort der Automobil- und Logistikbranche.

Zuletzt aktualisiert: 18. Februar 2013, 09:20 Uhr

5. Matthias Malok:
Der Stadtrat sollte nach dieser Wahlbeteiligung von nur 34.2% gemeinsam zurücktreten und Raum für Neuwahlen schaffen. Die Wahl war zwar eine Personenwahl, jedoch wurden Parteien gewählt! Dies zeigen alle Kommentare bei LVZ-Online.
18.02.2013
12:06 Uhr
4. N.:
Sind das die Vorboten für die Sachsenwahl? Wenn ja, dann muss sich die CDU warm anziehen.
18.02.2013
10:34 Uhr
3. dyndre53:
Bei 15% realem Stimmanteil an allen Wahlberechtigten kann man von einem Wunsch an "Kontinuität" nun wahrlich nicht sprechen. Ich glaube unsere "VolksVERtreter" lassen sich auch noch feiern, wenn sie bei 2% Wahlbeteiligung dann 30% holen! Traurig,traurig! Den größten Stimmenanteil haben die Nichtwähler-das sind die Menschen die zum größten Teil im jetzigen Parteibuchsystem KEINEN Sinn mehr erkennen. Eigentlich sollte diese Wahl jetzt ungültig sein....
17.02.2013
22:12 Uhr
2. Maik:
Wie kann man sagen,dass er Wahlsieger ist lol.Wahlsieger sind die 65,8% Nichtwähler die so ihre Meinung bekundet haben.Was hat das bitteschön mit Demokratie zu tun 45% der 34,2% abgegeben Stimmen und die Stimmen der Nichtwähler zählen wohl nicht oder wie??.Der absolute Anteil lag demzufolge bei 16% der Gesamtwahlberechtigten in Leipzig. Wacht auf Landleute das ist Parteiendiktatur und keine Volksdemokratie
17.02.2013
20:35 Uhr
1. ich:
"Die Mehrheit der Leipziger" ... ? Sie meinen die Mehrheit der Wähler. Bei einer Wahlbeteiligung von etwa 30 Prozent, ist das ein bedeutender Unterschied!
17.02.2013
19:51 Uhr

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Oberbürgermeister seit 1990

Hinrich Lehmann-Grube (SPD) (1990-1998)
Wolfgang Tiefensee (SPD) (1998-2005/2006)
Andreas Müller (SPD) (kommissarisch 2005/2006)
Burkhard Jung (SPD) (seit 2006)

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