Zentrale der Deutsche Bank AG in Frankfurt
Mit den neuesten Umstrukturierungen will die Deutsche Bank endlich raus aus der Krise. Bildrechte: IMAGO

Umstrukturierung Deutsche Bank besorgt sich frisches Geld

In den letzten Jahren hat die Deutsche Bank Verluste in Milliardenhöhe verkraften müssen, hinzu kamen teure Rechtstreitigkeiten und Strafzahlungen. Das geht dem größten deutschen Bankhaus an die Substanz. Durch den Verkauf neuer Aktien besorgt sich die Deutsche Bank jetzt neues Geld. Ein Verkauf der Postbank ist derweil vom Tisch.

Zentrale der Deutsche Bank AG in Frankfurt
Mit den neuesten Umstrukturierungen will die Deutsche Bank endlich raus aus der Krise. Bildrechte: IMAGO

Die Deutsche Bank hat eine Kapitalerhöhung angekündigt. Über den Verkauf neuer Aktien will das größte deutsche Geldhaus rund acht Milliarden Euro einnehmen. Das teilte die Deutsche Bank am Sonntag in Frankfurt am Main mit.

Fast 690 Millionen neue Aktien will das Bankhaus ausgeben. Dieser Schritt sei "in vollem Umfang" von den Bankhäusern Credit Suisse, Goldman Sachs, BNP Paribas, Commerzbank, Barclays, HSBC, Morgan Stanley und UniCredit garantiert. Die Zeichnungsfrist solle am 21. März beginnen und am 6. April enden, hieß es weiter.

Postbank wird nicht verkauft

Zudem teilte das Unternehmen mit, dass es sich nicht wie urprünglich geplant von der Postbank trennen werde. Statt die auf Privatkunden fokussierte Tochter zu verkaufen, soll sie in das Privat- und Firmenkundengeschäft des Konzerns integriert werden.

Die kombinierte Bank werde mehr als 20 Millionen Kunden in Deutschland haben, hieß es. Ein detaillierter Plan für den Zusammenschluss soll im Laufe des Jahres präsentiert werden.

Deutsche Bank soll wieder wachsen

Die Kapitalerhöhung ist Teil eines umfassenden Konzeptes zur Umstrukturierung des Geldhauses. Ziel sei es, "die Wurzeln der Deutschen Bank auf ihrem Heimatmarkt sowie ihre Position als führende europäische Bank mit globalem Netzwerk zu stärken", hieß es in der Erklärung zur Neuausrichtung.

"Unsere Entscheidungen sind ein wichtiger Schritt, um die Deutsche Bank stärker zu machen und wieder wachsen zu können", sagt Vorstandschef John Cryan.

Seit Jahren im Milliardenminus

Schon seit Monaten wird über eine Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank spekuliert. Das Geschäftsjahr 2016 hatte die Deutsche Bank mit einem Minus von rund 1,4 Milliarden Euro abgeschlossen. 2015 war sogar ein Fehlbetrag von 6,8 Milliarden Euro aufgelaufen - das größte Minus in der Geschichte der Deutschen Bank.

Durch weltweit laufende juristische Verfahren ist die Deutsche Bank gezwungen, Milliardenzahlungen zu leisten. So einigte sie sich Ende 2016 mit den US-Behörden auf eine Strafzahlung und Entschädigungen von insgesamt 6,8 Milliarden Euro. Hintergrund war ein Rechtsstreit um faule Hypothekenpapiere.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 05.03.2017 | ab 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. März 2017, 18:25 Uhr