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MDR INFO | Exklusiv : Wille mahnt Kabelnetzbetreiber zur Fairness

MDR-Intendantin Prof. Dr. Karola Wille hofft trotz der Kündigung der Einspeiseentgeltverträge weiter auf gute Kooperation mit den großen Kabelnetzbetreibern. Wille verwies am Dienstag bei MDR INFO darauf, dass bislang nur die drei Marktführer Kabel Deutschland, Kabel BW und Unity Media diese Einspeise-Entgelte erhalten hätten: "Viele mittelständische und kleine Kabelunternehmen haben nie Einspeise-Entgelte erhalten und können offensichtlich ganz vernünftige Geschäftsmodelle daraus machen." Deshalb hoffe man darauf, "dass die großen Unternehmen die Situation nun nicht nutzen, um da irgendetwas aufzustocken, sondern dass sie sich dem Wettbewerb stellen und zu fairen Preisen ihren Kunden die Angebote unterbreiten".

Verbreitungspflicht in Mitteldeutschland

Familie vor dem Fernseher
Seit April 2011 kommt die ARD-Infonacht von MDR INFO aus Halle.

Wille verwies nochmals darauf, dass es für die meisten Programme der öffentlich-rechtlichen Sender eine Verbreitungspflicht gebe, an die die Kabelnetzbetreiber gebunden seien. So müssten bei der digitalen Versorgung alle digitalen ARD- und ZDF-Programme eingespeist werden - "mit Ausnahme, dass die regionalen Hörfunkprogramme und die Landesfensterprogramme der ARD nur in dem jeweiligen Verbreitungsgebiet ausgeliefert werden müssen". Für MDR INFO bedeutet dies laut Wille, dass die Kabelnetzbetreiber nicht verpflichtet seien, das Programm bundesweit einzuspeisen, sondern nur in Mitteldeutschland. Der MDR habe aber bei all seinen Programmen - auch im analogen Bereich - die Sicherheit, dass sie in Mitteldeutschland überall ausgestrahlt würden.

Die ARD hat ihre Verträge mit den Kabelnetzbetreibern gekündigt. Grund ist ein Streit um so genannte Einspeiseentgelte. Die Betreiber drohen nun, die ARD aus dem Netz zu schmeißen.

Zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2012, 17:42 Uhr

1. Uwe:
Bisher bezahlt ARD und ZDF mit den GEZ-Gebühren auch die Verbreitung über DVB-T, DVB-S und Kabel. Wenn für die Verbreitung im Kabel nicht mehr gezahlt wird, wird dann den Kabelkunden die GEZ erlassen oder ermäßigt? Denn sie bezahlen ja dann für eine Leistung die sie nicht nutzen.
27.06.2012
14:25 Uhr

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