Elektromobilität Erste Wagen des neuen Tesla ausgeliefert

Mehr als eine halbe Million Vorbestellungen gibt es für das neue Elektroauto von Tesla. Jetzt wurden die ersten 30 Fahrzeuge ausgeliefert. Das Unternehmen begibt sich mit seinem Basismodell in einen umkämpften Markt.

Elon Musk weiß, wie man einen Rockstar-Auftritt hinlegt. Zu lauter Musik rast der Tesla-Chef mit einem roten Wagen seines ersten günstigeren Wagens "Model 3" auf die Bühne, springt raus und lässt sich im Scheinwerferlicht von seinen Mitarbeitern feiern. Der Anlass ist ein Meilenstein für Tesla: Die ersten 30 Model 3 werden nach einem Monat Serienproduktion an ihre Besitzer übergeben.

Tesla-Chef Elon Musk spricht auf dem Fabrikgelände in Fremont, Kalifornien (USA) bei der ܜbergabe des ersten günstigeren Tesla-Fahrzeugs Model 3.
Elon Musk bei der Vorstellung des neuen Tesla-Modells. Bildrechte: dpa

Die ersten 30 von mehr als einer halben Million Vorbestellungen, die Tesla erst einmal lange abarbeiten muss.

Die Zeremonie am Tesla-Werk im kalifornischen Fremont läutet ein neues Kapitel in einem der spannendsten Duelle ein, die heute die Wirtschaft zu bieten hat: Tesla gegen den Rest der Autoindustrie.

Auslieferung Ende 2018

Die Tesla-Kunden leisten eine Anzahlung von 1.000 Dollar für das Auto, für das sie Steuervergünstigungen erhalten. Der Zeitplan des Unternehmens sieht vor, weitere 100 Fahrzeuge im August zu bauen, dann 1.500 im September, um dann bis zum Dezember auf 20.000 Model 3 im Monat zu kommen.

Das bedeutet, dass selbst die Vorbesteller aus der ersten Welle bis tief ins Jahr 2018 auf ihre Wagen warten könnten. Bei der Produktion werde man mindestens ein halbes Jahr durch die Hölle gehen, sagte Musk.

Der Tesla-Chef präsentierte das Basismodell, das mit einer Aufladung rund 350 Kilometer weit fährt und 35.000 Dollar kostet. Die größere Version kostet 44.000 Dollar und hat eine Reichweite von rund 500 Kilometern. Das Model spielt eine Schlüsselrolle für die Zukunft von Tesla: Es soll den Elektroauto-Hersteller aus der Luxus-Nische in den breiten Markt bringen.

Erste Wagen des ersten günstigeren Tesla-Fahrzeugs Model 3 stehen auf dem Fabrikgelände in Fremont, Kalifornien (USA) zur ܜbergabe an ihre Besitzer bereit.
Die ersten Tesla 3 sind fertig. Bis alle Kunden ihren vorbestellten Wagen bekommen, kann es aber noch dauern. Bildrechte: dpa

Hohe Konkurrenz im angestrebten Marktsegment

Zugleich ist es das Preissegment, in dem Tesla auf massive Konkurrenz großer Autokonzerne stoßen wird. Sie arbeiten unter Hochdruck an eigenen erschwinglichen Elektrofahrzeugen - unter anderem bei VW heißt es, 30.000 Euro sei die Marke, bei der man Tesla "abfangen" wolle.

Von BMW wird zur Internationalen Automobil-Ausstellung IAA im September nach Medienberichten eine elektrische Version seiner 3er-Reihe erwartet. General Motors ist bereits in dem Preissegment mit seinem Chevy Bolt präsent.

Auch Model 3 soll komplett selbstfahrend werden

Ein Wagen des günstigeren Tesla-Fahrzeugs Model 3 steht auf dem Fabrikgelände in Fremont, Kalifornien (USA).
Soll künftig auch autonom fahren können: das günstige Modell von Tesla. Bildrechte: dpa

Tesla will auch seinen günstigeren Wagen mit der Zeit komplett selbstfahrend machen.

Das Fahrzeug bekomme dafür standardmäßig die volle Ausstattung aus acht Kameras und einem Dutzend Sensoren, sagte Tesla-Chef Elon Musk am Samstag.

Zunächst sollen nur die Fahrassistenz-Funktionen aktiviert werden, die Software zum autonomen Fahren werde später in die Fahrzeuge geladen. "Der Plan ist, dass alle Teslas vollständig autonom fahren können", sagte Musk.

Schon jetzt kann die Roboterwagen-Software im Hintergrund mitlaufen, um Daten für die Zukunft zu sammeln.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 26.07.2017 | 2:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Juli 2017, 10:20 Uhr

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8 Kommentare

30.07.2017 13:44 Ullrich 8

@O-Perler
Zur Sache war das jetzt nichts! Aber gleich im Nick wieder hetzen (1.V.)

30.07.2017 10:48 O-Perler (1. V.) 7

Ich las in @5: "... Und wir sollten nicht so arrogant sein Tesla nicht Ernst zu nehmen!
Eine Pleite von Karstadt war vor 20 Jahren auch undenkbar."

Vor dieser argumentativ logischen Kette kann ich nur den Hut ziehen. Auf jeden Fall ist das mir viel zu hoch! Allerdings: Vielleicht erkennt ein ausgebildeter Psychologe hier eine Freudsche Fehlleistung? Zumindest wurden hier in einem Zug die Firma Tesla und Pleite erwähnt...

29.07.2017 22:51 Markus 6

Wagen zu klein, zu teuer, zu unwirtschaftlich.

29.07.2017 15:59 Ullrich 5

@Frederic
Und? Wie häufig fahren sie solch solche Strecken (ohne Pause)?
Tolle Neuigkeit. Und wir sollten nicht so arrogant sein Tesla nicht Ernst zu nehmen!
Eine Pleite von Karstadt war vor 20 Jahren auch undenkbar.

29.07.2017 15:56 Fragender Rentner 4

Rund 350 KM bei den Themperatur in Kalifornien.

Rund heißt wohl eher weniger.

Wie weit kommt er bei Minus Themperaturen?

29.07.2017 14:57 Frederic 3

toll - und wie weit ist die Reichweite, wie störanfällig ist diese Elektronik ?? Für den Stadtverkehr mag das Fahrzeug noch gut sein, aber auf Stecken von mehr als 400 - 500 Km dürfte das versagen. Ein Diese oder Benziner ist weniger störanfällig und macht bequem 1000 - 1200 KM mit einer Tankfüllung von 60 - 80 l

29.07.2017 14:27 ach ja 2

wieso nicht? wer ist so dumm und pendelt über 350km tägllich?

29.07.2017 11:56 ach so 1

Für Pendler ist das wohl nichts.