Eine Maschine der irischen Fluggesellschaft Ryanair steht vor einem Terminal des Flughafens Frankfurt am Main.
Ein Ryanair-Flugzeug auf dem Flughafen Frankfurt am Main. Bildrechte: Stefan Rebscher/Fraport/dpa

Weiterer Grund für Flugausfälle? Cockpit: Ryanair laufen Piloten davon

Der irische Billigflieger Ryanair will bis Ende Oktober rund 2.000 Flüge streichen, um den Urlaubsansprüchen des Personals gerecht zu werden. Die Pilotenvereinigung Cockpit hält aber einen anderen Grund für viel wahrscheinlicher. Unterdessen hat die EU-Kommission an Ryanair appelliert, bei den geplanten Annullierungen die Rechte der Passagiere zu beachten. Am Montagabend veröffentlichte die Fluglinie eine Liste der vorerst bis Ende Oktober gestrichenen Flüge.

Eine Maschine der irischen Fluggesellschaft Ryanair steht vor einem Terminal des Flughafens Frankfurt am Main.
Ein Ryanair-Flugzeug auf dem Flughafen Frankfurt am Main. Bildrechte: Stefan Rebscher/Fraport/dpa

Die geplanten Flugausfälle bei der irischen Billigfluglinie Ryanair gehen nach Ansicht der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit auch auf einen Mangel an Piloten zurück. Cockpit-Sprecher Markus Wahl sagte der "Mitteldeutschen Zeitung", die Flüge würden gestrichen, weil Piloten fehlten.

Wörtlich sprach Wahl davon, dass die Piloten bei Ryanair "das Weite" suchten. Die Airline zahle niedrigere Gehälter als die Wettbewerber. Deshalb habe Ryanair eine hohe personelle Fluktuation. Viele Piloten versuchten, zu anderen Gesellschaften zu wechseln. Die Iren hätten deshalb bereits angefangen, auch Piloten aus Südamerika anzuwerben.

O'Leary dementiert Pilotenmangel

Dagegen erklärte Ryanair-Chef Michael O'Leary in einer Pressemitteilung, seinem Unternehmen mangele es nicht an Piloten. Vielmehr sei man bei der Urlaubsplanung im September und Oktober durcheinander gekommen.

Ryanair hatte am Freitag angekündigt, dass bis Ende Oktober täglich zwischen 40 und 50 der rund 2.500 Flüge gestrichen werden. Das wären insgesamt rund 2.000 Verbindungen. Neben den Urlaubsansprüchen der Flugzeug-Crews wurde als Grund auch genannt, man wolle die eigene Pünktlichkeit verbessern.

EU-Kommission: Verbraucherrechte beachten

Unterdessen forderte die EU-Kommission Ryanair auf, bei den Annullierungen seiner Flüge die Verbraucherrechte der Passagiere zu beachten. EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc sagte in Brüssel, dank der EU hätten Flugpassagiere bei Verspätungen und Ausfällen ein Recht auf Entschädigung.

Demnach müssen Fluglinien ihre Kunden mindestens zwei Wochen vor Abflug über eine Streichung informieren. Ist die Frist kürzer, muss den Passagieren eine neue Verbindung angeboten werden. Je weniger Zeit bis zum gebuchten Abflug bleibt, desto weniger Spielraum haben die Airlines.

Werden Kunden weniger als sieben Tage vorher informiert, darf der Ersatzflug nicht mehr als eine Stunde früher abheben und nicht mehr als zwei Stunden später ankommen als die ursprünglich geplante Verbindung. Gelingt das der Fluggesellschaft nicht, muss sie den Kunden entschädigen.

Ryanair veröffentlicht Liste mit feststehenden Flugstreichungen

Ryanair hat bereits Flughäfen benannt, bei denen in den nächsten Wochen täglich ein bis zwei Flüge ausfallen sollen. Betroffen sind London Stansted, Barcelona, Brüssel, Dublin, Lissabon, Madrid, Mailand, Porto und Rom.

Auf seiner Internetseite veröffentlichte Ryanair eine Liste mit den bisherigen Streichungen bis Ende Oktober.

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im: Radio | 18.09.2017 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. September 2017, 03:24 Uhr

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3 Kommentare

20.09.2017 10:11 Michael Möller 3

ehrlich gesagt wer im TV die Doku über Ryanair gesehen hat muß sich doch jetzt nicht wundern das wie in den Artikel behauptet wird das die Politen davon laufen. bei dieser Arbeitsverhältnissen würde ich auch nicht bleiben . nur frage ich mich warum die Politiker bzw. die Aussicht zuschaut wie die Menschen bzw. Personal wie Sklaven behandelt werden , denn nichts anderes kann man dazu sagen ,wenn man diese Doku gesehen hat.

19.09.2017 05:20 optinator 2

Bei TUIFLY werden Piloten freigesezt.
Auf zu RyanAir.

19.09.2017 05:13 optinator 1

Irgendetwas bzw. Irgendwer bleibt bei Sparmaßnahmen immer auf der Strecke.

Hauptsache das es bei der Sicherheit nicht noch Einsparungen gibt.