Ein Exemplar der Aktie des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund
Ein Exemplar der Aktie des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund. Bildrechte: dpa

Wetten auf fallende Kurse Was sind Put-Optionen?

Der mutmaßliche Attentäter auf den BVB-Mannschaftsbus soll aus Habgier gehandelt haben. Offenbar hat er Put-Optionen erworben, mit denen er auf einen fallenden BVB-Aktienkurs nach dem Anschlag gewettet hatte. Er wollte damit einen Millionengewinn einstreichen. Doch was sind eigentlich Put-Optionen?

Ein Exemplar der Aktie des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund
Ein Exemplar der Aktie des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund. Bildrechte: dpa

Käufer von Put-Optionen erwerben das Recht, eine Aktie, Rohstoffe oder andere Anlagen in einem bestimmten Zeitraum oder zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem vorher festgelegten Preis zu verkaufen. Dieses Recht räumt ihm der Verkäufer einer Option, zum Beispiel eine Bank, gegen eine Gebühr ein. Sinkt nun der Wert der Anlage, macht der Käufer der Option einen Gewinn. Stagniert oder steigt der Kurs, verdient hingegen der Verkäufer in Form der kassierten Gebühren.

Ein Beispiel: Eine Aktie liegt bei 45 Euro. Der Käufer einer Put-Option rechnet mit einem sinkenden Kurs. Er sichert sich die Möglichkeit, die Aktie auch in einigen Monaten noch für 45 Euro verkaufen zu können. Dafür zahlt er eine Gebühr in Höhe von fünf Euro. Fällt die Aktie nun auf 30 Euro, erzielt der Inhaber der Put-Option einen Gewinn von 10 Euro pro Aktie. Schließlich könnte er die Wertpapiere zum vereinbarten Termin am Markt für 30 Euro kaufen und für 45 verkaufen. Gegenrechnen müsste er nur die Optionsgebühren.

Das Beispiel ist allerdings sehr vereinfachend. Denn in der Praxis wird die Aktie oder der Rohstoff, um den sich alles dreht, in den seltensten Fällen tatsächlich gehandelt. Stattdessen zahlt der Verkäufer der Option dem Käufer meist einfach die Differenz zwischen ursprünglichem und neuem Wert als Barausgleich. Noch komplizierter wird es dadurch, dass Optionsscheine selbst einen Kurswert haben. Der Inhaber von Optionsscheinen kann diese also einfach an einen anderen Spekulanten verkaufen.

Warum gibt es Put-Optionen?

Der Grund ist einfach und auch ganz vernünftig. Durch die Optionskäufe können sich Aktienhändler gegen allzu große Verluste absichern. Wenn ein Händler also Aktien einer Firma kauft und diese komplett abstürzt, kann er seine Verluste damit abfedern, damit er (oder seine Kunden, wenn er im Auftrag anderer, etwa einer Bank, handelt), keinen Totalverlust erleidet.

Was ist das Problem an Optionskäufen?

Es gab immer wieder Fälle, in denen Aktienhändler die Optionen nicht zur Absicherung ihrer Aktienkäufe benutzten, sondern nur auf einen Absturz der Aktien wetteten. Der Handel mit solchen Optionen ist hochriskant. Wenn Käufer sich verspekulieren, droht ein Totalverlust.

Daher besteht die Gefahr, dass Käufer von Put-Optionen versuchen, die Kurse negativ zu beeinflussen, wie jetzt im Fall des Anschlags auf den Bus des BVB. Der Käufer der Optionen hatte erwartet, dass es zu einem Absturz der BVB-Aktie kommt. Durch die vorher erworbene Option hätte er damit erhebliche Gewinne einfahren können.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 21.04.2017 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. April 2017, 12:25 Uhr