Wahlkampfslogan der CDU in Sachsen-Anhalt: "Keine Zeit für Experimente!
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Abba-Song sorgt für Erheiterung CDU-Wahlkampfauftakt: Haseloff will keine Experimente

Genau einen Monat vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist gestern die CDU in den Wahlkampf gestartet. Dazu hat sie sich nicht nur Bundeskanzlerin Merkel eingeladen, sondern auch für besondere musikalische Untermalung gesorgt.

von Vera Wolfskämpf, Sachsen-Anhalt-Korrespondentin für MDR INFO

Wahlkampfslogan der CDU in Sachsen-Anhalt: "Keine Zeit für Experimente!
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Da wirbt die CDU mit dem konservativen Wahlspruch "Keine Zeit für Experimente". Und dann lädt sie eine Abba-Coverband zu ihrem Wahlkampfauftakt ein, die als ersten Song ausgerechnet "Waterloo" spielt. Prompt zog dieses "Experiment" Diskussionen nach sich, einige Gäste und Beobachter bei Twitter unkten, was diese Titelwahl wohl bedeuten soll. Dabei wollte die CDU doch nur für gute Stimmung sorgen. Vorn auf der Bühne ließ sich Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff jedenfalls nicht die Laune verderben. Der CDU-Spitzenkandidat scherzte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Das wird ein wunderschöner Tag. Die Bundesvorsitzende kommt, was geht drüber?" - "Und dann noch das Wetter, nech?"

Kann die Politik von der Physik lernen?

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff stehen nebeneinander auf der Bühne.
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Die 1.000 Gäste, vor allem Parteimitglieder und CDU-Anhänger, waren natürlich nicht gekommen, um Smalltalk übers Wetter zu lauschen. Doch statt einer klassischen Wahlkampfrede begann der Physiker Reiner Haseloff erst mal mit einem kleinen Vortrag über Gravitationswellen. Noch ganz beseelt von deren kürzlicher Entdeckung appellierte er an seine Partei: Die CDU solle sich zum Vorbild nehmen, was diese Forscher geschafft hätten. "Sich etwas überlegen und versuchen, gemeinsam dieses Problem zu lösen und schier das Unerwartete zutage fördern. Und das wünsche ich mir für unsere Union, wenn es darum geht, Lösungen für unsere Menschen zu finden, dass wir nie vergessen, nur als gemeinsame Union sind wir stark." Das sagte Reiner Haseloff mit Blick auf die Flüchtlingspolitik. Dabei gilt er als einer der parteiinternen Kritiker von Bundeskanzlerin Merkel, weil er wiederholt Obergrenzen forderte.

Haseloff setzt weiter auf Schwarz-Rot

Auch in seiner Wahlkampfrede betonte Haseloff, es dürfe keine Konkurrenz zwischen Deutschen und Flüchtlingen entstehen. Denn das würde Parteien wie die AfD befeuern: "Rechts von der CDU darf es keine demokratische Alternative geben. Wir sind die Alternative für Deutschland. Wir sind die Alternative für Sachsen-Anhalt. Wir stehen nach 14 Jahren Nachweis für ein stabiles Sachsen-Anhalt mit einer guten Entwicklung." Das Ziel für die Wahl laute: keine Regierungsmehrheit an der CDU vorbei. Um die Wähler zu überzeugen, blickte Haseloff in seiner Rede mehr zurück als nach vorn: Die Arbeitslosigkeit sei gesunken, das Land habe die schwarze Null erreicht, sogar mit der Schuldentilgung begonnen. Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstrich die positive Bilanz: "Stück für Stück ist dieses Land vorangekommen. Solide Finanzen, Investitionen in die Zukunft, gute Infrastruktur. Und deshalb kann es sich das Land der Frühaufsteher echt nicht leisten, mit Rot-Rot die Zukunft zu verschlafen. Geht auch gar nicht, mit den Menschen."

In den aktuellen Umfragen ist für einen Regierungswechsel in Sachsen-Anhalt keine Mehrheit abzusehen, nur für die Fortsetzung der jetzigen schwarz-roten Koalition. "Keine Experimente", das galt dann auch zum Schluss der Wahlkampfveranstaltung wieder. Nicht die Coverband, sondern die CDU sang selbst: die Nationalhymne. Das lässt wenigstens keinen Raum für unterschiedliche Interpretationen.

Zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2016, 05:00 Uhr