Motor eines VW-Dieselfahrzeugs.
Acht Millionen Volkswagen sollen schnellstmöglich repariert werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Diesel-Skandal EU und Verbraucherschützer machen Druck auf VW

Rund acht Millionen Volkswagen sind vom Diesel-Skandal betroffen. Doch mit der Reparatur lässt sich der Autohersteller Zeit. Zu viel Zeit, finden die EU-Kommission und Verbraucherschützer und drohen mit Konsequenzen, sollte VW nicht schnell reagieren. In der Schweiz verklagt eine Verbraucherschutz-Stiftung den Konzern auf Schadenersatz für geschädigte VW Fahrer.

Motor eines VW-Dieselfahrzeugs.
Acht Millionen Volkswagen sollen schnellstmöglich repariert werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Diesel-Skandal erhöhen die europäischen Verbraucherschutzbehörden den Druck auf Volkswagen, alle gut acht Millionen betroffenen Fahrzeuge rasch zu reparieren. Man habe Hinweise, dass viele der Autos noch nicht nachgerüstet seien, erklärte die EU-Kommission.

Einen Monat Frist

Der deutsche Autobauer solle nun binnen eines Monats bestätigen, dass die Nachrüstungen wie versprochen im Herbst 2017 abgeschlossen werden, schrieben die nationalen Behörden gemeinsam mit der EU-Kommission an VW. Andernfalls drohten Schritte in einzelnen Mitgliedstaaten.

Instandsetzung, Garantie und Aufklärung gefordert

Ein Software-Update wird auf einen Volkswagen Golf geladen
Millionen Volkswagen brauchen ein Software-Update. Bildrechte: dpa

Es geht um Autos, die wegen manipulierter Testverfahren die Vorgaben für ihre Zulassung eigentlich nicht erfüllen. Volkswagen müsse alle Wagen so instandsetzen, dass sie den Zulassungsregeln entsprechen, erklärte EU-Kommissarin Vera Jourova. Zudem müsse der Hersteller eine Garantie abgeben, falls nach den Reparaturen Probleme aufträten.

VW hatte zugesagt, bis Herbst 2017 alle mit Manipulations-Software ausgestatteten Fahrzeuge auf eigene Kosten zu reparieren. Die EU-Kommission betonte, der Konzern solle Kunden einzeln schnellstmöglich über die Reparatur informieren und in allen Details darlegen, wozu sie nötig ist, was sie bedeutet und was die Folgen wären, wenn das Auto nicht in die Werkstatt kommt.

Schweizer Stiftung klagt auf Schadenersatz

Die Schweizer Verbraucherschutz-Stiftung SKS hat unterdessen wegen der Abgas-Manipulationen gegen VW und dessen Generalimporteur Amag in Zürich Klage eingereicht. Rund 180.000 VW-Fahrer sollen nach ihrem Willen bis zu 7.000 Franken (gut 6.100 Euro) Schadenersatz erhalten.

Der Vorwurf lautet auf Irreführung. VW und Amag hätten die Käufer widerrechtlich getäuscht.

Amag weist Vorwürfe zurück

Da es nach Schweizer Recht keine Sammelklagen wie etwa in den USA gibt, setzt die Stiftung zunächst auf eine sogenannte Verbandsklage. Richter sollen dabei feststellen, ob mit den Abgasmanipulationen schweizerisches Recht verletzt wurde. Bei einem positiven Bescheid folgt die eigentliche Klage auf Schadenersatz.

Die Amag hatte die Vorwürfe schon in der vergangenen Woche zurückgewiesen. Weder liege eine widerrechtliche Täuschung vor, noch sei den Fahrern tatsächlich ein Schaden entstanden. Die Amag habe selbst erst im September 2015 aus den Medien von der "Dieselthematik" gehört und den Verkauf möglicherweise betroffener Neuwagen sofort gestoppt.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 07.09.2017 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. September 2017, 18:56 Uhr

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5 Kommentare

07.09.2017 21:53 Ureinwohner 5

Instandsetzung, Garantie und Aufklärung gefordert.
Was für ein herrliches Ablenkungsmanöver. Das Auto,
der Deutschen liebstes Kind. Nienmand fragt noch nach Flüchtlinge ,Integration,Kosten, Bildung ,EU,
Infrastruktur,BW, Türkei, Waffenexporte, Wahlprogramme der regierenden Partreien.

07.09.2017 17:15 optinator 4

Als langjähriger Mitarbeiter eines Zulieferers von VW habe ich seit vielen Jahren den Eindruck, die scheißen darauf.
Geld, Geld ...
Was zählt den mehr in dieser Gesellschaft.

07.09.2017 15:37 Fragender Rentner 3

Wer hat den hier vor unsere wertvollen Arbeitsplätze zu vernichten?

Wenn mal jemand von uns geht, dann wird bestimmt ein Arbeitsplatz frei.

So bekommen wir noch weniger Arbeitslose.

07.09.2017 13:43 Helmut 2

1. Wer ist die DUH, dass sie die Wirtschaftspolitik bestimmen will ?
2. Das VW und Audibashing hilft nur der ausländischen Kfz Industrie.
3. Sicher haben VW Audi BMW ... die Grenzwerte für NOX überschritten, aber gegen Renault Dacia sind die ja Waisenknaben.

07.09.2017 13:16 Brennabor 1

VW wird allen eins husten.

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