Cannabis
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Konferenz in Berlin Karriere mit Cannabis

In Berlin haben sich Experten aus Politik, Wirtschaft und Medizin zur "International Cannabis Business Conference" getroffen. Das darf man sich keineswegs als Treffen bekiffter Hippies vorstellen. Die Legalisierung von Cannabis zu medizinischen Zwecken birgt einen riesigen Markt - und das zieht.

von Ben-Alexander Safier, Hautpstatdtstudio

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Die Veranstalter der Konferenz geben sich euphorisch. Sie glauben fest an das legale Geschäft mit Cannabis. Ab 2019 soll es losgehen. Unter der Kontrolle einer Bundesagentur können Unternehmen Cannabis anbauen.

Junge Start-ups stehen in Deutschland bereit, um einen Fuß ins Geschäft zu bekommen. Einer von ihnen, Raffael Sturm vom deutschen Ableger des kanadischen Cannabis Herstellers ABCann, hat das beobachtet: "Mit der Veröffentlichung der Regularien zu den Produktionslizenzen und den Vergabeverfahren wird es natürlich auch zahlreiche Neugründungen geben. Es gibt bereits sehr viele Leute, die schon länger dabei sind, sich schlau zu machen und sich vorzubereiten."

Hippies und Anzugträger finden zusammen

Hippietypen sind auf der Konferenz die Ausnahme. Raffael Sturm kommt im Anzug mit kurzen Haaren. Die Herstellung und der Vertrieb von medizinischem Cannabis lohne sich, sagt er. Doch die Hürden für die Produktionslizenzen sind hoch: "Du bist auf der einen Seite bei der Herstellung zahlreichen Gesetzen unterworfen, wie dem Arzneimittel- und dem Betäubungsmittelgesetz. Daran hängen Verordnungen. Aber es gibt natürlich auch medizinische Standards, die in dem Bereich eingehalten werden müssen. Das ist für Start-ups besonders schwierig."

Cannabis als Medizin kaum erforscht

Die medizinische Nutzung von Cannabis ist zudem noch nicht erforscht. Es ist gerade erst zugelassen, daher gibt es wenig Studien. Das berichtet Dr. Eva Milz. Sie ist Psychiaterin und kämpft seit zwei Jahren für die Freigabe von Cannabis als Medikament. Es sei ein natürliches Heilmittel und seit 5.000 Jahren in der Medizin genutzt. Eva Milz warnt aber auch vor den Gefahren der Nutzung: "Die Gefahr ist immer das Abhängigkeitspotenzial. Aber die Abhängigkeit, die möglicherweise bei Cannabis entsteht, ist bei weitem nicht so schlimm wie bei Opiaten oder Schlaftabletten."

Der Amerikaner Alex Rogers hat die Konferenz in Berlin organisiert. Sein Ziel ist es, Leute ins Gespräch zu bringen und an den Verhandlungstisch. Nicht einfach, denn die Szene sei bunt gemischt, sagt er. "Wir nennen sie die Hippies und die Anzugträger, und es war kompliziert. Als Cannabis in Amerika legalisiert wurde, waren nur die Hippies im Geschäft. Dann kamen die Anzugträger dazu und haben den Hippies erklärt, was sie wie wo wann machen sollen. Das mochten die Hippies nicht. Aber über die Jahre wurden die Hippies ein wenig mehr Anzugträger und die Anzugträger ein wenig mehr Hippies."

In zwei Jahren kann also kontrolliert Cannabis in Deutschland angebaut werden. Dahinter steckt ein großer wirtschaftlicher Markt: Zubehör für den Anbau, Öle und Textilien und vor allem Medizin für schwerkranke Patienten.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im : Radio | 11.04.2017 | ab 23:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. April 2017, 18:23 Uhr

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2 Kommentare

12.04.2017 04:04 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 2

Mit dem 'Soybean-Car' oder auch 'Hemp-Car' hat Henry Ford schon 1941 eine Gewichtsreduktion von ca. 30% erreicht. Später kam auch noch ein Motor hinzu, der mit aus Hanf erzeugtem Alkohol betrieben wurde.

Mit Hanf kann man eine Menge Sinniges anstellen: Textilien, Verbundstoffe, Kraftstoffe...
Und wenn man dann in seinen Hanf-Jeans in seiner widerstandsfähigeren Hanf-Karosse mit Hanf-Treibstoff in den Sonnenuntergang gefahren ist, dann grinst man auch, ohne das Zeugs geraucht zu haben.

11.04.2017 21:12 ascanier 1

Mit verlaub, ich vermissen den Herrn Beck, von den Grünen...........................
Er hat doch die besten Erfahrungen!