Ryanair-Flugzeug vor einem Hangar am Flughafen Stansted
Ryanair-Flugzeug vor einem Hangar am Flughafen London-Stansted: 25 Maschinen der Ryanair-Flotte sollen im Winter am Boden bleiben. Bildrechte: IMAGO

Probleme bei Billigflieger Ryanair streicht 18.000 Flüge bis März

Der irische Billigflieger Ryanair hat die Streichung weiterer Flüge angekündigt. Im Winterflugplan sollen 18.000 Flüge entfallen. Insgesamt 34 Verbindungen sind betroffen, auch von deutschen Flughäfen. Laut Ryanair soll dadurch der angefallene Jahresurlaub für die Piloten sichergestellt werden. Frühere Berichte, wonach die Airline Personalprobleme habe, wies das Unternehmen zurück. Man habe mehr als genug Piloten.

Ryanair-Flugzeug vor einem Hangar am Flughafen Stansted
Ryanair-Flugzeug vor einem Hangar am Flughafen London-Stansted: 25 Maschinen der Ryanair-Flotte sollen im Winter am Boden bleiben. Bildrechte: IMAGO

Hunderttausende Ryanair-Kunden müssen in den kommenden Monaten mit weiteren Flugstreichungen rechnen. Wie die irische Billig-Airline am Mittwoch in Dublin mitteilte, soll im Winterflugplan von November bis März die Zahl der eingesetzten Flugzeuge um 25 reduziert werden. 18.000 der rund 800.000 geplanten Flüge sollen in dem Zeitraum gestrichen werden.

34 Strecken betroffen

Die Reduzierung der 400 Flugzeuge umfassenden Ryanair-Flotte um 25 Maschinen hat der Fluggesellschaft zufolge Auswirkungen auf insgesamt 34 Strecken, darunter auch auf Verbindungen von Hamburg nach Oslo, Venedig oder Thessaloniki, oder von London nach Belfast. In Deutschland werden auch Flüge von und nach Memmingen, Baden-Baden und Frankfurt-Hahn gestrichen. Auf der Streichliste steht auch die einzige innerdeutsche Ryanair-Verbindung zwischen Köln/Bonn und Berlin-Schönefeld.

400.000 Passagiere betroffen

Bis zu 400.000 Passagiere sind laut Ryanair von den Maßnahmen betroffen. Die Airline betonte allerdings auch, "99 Prozent unserer 129 Millionen Kunden" würden nicht beeinträchtigt. Den betroffenen Passagieren sicherte Ryanair eine Umbuchung oder alternativ eine Rückerstattung des Flugpreises zu. Außerdem soll es Gutscheine in Höhe von 40 Euro für Ryanair-Flüge (80 Euro beim Buchen eines Hin- und Rückfluges) geben.

Bereits vor knapp zwei Wochen hatte Ryanair überraschend bekanntgegeben, dass bis Ende Oktober bis zu 2.100 Flüge ausfallen. Die Airline löste damit empörte Reaktionen von Kunden und Kritik der EU-Kommission aus. Als Grund gab die Fluggesellschaft "Schwierigkeiten mit der Planung des Jahresurlaubs" der Piloten für September und Oktober an.

"Außergewöhnliche Menge an Jahresurlaub"

Die Reduzierung der Ryanair-Flotte im Winterflugplan begründete Airline-Chef Michael O'Leary mit dem Wunsch nach einem "langsameren Wachstum". Dadurch stünden der Fluggesellschaft "viele überschüssige Flugzeuge und Crews" zur Verfügung. Dies ermögliche dem Unternehmen, die "außergewöhnliche Menge an Jahresurlaub", der Piloten der Airline bis zum Jahresende zusteht, bewältigen zu können. So werde das Risiko weiterer Flugstreichungen "eliminiert".

Ryanair: "Wir verfügen über mehr als genug Piloten"

Ryanair kämpft früheren Medienberichten zufolge mit erheblichen Planungsschwierigkeiten und einem angeblichen Mangel an Reservepiloten. Einen generellen Pilotenmangel wies Ryanair allerdings vehement zurück. Unternehmenssprecher Robin Kiely teilte dazu mit: "Wir verfügen über mehr als genug Piloten. Jedoch hatten wir große Schwierigkeiten durch Dienstausfälle, da wir zu viele der Urlaubsansprüche von Piloten für die vier Monate von September bis Dezember 2017 geplant haben."

Zugleich teilte die Fluggesellschaft mit, man werde in den kommenden Monaten mehr als 650 Piloten ausbilden, auch um 50 im Mai 2018 zu kaufende neue Boeing-Maschinen zu fliegen.

Zuletzt hatte es auch Berichte gegeben, wonach Piloten der Fluggesellschaft fordern, dass Ryanair nationale Beschäftigungsverträge für alle Mitarbeiter inklusive sozialer Absicherung einführen soll. Kritiker werfen dem Unternehmen seit langem vor, Scheinselbstständige zu beschäftigen. Einen Betriebsrat hat Ryanair nicht.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Fernsehen | 27.09.2017 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. September 2017, 21:30 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

1 Kommentar

28.09.2017 06:47 Mölle 1

Die nächste Pleite einer Billigfluglinie liegt wohl in der Luft. Erst ist Air Berlin abgestürzt, und nun bestimmt auch noch Ryanair.