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Weltkrebstag : Krebs - Todesursache Nummer zwei

Von Jahr zu Jahr erkranken mehr Menschen an Krebs. Der Weltkrebstag am 4. Februar rückt die Todesursache Nummer zwei ins öffentliche Bewusstsein. Die Deutsche Krebsgesellschaft will an diesem Tag über Möglichkeiten der Vorbeugung und Behandlung informieren. 2013 soll vor allem gezeigt werden, wie durch einen gesunden Lebensstil das Risiko reduziert werden kann.

Auf der Bildschirmdarstellung einer Magnetresonanz-Mammographie ist ein winziger Tumor in der Brust einer Patientin zu sehen

Trotz medizinischen Fortschritts bleibt Krebs die Todesursache Nummer zwei in Deutschland. Wie das Robert-Koch-Institut zum Weltkrebstag mitteilte, geht bundesweit jeder vierte Sterbefall auf einen bösartigen Tumor zurück. Häufiger ist nur der Tod durch Herz- und Kreislaufprobleme. Und die Zahl der Krebserkrankungen nimmt von Jahr zu Jahr zu. Im vergangenen Jahr erkrankten Schätzungen zufolge 490.000 Männer und Frauen.

Jeder zweite kann auf Heilung hoffen

Radiologische Untersuchung zur Krebsvorsorge.
Früh erkannt ist halb gewonnen.

Grund für diese Entwicklung ist nach Einschätzung des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg vor allem die alternde Gesellschaft. Binnen 60 Jahren ist die Lebenserwartung von Frauen um gut 14 Jahre und die der Männer um mehr als 13 Jahre gestiegen. Und je älter die Menschen werden, desto größer ist das Risiko, einen Tumor zu bekommen. Bei Frauen liegt das mittlere Erkrankungsalter bei 68 Jahren. Männer erkranken am häufigsten im 69. Lebensjahr. Allerdings trifft die Krankheit nicht nur Senioren. An Hoden- und Gebärmutterhalskrebs etwa erkranken vor allem Menschen im jüngeren oder mittleren Alter. Bei Frauen ist Brustkrebs mit einem Drittel der Fälle die häufigste Krebsart. Bei Männern ist es Prostatakrebs mit einem Anteil von etwa 25 Prozent. Auf Platz zwei liegt bei beiden Geschlechtern Darmkrebs. Gleich danach folgt Lungenkrebs.

Frühes Erkennen rettet Leben

Es gibt aber auch Erfolge. Dank moderner Medizin führt eine Krebserkrankung heute deutlich seltener zum Tod. Die Mediziner an der Berliner Charité gehen davon aus, dass mehr als die Hälfte der Patienten auf Heilung hoffen kann. Noch vor 30 Jahren konnte der Tumor nur in etwa jedem dritten Fall besiegt werden.

Entscheidend für den Verlauf der Therapie ist das Krankheitsstadium. Je früher der Tumor entdeckt wird, desto größer die Chance, ihn zu besiegen. Nach Angaben de Charité ist es gelungen, die Sterberate bei Gebärmutterhalskrebs seit dem Start der Vorsorge Anfang der 1980er Jahre zu halbieren. Bei Darmkrebs könnten sich sogar rund 90 Prozent aller Krebsfälle durch Vorsorge vermeiden lassen. Krankenkassen zufolge nehmen aber nach wie vor nur wenige Versicherte diese Leistung in Anspruch. Nur etwa 20 Prozent gehen auch hin. Vor allem Männer sind Vorsorge-Muffel. Zur Mammografie geht nur jede zweite Frau zwischen 50 und 60 Jahren.

Weltkrebstag: Weniger Sachsen an Krebs erkrankt

2010 erkrankten entgegen bundesweitem Trend etwas weniger Sachsen an Krebs, dafür stieg die Zahl der Todesfälle. Am Weltkrebstag, dem 4. Februar, geht es der Deutschen Krebsgesellschaft darum, diese Zahlen zu verringern. [mehr]


Der mündige Patient

Aber auch wenn die Erkrankung zu spät entdeckt wird, gibt es gute Chancen wenn nicht auf eine vollständige Genesung, so doch die Krankheit in den Griff zu bekommen. Der Krebsspezialist Peter Michael Schlag von der Charité meint, Krebs im fortgeschrittenen Stadium könne man zwar nicht heilen. Aber er könne dank einer Kombination vieler Verfahren wie eine Langzeiterkrankung behandelt werden. In Deutschland leben heute knapp 1,5 Millionen Menschen bereits fünf Jahre oder länger mit der Krankheit.

Eine Medizinisch Technische Assistentin kontrolliert Stammzellen.
Neue Analyse erlaubt neue Behandlung.

Problematisch sind Schlag zufolge Krebsarten, für die es bis heute keine zuverlässige Früherkennung und auch keine effektiven Therapien gibt. Dazu zählen Bauchspeicheldrüsen-, Lungen- und Eierstockkrebs.

Wichtig ist neben Früherkennung auch Information. Nach Beobachtung der Thüringischen Krebsgesellschaft wissen Patienten oft nicht genug über ihre Erkrankung. Geschäftsführerin Brigitte Möhler meint, es komme nicht nur auf den behandelnden Arzt an, sondern vor allem auf die Eigeninitiative der Betroffenen. Gut informierte Patienten, die die Therapie nicht nur passiv über sich ergehen ließen, kämen mit den Belastungen der Krankheit meist besser zurecht.

Gesunder Lebenswandel mindert Krebsrisiko

Gesundheitsforscher weisen darauf hin, dass jeder selbst dazu beitragen kann, sein Krebsrisiko zu verringern. Die großen Risikofaktoren sind Rauchen, Alkohol, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und Übergewicht. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass ein Drittel der Erkrankungen durch einen gesunden Lebenswandel vermieden werden könnte. Das gelte auch im Alter. Auch ältere Raucher hätten noch etwas davon, wenn sie aufhörten.

Zuletzt aktualisiert: 04. Februar 2013, 19:15 Uhr

1. Paulchen:
"Dank moderner Medizin führt eine Krebserkrankung heute deutlich seltener zum Tod" -- nicht gleich zum Tod, aber zu längerem Leiden! Gut für die Gesundheitsindustrie, die mit teuren und oft fragwürdigen Behandlungen jahrelang Millionen verdienen kann.
04.02.2013
19:11 Uhr

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