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Tarifkonflikt : Nahverkehr in Sachsen und Sachsen-Anhalt lahmgelegt

In vielen Städten Sachsens und Sachsen-Anhalts sind am Montagmorgen Busse und Straßenbahnen im Depot geblieben. Mit einem ganztägigen Warnstreik will die Gewerkschaft ver.di den Druck auf die Arbeitgeber im öffentlichen Dienst erhöhen.

Die Gewerkschaft ver.di hat für Montag zu ganztägigen Warnstreiks in sechs Städten Sachsens und Sachsen-Anhalts aufgerufen. In Dresden, Chemnitz und Zwickau fuhren ab 3.00 Uhr weder Busse noch Bahnen, auch Schulbusse sind betroffen.

Bahnen im Depot
In Dresden sind die Bahnen am Montag im Depot geblieben.

Ein Sprecher der Gewerkschaft ver.di sagte, die gesamte Frühschicht habe die Arbeit niedergelegt. In Dresden seien alle Straßenbahnlinien betroffen. Auch die Zwickauer Städtischen Verkehrsbetriebe informieren auf ihrer Seite über Einschränkungen am Montag.

Die Arbeitgeber in Sachsen-Anhalt kündigten inzwischen für Dienstag Gespräche über Lohn, Arbeitszeit und Schichtlänge an. Der Arbeitsdirektor von Halle René Walther, sagte, zu den Streiks, "wir sind natürlich alles andere als erfreut". Der Warnschuss durch die Gewerkschaft habe gesessen. Ver.di will mit dem Streik Bewegung in die Rahmentarifverhandlungen für die rund 3.500 Beschäftigten in Sachsen bringen.

Mehr Informationen und Bilder unter:

Warnstreiks auch in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt sind Busse und Straßenbahnen in Magdeburg, Dessau-Roßlau, Halle und im Burgenlandkreis vom 24-stündigen Warnstreik betroffen. "Alle Räder stehen still", sagte ein ver.di-Sprecher am Montagmorgen. Die gesamte Frühschicht habe um drei Uhr morgens die Arbeit niedergelegt. Weil auch Schulbusse ausfallen, forderte das Kultusministerium Eltern dazu auf, ihre Kinder anderweitig zum Unterricht zu bringen. Hintergrund des Streikaufrufs ist auch hier der Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes.

Die Gewerkschaft ver.di fordert für die rund 1.800 Beschäftigten im Nahverkehr in Sachsen-Anhalt 350 Euro brutto mehr im Monat und eine um zwei Stunden kürzere Wochenarbeitszeit. Derzeit muss ver.di zufolge ein Beschäftigter in öffentlichen Nahverkehr 40 Stunden für durchschnittlich 2.300 Euro arbeiten.

Mehr Informationen zum Streik in Sachsen-Anhalt:

Zuletzt aktualisiert: 25. Februar 2013, 14:28 Uhr

36. Peter:
Wie wäre es denn mal mit Arbeitskampfmaßnahmen unter Nutzung anderer öffentlicher Dienstleistungen, mit denen noch mehr unbeteiligten, schutzlosen Menschen geschadet werden kann? Vielleicht mal die Wasserversorgung einstellen in einer Großstadt oder großflächige Stromabschaltungen? Auch die Nahrungsmittelversorgung wäre günstiger ein Angriffspunkt. Dann gibt's vieleicht noch eine Spende an die Gewerkschaft oder eine Prämie für Herrn Bsirske aus Nahost.
25.02.2013
15:47 Uhr
35. Marion:
Ich habe vollstes Verständnis für die Forderungen der Fahrerinnen und Fahrer, aber keines dafür, dass dieser Tarifstreit auf dem Rücken der kleinen Leute ausgetragen wird. Es tut denen da oben nicht weh, wenn unsereins früh nicht zur Arbeit kommt bzw. sich durch (hier ein "Wink mit dem Zaunspfahl" an die Landeshauptstadt Dresden) hohen Schneematsch auf nicht beräumten Fußwegen kämpfen muss! Und wer heute das Fahrrad nimmt, lebt noch gefährlicher. Da stellt sich die Führungsriege der DVB hin und behauptet, man wolle doch nicht die Forderungen seiner Mitarbeiter dann wieder auf die Fahrgäste mit höheren Tarifen umlegen müssen - ich kann vor Lachen nicht. Werden die Tarife doch mit schönster Selbstverständlichkeit alle 2 Jahre erhöht!
25.02.2013
15:39 Uhr
34. M. Reich:
Das Recht zum Streik ist eine Errungenschaft. Vor 20 Jahren habe auch für die Erhaltung der Arbeitsplätze gestreikt. Mittlerweile fällt es aber sehr schwer, die Gründe für den Streik nachzuvollziehen. Es heißt von Verdi: es geht nicht ums Gehalt. Aber mit den 32 Einzelforderungen kann der Kunde der DVB gar nichts anfangen. Könnt Ihr da nicht mal konkret schreiben, worum es den Streikenden eigentlich geht? Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist doch gesetzlich geregelt - was bedeutet: "vom ersten Tag an"?
25.02.2013
14:16 Uhr
33. Frank Märtin:
Warum streikt der Winterdienst heute nicht? Weil dies unanständig wäre. Was die Streikenden sich hier leisten, ist unanständig. Es schadet im wesentlichen nicht den Arbeitgebern, sondern Kindergartenkindern, Schülern, Berufstätigen, ... Meine Sympathie für die Ziele der Streikenden hält sich nach 9 km Fußmarsch im Schneematsch sehr in Grenzen - und gleich mache ich mich auf den Weg, Kinder von der Kita und der Schule abzuholen. Schämt Euch, schon beim letzten Streik habt Ihr Euch dem Streik an den Schulen angeschlossen und damit unsere Probleme verschärft. Glaubt Ihr im Ernst, dass ich nun Druck bei den Arbeitgebern mache?
25.02.2013
12:57 Uhr
32. Chemser:
Auch wenn es für viele heute Probleme gab/gibt, streiken ist ein legitimes Mittel um Arbeitsbedingungen, Lohn oder Arbeitszeiten zu verbessern. Leider sind nicht mehr alle Wirtschaftszweige und nur noch ein Bruchteil der Unternehmen an Gewerkschaften gekoppelt. So ist für Lohndumping der Weg frei. Der Verdienst von 2.300€ ist sicher für Ostverhältnisse in Ordnung, aber mit der Aussage von Frau von der Leyen, dass man selbst mit einem Verdienst von 2.500€ brutto im Alter nur eine Minimalrente bezieht, zu niedrig. Bin immer erschüttert, wenn ich höre, was in den westlichen Bundesländern für einfachste Arbeiten an Lohn gezahlt wird.
25.02.2013
12:30 Uhr
31. Der Kommentator:
Ich möchte nicht wissen, wie viele von den Kommentatoren hier, die sich so schön maßlos über die Streiks aufregen, schon ihre Tarifverhandlungen mit einem positiven Ergegnis hinter sich haben :-)
25.02.2013
11:25 Uhr
30. R. Hirsch:
Hallo, es ist immer wieder interessant, wie herablassend sich „Mitbürger“ über Aktionen von Gewerkschaftsmitgliedern äußern. Diese Mitbürger sollten „Rückrad“ zeigen und auf die Errungenschaften verzichten, die durch Gewerkschaftsmitglieder erkämpft wurden. zur Erinnerung: siehe Link Was haben die Gewerkschaften je für uns getan? [...]* In Punkto Arbeitsbedingungen…wie gut es den ÖPNV-Fahrern geht: – …12…13…14 Stunden Schichten, davon nur ein Teil bezahlt – beschimpft, angespuckt oder tätlicher Angriff – Toilettengang der sich nach dem Dienstplan richtet – Ernährung die sich nach dem Dienstplan richtet – Wochenend- und Feiertagsdienste Dass wäre doch Euer Traumjob, oder? Ich wünsche allen teilnehmenden Mitarbeitern viel Erfolg! * Externer Link nicht gestattet - MDR.DE-Redaktion
25.02.2013
11:16 Uhr
29. JaLe:
Herr Thiele, haben Sie eine Ahnung, wie wenig Freizeit Hundertausende andere Arbeitnehmer haben? Z.B. Handwerker, die täglich in andere Städte fahren, um dort zu arbeiten, weil es in der Heimatstadt keine Aufträge gibt. Mein Partner verlässt morgens um 5 Uhr das Haus und ist abends frühestens 18 Uhr zu Hause, weil er täglich von Leipzig ins 100 km entfernte Wittenberg fahren muss und dort noch einen 9-h-Arbeitstag hat. Wie viele andere eben auch. Von was reden wir hier eigentlich? Da jammern welche auf hohem Niveau!!
25.02.2013
10:27 Uhr
28. Mario:
Die Außenstehenden haben ja keine Ahnung wieviele Stunden ein Bus oder Straßenbahnfahrer knûppelt ,da kommen auch schon mal 10stunden zusammen ,dann kommen noch die unfreundlichen Fahrgäste die einem das leben schwer machen ,ihr Fahrgäste da draußen denkt mal drúber nach wenn ihr an unsere stelle sein wûrdet,ihr wûrdet genauso handeln ,aber das interessiert euch ja wenig ,am Liebsten kostenlos durch die Stadt Gondeln
25.02.2013
10:16 Uhr
27. Herr Müller:
Damit einige wenige viel bekommen,müssen viele die Rechnung dafür bezahlen. Die nächste Tariferhöhung kommt bestimmt bald,vielen Dank,ver.di. Gier hat einen Namen : v e r .d i
25.02.2013
10:10 Uhr

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Rahmentarifvertrag

Im Rahmentarifvertrag werden nicht die Löhne und Gehälter, sondern Arbeitszeiten, Zusatzleistungen, Urlaubsregelungen, Entgelte für Schichtarbeit usw. geregelt.

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