Facebook-Gründer Mark Zuckerberg
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat verstanden, dass seine Netzwerke die Legitimation verlieren, wenn dort nur noch Propaganda verbreitet wird. Bildrechte: dpa

Kampf gegen Propaganda Facebook kündigt massive Investitionen in Sicherheit an

Soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram oder Twitter werden von Milliarden Menschen weltweit genutzt. Studien belegen, dass sie für viele Menschen sogar die einzige Informationsquelle sind. Ein traumhaftes Werkzeug also für Kräfte, die Propaganda und Zersetzung zum Ziel haben. Längst tobt ein Informationskrieg um die Deutungshoheit in sozialen Netzwerken. In der Konsequenz will Facebook-Gründer Mark Zuckerberg nun seine "Sicherheits-Armee" aufstocken, um seine Netzwerke sauber zu halten.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat verstanden, dass seine Netzwerke die Legitimation verlieren, wenn dort nur noch Propaganda verbreitet wird. Bildrechte: dpa

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat angekündigt, massiv in die Sicherheit seiner Angebote investieren zu wollen. So solle ein Missbrauch der sozialen Netzwerke Facebook und Instagram künftig verhindert werden. Hintergrund sind angebliche russische Manipulationsversuche während des US-Präsidentschaftswahlkampfs.

10.000 neue Mitarbeiter

Bei der Vorlage der Quartalszahlen erklärte der Facebook-Chef, das Unternehmen werde so viel Geld in Hand nehmen, "dass es Folgen hat für unsere Profitabilität". Im kommenden Jahr soll die Zahl der Mitarbeiter, die sich bei Facebook mit dem Thema Sicherheit beschäftigen, auf 20.000 verdoppelt werden. Diese Aufstockung dürfte teuer werden. Doch Zuckerberg zeigt sich überzeugt: "Der Schutz unserer Community ist wichtiger als die Maximierung unseres Gewinns."

Satter Gewinnsprung im Vergleich zu 2016

Finanziellen Grund zu klagen hat Zuckerberg im Moment aber ohnehin nicht. Das Onlinenetzwerk steigerte seinen Gewinn von Juli bis September um knapp 80 Prozent im Vorjahresvergleich. Zuckerberg erklärte, die Gemeinschaft der Nutzer wachse und das Geschäft laufe gut. Das spiele aber keine Rolle, wenn die Dienstleistungen in einer Art und Weise ausgenutzt würden, die die Leute nicht zusammenbringe.

Politik verliert zunehmend die Geduld

Die führenden US-Internetkonzerne hatten auf Druck der Politik bereits am Dienstag angekündigt, den Kampf gegen Desinformation und Propaganda zu verstärken.

Während der Präsidentschaftswahl in den USA soll es bei Facebook, Google und Twitter groß angelegte Manipulationsversuche von Russland aus gegeben haben. Allein Facebook geht davon aus, dass bis zu 126 Millionen Nutzern in den USA zwischen 2015 und 2017 Berichte und Kommentare angezeigt wurden, die von russischen Quellen stammen.

Bei einer Anhörung im US-Kongress in Washington wurden viele Beispiele der insgesamt 3.000 bei Facebook geschalteten russischen Anzeigen präsentiert. Bezahlt worden waren diese in Rubel. Dass die Internetriesen aus dem Silicon Valley die Manipulation nicht erkannt haben wollen, sorgt für Ärger unter Senatoren und Abgeordneten.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 02.11.2017 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. November 2017, 12:06 Uhr

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2 Kommentare

02.11.2017 14:17 Pittiplatsch, der Liebe 2

"Hintergrund sind angebliche russische Manipulationsversuche". Angeblich also. Aha.

Und bezahlt worden waren diese in Rubel. In Rubel also. Natürlich. Eine ganz heiße Spur also. Wer bezahlt wohl sonst noch für Manipulationsversuche in Rubel, außer den Russen natürlich. Ein wirklich billiger Film.

"Der Schutz unserer Community ist wichtiger als die Maximierung unseres Gewinns." WOW. Was hat Zuckerberg & Co. eigentlich bisher mit den Daten seiner Nutzer veranstaltet ?

Dienstleistungen sollen also demnächst in einer Art und Weise genutzt werden, wie sie von Politik und Wirtschaft vorgegeben werden. Also so eine Art Regelwerk.

Könnte es sein, das hier langsam aber sicher der Beginn vom Ende von Facebook eingläutet wurde.

02.11.2017 11:38 Atheist aus Mangel an Beweisen 1

Ich brauche das Ding nicht!!!!
Meine Freunde oder Feinde suche ich mir selber aus.