Ryanair-Passagiere bei der Abfertigung in London
Ryanair-Passagiere bei der Abfertigung am Flughafen London-Stansted. Bildrechte: dpa

Nach Flugausfällen und Ultimatum Ryanair verspricht ordnungsgemäße Entschädigung von Passagieren

Hunderttausende Passagiere sind von den Flugstreichungen der irischen Billig-Airline Ryanair betroffen. Sie wurden nach Ansicht der britischen Zivilluftfahrtbehörde CAA nicht ausreichend über ihre Rechte informiert. Kurz vor Ablauf eines Ultimatums besserte Ryanair nach – bei Ticket-Erstattungen, Umbuchungen und zusätzlichen Kosten.

Ryanair-Passagiere bei der Abfertigung in London
Ryanair-Passagiere bei der Abfertigung am Flughafen London-Stansted. Bildrechte: dpa

Die irische Billigflug-Airline Ryanair will ihre Kunden wegen der derzeitigen massiven Flugstreichungen nun offenbar doch nach geltenden Regeln entschädigen. Ryanair werde eine Reihe von Maßnahmen ergreifen, die die britische Zivilluftfahrtbehörde CAA verlangt habe, erklärte das Unternehmen am Freitagabend. Damit werde sichergestellt, "dass alle von einer Flugstreichung betroffenen Kunden ihre Rechte hinsichtlich Erstattung, Umbuchung auf andere Flüge und Übernahme von damit zusammenhängenden Kosten kennen".

Rückzahlungen, Umbuchungen, Kostenerstattungen

Die Fluggesellschaft sicherte zu, betroffenen Passagieren den Flugpreis zurückzuzahlen oder sie auf andere Flüge oder andere Verkehrsmittel umzubuchen. Auch zusätzlich entstandene Kosten sollen erstattet werden. Bis Sonntag will Ryanair eigenen Angaben zufolge mehr als 90 Prozent der Passagiere umgebucht oder den Flugpreis erstattet haben. Wer wegen der Streichungen zusätzliche Kosten tragen müsse, bekomme sie auf Vorlage von Belegen ersetzt.

Alle betroffenen Ryanair-Kunden hätten eine E-Mail erhalten, hieß es in der Mitteilung der Airline. Darin werde allen betroffenen Kunden erklärt, wie sie ihre Ansprüche wegen eines Flugausfalls geltend machen können. Die Erklärungen wurden auch auf der Ryanair-Website veröffentlicht. Damit kam die Airline einer EU-Bestimmung nach.

CAA will Lage überwachen

"Es scheint, dass Ryanair kapituliert hat", erklärte die CAA am Freitagabend in London. Sie werde die neuen Vorschläge des Unternehmens nun genau prüfen und "die Lage überwachen, damit die Passagiere bekommen, worauf sie in Wirklichkeit ein Recht haben". Die britische Aufsichtsbehörde hatte der Fluggesellschaft "permanente Irreführung" von Passagieren vorgeworfen, weil sie ihre Fluggäste bei der massenhaften Streichung von Flügen nicht ausreichend über ihre Rechte informiert habe.

Am Freitagabend war ein Ultimatum der CAA an Ryanair ausgelaufen, in dem Konsequenzen angedroht wurden, sollte die Airline keine Nachbesserungen vorlegen.

Als Vorstufe zu einem juristischen Verfahren hatte die britische Zivilluftfahrtbehörde am Mittwoch ein Verfahren gegen die Fluggesellschaft eingeleitet, weil diese ihre Kunden "in die Irre geführt" habe, indem sie ihnen unzutreffende Auskünfte über ihre Fluggastrechte erteilt habe.

Hunderttausende Passagiere betroffen

Die Billigflug-Airline war heftig in die Kritik geraten, nachdem sie in zwei Schüben mehrere Tausend Flüge für die kommenden Monate gestrichen hatte. Allein von den jüngsten, am Mittwoch bekannt gegebenen Streichungen sind mehr als 400.000 Passagiere betroffen. Als Grund hatte Ryanair Fehler bei der Erstellung von Dienstplänen angegeben. Urlaubsansprüche seien nicht ausreichend beachtet worden. "Wir entschuldigen uns aufrichtig für die Störung und Unannehmlichkeiten, die unser Dienstplan-Fehler einigen unserer Kunden beschert hat", sagte Marketing-Chef Kenny Jacobs der Mitteilung vom Freitag zufolge.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Fernsehen | 27.09.2017 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. September 2017, 22:21 Uhr

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2 Kommentare

01.10.2017 09:33 Michael Möller 2

das kommt dabei heraus wenn die Kunden nur auf Billig setzen und nicht berücksichitigen wer dabei den kürzeren Ziet und wenn Maximalprofit im Fordergrund steht und das Personal ausgebeutet wird. aber auch die Kontrolleure sind mit verantwortlich genau wie die Politiker sowie die gewerkschaften und die Justiz die zugeschaut haben wie hier von anfang an eine falsche Firmenpolitik betrieben wurde auf Kosten der Belegschaft und jetzt zahlt der Kunde drauf . was für eine Schande und das nehnt sich Demokratie und Rechtsstaat ,wenn es nicht so trauig wäre könnte man lachen darüber. so sehe ich das persönlich

30.09.2017 13:11 Markus 1

Man fliegt heutzutage lieber gar nicht: zu viel Risiko. Wenn man das Kopf nicht verliert, dann verliert man das Geld oder mindestens die Zeit. Diese Branche ist irgendwie kaputt.