An einer Ladestation im Zentrum von Leipzig am Augustusplatz stehen Elektroautos - ein Tesla und ein Volvo - zum Auftanken.
An einer Leipziger Ladestation stehen ein Tesla und ein Volvo. Die Schweden wollen künftig nur noch Autos mit Elektromotor bauen. Bildrechte: dpa

Elektromobilität Volvo will Benziner und Diesel abschaffen

Volvo hat eine kleine Revolution angekündigt. Der schwedische Autobauer will von 2019 an keine Autos mehr ohne Elektromotor bauen. Fünf reine E-Autos sollen bis 2021 auf den Markt kommen. Mit dieser Strategie ist Volvo allein unter den großen Konzernen - und das hat einen Grund.

An einer Ladestation im Zentrum von Leipzig am Augustusplatz stehen Elektroautos - ein Tesla und ein Volvo - zum Auftanken.
An einer Leipziger Ladestation stehen ein Tesla und ein Volvo. Die Schweden wollen künftig nur noch Autos mit Elektromotor bauen. Bildrechte: dpa

Der schwedische Autobauer Volvo will sich in den kommenden Jahren Schritt für Schritt von Fahrzeugen mit reinen Verbrennungsmotoren verabschieden. Von 2019 an werde jedes neue Volvo-Modell einen Elektromotor haben, kündigte der Autobauer am Mittwoch an.

Volvo sprach von einem "neuen Kapitel" in der Geschichte des Automobils. Die Ankündigung bedeute das Ende des ausschließlich vom Verbrennungsmotor angetriebenen Autos, sagte Volvo-Chef Hakan Samuelsson einer Mitteilung zufolge.

Bis 2021 sollen fünf reine E-Autos auf dem Markt sein

In Zukunft werde es bei Volvo keine Autos ohne Elektromotor mehr geben. Modelle mit Verbrennungsmotoren - also Benziner und Diesel - sollen demnach Schritt für Schritt ersetzt werden durch elektrisch angetriebene Fahrzeuge.

Zwischen 2019 und 2021 will Volvo fünf reine E-Autos auf den Markt bringen. Diese Fahrzeuge sollten ergänzt werden durch eine Reihe von Hybrid-Modellen, die per Stecker geladen werden und einen ergänzenden Verbrennungsmotor haben. Samuelsson begründete die Wende mit Wünschen der Kunden: Immer mehr fragten nach Elektroautos.

Chinesische Investoren beflügeln Volvo

Bis 2025 will Volvo eine Million Elektrofahrzeuge verkaufen. Der Hersteller hat seit der Übernahme durch chinesische Geldgeber im Jahr 2010 kräftig in neue Modelle und Fabriken sowie neue Technologien investiert.

Andere Autohersteller dagegen halten bislang an Verbrennungsmotoren fest. Vor allem der Diesel ist aber derzeit wegen immer mehr Berichten über mögliche Abgas-Manipulationen in der Kritik. Die Zahl der Neuzulassungen sinkt.

Deutsche nutzen Kaufprämie für E-Autos kaum

Die Deutschen scheinen bislang zögerlich beim Umstieg auf E-Mobilität. Ein Jahr nach ihrer Einführung hat die Prämie für Elektrofahrzeuge noch nicht gezündet. Bis Ende Juni wurden in Deutschland nach den Zahlen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolleinsgesamt lediglich 23.024 Anträge auf den Zuschuss gestellt.

Die Kaufprämie Die Kaufprämie gilt rückwirkend für alle seit Mai 2016 gekauften Autos. Für reine Elektrowagen gibt es 4.000 Euro, für Hybridautos mit Batterie und Verbrennungsmotor sind es 3.000 Euro.

Mit der Prämie soll die Nachfrage nach E-Autos angekurbelt werden. Die Bundesregierung hatte erwartet, dass so der Kauf von "mindestens 300.000 Fahrzeugen" angeschoben wird.

Über dieses Thema berichtet MDR auch im: Radio | 05.07.2017 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Juli 2017, 20:40 Uhr

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10 Kommentare

06.07.2017 14:03 ha 10

Die deutsche Autoindustrie, das Pfeifen im Walde?
Man weiß ja spätestens seit der Abgasäffäre, das man sich sehr auf die Beeinflussung der Politik verlässt, statt auf eigene Innovation, hoff. hat VW gelernt, zur Zeit stehen sie ja weltweit an der Spitze bei R&D.
Wenn man sieht, wie abhängig Deu von der Autoindustrie ist, auch wenn da viel 2. 3. klassige Jobs dabei sind, kann einem Angst und Bange werden.
Die Fortschritte bei der Akkutechnik sind gigantisch, Preis/Leistung, Haltbarkeit ebenfalls, dazu noch die Fortschritte bei selbstfahrenden Fahrzeugen.
Wenn man die Kosten eines Hochtechnologieträgers, wie einem modernen DieselPKW anschaut, sieht das nicht gut aus, allein die Teilezahl und Reparaturanfälligkeit gegen einfachen Elekroantrieb ist ein gewaltiger Kostenvorteil für den Verbraucher.
Letztlich wird wohl der private PKW ein Hobby werden und kostenmäßig gg ein selbstfahrendes Taxi E-mobil keine Chance haben, die Frage ist, wer baut und betreibt die? Kodak u Nokia grüßen

06.07.2017 11:59 Frederic 9

Nun Volvo wr mal ein gutes Fahrzeug. Nur was die nun vorhaben, ist die Abschaffung von Volvo. Das E - Auto ist noch lange nicht für Strecken geeignet, für 1000 Kilometer werden 2 -3 Tage gebraucht. Das E - Auto als Stadtrutsche könnte was werden. Solange man im Umkreis von 50 - 100 Km bleibt. Eine E- Pkw von Bugatti steht in Mühlhausen, im Elsass - im Auto Museum. Gewicht ca. 3To.

05.07.2017 17:15 optinator 8

Scheuen wir uns dann einfach mal ab 2019 die Verkaufszahlen an !

05.07.2017 16:14 Moutainbiker 7

Na, na, na. Wenn das die von VW hören, die haben so schon genügend Probleme (ohne Ende) ...
Übrigens das meist verkaufte E-Auto der Welt ist (angeblich) der LEAF (von Nissan). Und wer redet darüber...?

05.07.2017 15:22 Kritiker 6

Das E-Auto ist mit seinen Möglichkeiten noch sehr weit davon entfernt eine akzeptable Alternative zum Benziner zu sein.

05.07.2017 14:25 Wolfis 5

Ab in den Urlaub mit Zwischenübernachtungen. Die zunehmende Flotte der LKW darf weiter rußen. Unsere Vorfahren wussten schon warum sie die Eisenbahn erfunden haben.

05.07.2017 14:08 Markus 4

Volvo kam für mich niemals in Frage, da zu teuer und zu unwirtschaftlich. Sie dürfen bauen was sie wollen - ich kaufe das sowieso nicht.

05.07.2017 12:34 Ichich 3

FakeNews. Erstens will Volvo nicht Benziner und Diesel abschaffen, sondern bestenfalls selber keine mehr bauen. Zweitens steht etwas da von "reinen" Verbrennungsmotoren. Man will ja, wie im Artikel angegebene weiterhin Hybridmodelle anbieten. Drittens will man innerhalb von sechs Jahren bis 2025 eine Million Elektrofahrzeuge verkaufen. VW und Toyota haben jährliche Absatzzahlen von zehn Millionen. Überdies macht Volvo seit vielen Jahren Verlust ... nicht unbedingt ein Zeichen kompetenter Unternehmensführung.

05.07.2017 12:33 Norbert 2

Fahre einen 26 Jahre alten Volvo, wenn diese neuen Fahrzeuge die gleichen Dauerläufer in dieser Qualität sind dann wird das was. Allerdings halte ich den Zeitrahmen für zu früh. Bis dahin wird keine Infrastruktur da sein. Aber wir werden sehen das wird spannend.

05.07.2017 12:29 Graf von Henneberg 1

Den E-Karren in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.

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