Eine Mädchen steckt eine Münze in ihr Sparschwein
Das klassische Sparschwein kommt nicht aus der Mode. Bildrechte: IMAGO

Fragen und Antworten So sparen die Deutschen

Die Deutschen sparen trotz Niedrigzinsen fleißig. 86 Prozent der Bundesbürger legen regelmäßig oder gelegentlich Geld zurück. Die Sparer setzen dabei auf klassische Anlageformen. Häufigster Zweck der Rücklagen: die private Altersvorsorge.

Eine Mädchen steckt eine Münze in ihr Sparschwein
Das klassische Sparschwein kommt nicht aus der Mode. Bildrechte: IMAGO

Wie legen die Deutschen Ihre Ersparnisse an?

Deutschlands Sparer zahlen ihre Rücklagen am liebsten auf ein Girokonto ein. Die geht aus einer aktuellen Erhebung der Comdirect Bank hervor. Demnach legen dort 56 Prozent der Befragten ihr Geld ab, obwohl sie mit nur wenig Rendite rechnen dürfen. Knapp dahinter rangiert das Sparbuch (53 Prozent), gefolgt vom Tagesgeldkonto (35 Prozent).

Fast ein Drittel der Deutschen (31 Prozent) hortet Bargeld. Auf den weiteren Plätzen stehen Bausparverträge (30 Prozent),  Lebensversicherungen (26 Prozent), Anlagen der Altersvorsorge (26 Prozent), Festgeld (18 Prozent) sowie Aktien und Investmentfonds (16 Prozent). Diese Zahlen basieren auf einer repräsentativen Befragung von 1.600 Bürgern. 

Wie viel legen die Sparer monatlich zurück?

Die Mehrheit der Deutschen (41 Prozent) spart nach Angaben der Bank of Scotland monatlich weniger als 100 Euro. Knapp jeder Fünfte (19 Prozent) legt zwischen 100 und 200 Euro zur Seite. Bis zu 300 Euro knapsen 14 Prozent der Befragten von ihrem Einkommen ab. Acht Prozent der Sparer bilden monatlich Rücklagen in Höhe von bis zu 400 Euro. Wiederum beinahe jeder Fünfte kann sogar mehr als 400 Euro für Sparzwecke entbehren. Auch diese Befragung, die im Juni veröffentlicht wurde, ist repräsentativ.

Menschen, die einen festen Partner haben, sparen übrigens häufiger als Singles. 56 Prozent der Personen mit Partner legen regelmäßig Geld auf die hohe Kante, während dies nur 40 Prozent der Alleinstehenden machen.

Wofür sparen die Deutschen?

Knapp die Hälfte der Deutschen spart für das Alter (48 Prozent). Fast genauso viele legen das Geld für einen Urlaub zurück (46 Prozent). Um für Notfälle aller Art gewappnet zu sein, sorgen 39 Prozent vor. Sachwerte stehen ebenfalls hoch im Kurs: Das Auto (29 Prozent), ein eigenes Haus oder eine Wohnung (21 Prozent) sowie Möbel (20 Prozent) motivieren viele Menschen dazu, Geld auf die hohe Kante zu legen. 15 Prozent der Befragten gaben in der Studie der Bank of Scotland an, Geld für die Ausbildung der Kinder oder Enkel zurückzulegen. Jeder Fünfte spart für keinen besonderen Zweck.

Die Motive für das Sparen unterscheiden sich je nach Geschlecht und Alter. Laut der Erhebung sparen beispielsweise 28 Prozent der Befragten unter 30 Jahren für die eigene Aus- und Weiterbildung. Insgesamt liegt dieser Wert nur bei fünf Prozent. Und während über die Hälfte der Männer (55 Prozent) Rücklagen für die eigene Altersvorsorge bildet, liegt der Anteil bei Frauen bei lediglich 41 Prozent. Experten führen das auf die im Vergleich geringeren Einkommen von Frauen zurück.

Sparen die Deutschen genug?

Trotz der insgesamt hohen Sparquote, sorgen sich Experten um diejenigen, die nichts für das Alter zurücklegen. Jeder vierte Deutsche zählt laut Deutschem Sparkassen- und Giroverbands (DGSV) zu dieser Gruppe der Vorsorge-Verweigerer.

Insbesondere junge Menschen riskieren, in der Zeit nach dem Erwerbsleben arm zu sein. Das ist das Fazit einer repräsentativen Studie mit 2.500 Teilnehmern, die das Versorgungswerks MetallRente im Frühjahr dieses Jahres veröffentlicht hatte. Demnach legen nur 35 Prozent der 17 bis 27-Jährigen regelmäßig etwas für die Zeit nach dem Erwerbsleben zurück. Viele junge Menschen fühlten sich nach Angaben der Forscher von der langen Vorplanung überfordert und verstünden die verschiedenen Vorsorge-Angebote nicht.

Mehrere Studien zeigen gleichwohl, dass die Bereitschaft, für die Rente vorzusorgen, mit zunehmendem Lebensalter ansteigt. In der Studie der Bank of Scotland gaben Personen unter 30 Jahren häufig an, dass sie denken, noch zu jung dafür zu sein (42 Prozent). Insgesamt ist allerdings Geldmangel der häufigste Grund für die Menschen, nicht privat für das Alter vorzusorgen. Diese Ursache gaben im Osten 56 Prozent an, während es im Westen lediglich 45 Prozent waren.

Werden noch Sparschweine gefüttert?

Ja, mehr als die Hälfte der Bundesbürger (57 Prozent) steckt Geld in eine Spardose oder füttern ein Sparschwein. Als Grund dafür gibt jeder Fünfte an, dass ein Bargeldbestand zu Hause ein Gefühl von Sicherheit vermittle. Vor allem Frauen besitzen ein klassisches Sparschwein oder eine Spardose (60 Prozent), unter den Männern sind es nur 53 Prozent. In Sachsen (69 Prozent) sind Sparschweine oder Spardosen übrigens besonders beliebt.

Wo verstecken die Deutschen ihre Bargeldreserven sonst noch?

Ob zum Sparen oder aus Bequemlichkeit – 42 Prozent der Deutschen horten Bargeld zu Hause. Im Schnitt lägen in den Wohnungen und Häusern der Bundesbürger rund 1.100 Euro, wie das Versicherungsportals Knip in einer repräsentativen Befragung mit 1.080 Teilnehmern herausfand.

Ausgerechnet der Kühlschrank ist hierbei das Lieblingsversteck der Deutschen. Jeder Vierte lagert laut der Studie seine Banknoten kühl. Das zweitbeliebteste Versteck ist der Kleiderschrank: Gut jeder Zehnte (11 Prozent) versteckt sein Geld zwischen Socken, Unterhosen und Pullovern. Fast ebenso beliebt sind Betten oder Matratzen mit zehn Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen Vorratsdosen in der Küche, Spülkasten auf der Toilette, Tresore und Spardosen, Schuhschränke oder Schmuckdosen.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch
im Radio | 28.10.2016 | ab 09:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. November 2016, 10:28 Uhr