Eine Maschine der britischen Fluggesellschaft Monarch Airlines
Monarch gilt als fünfgrößte Airline Großbritanniens und befindet sich bereits länger in wirtschaftlicher Schieflage. Bildrechte: dpa

Pleite von britischer Airline 110.000 Flugpassagiere stecken fest

Die britische Fluggesellschaft Monarch Airlines hat am Montagmorgen überraschend ihren gesamten Flugbetrieb eingestellt. Sämtliche Flüge wurden abgesagt, wie die britische Flugbehörde CAA mitteilte. 110.000 Passagiere befinden sich derzeit aber noch im Ausland. Die Regierung sprach von der größten Rückholaktion in Friedenszeiten. Insgesamt sind mehr als 800.000 Passagiere davon betroffen.

Eine Maschine der britischen Fluggesellschaft Monarch Airlines
Monarch gilt als fünfgrößte Airline Großbritanniens und befindet sich bereits länger in wirtschaftlicher Schieflage. Bildrechte: dpa

Die britische Airline Monarch ist insolvent. Die Luftfahrtbehörde CAA sprach am Montag vom "größten Scheitern einer Airline", das es in Großbritannien je gegeben habe. Alle Flüge der Fluggesellschaft, die vor allem bei britischen Urlaubern beliebt ist, wurden abgesagt. Davon betroffen sind mehr als 800.000 Passagiere. Etwa 110.000 von ihnen sitzen im Ausland fest. Es handelt sich um Touristen, die etwa in Kroatien, Griechenland und Italien gestrandet sind

"Größte Rückholaktion zu Friedenszeiten"

Die britische Regierung bat die CAA um Hilfe, die betroffenen Kunden nach Großbritannien zurückzuholen. Dafür sollen 30 Flugzeuge bereitgestellt werden. Das Verkehrsministerium sprach von der größten Rückholaktion in Friedenszeiten. Minister Chris Grayling teilte mit, dies sei eine sehr beunruhigende Situation für die betroffenen britischen Urlauber. Seine erste Priorität sei, die Passagiere nach Hause zu holen. Niemand solle die Größe der Herausforderung unterschätzen.

Die Fluggesellschaft rief über Twitter alle Kunden auf, nicht zum Flughafen zu kommen: "Es wird keine Monarch-Flüge mehr geben."

Airline hatte schon länger Probleme

Die in Luton nördlich von London ansässige Fluggesellschaft ist insbesondere als Ferienflieger beliebt. Sie hatte zuletzt aber verstärkt mit der wachsenden Konkurrenz zu kämpfen. Hauptanteilseigner Greybull Capital hatte im vergangenen Oktober versucht, Monarch mit einer Kapitalspritze von umgerechnet 185 Millionen Euro in die Erfolgsspur zu bringen.

2018 hätte die Airline die ersten von insgesamt 30 bestellten 737-Maschinen des US-Flugzeugbauers Boeing in Empfang nehmen sollen.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 02.10.2017 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Oktober 2017, 11:41 Uhr

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2 Kommentare

02.10.2017 15:54 optinator 2

Ein alter Slogan : fahr Bus und Bahn ...

02.10.2017 12:44 Hans 1

Dann muß der Deutsche Steuerzahler die Briten mit Air Berlin abholen, schließlich haben wir den 2. WK verloren.

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