Dunkle Wolken über Volkswagen Werk Wolfsburg
Neben der Abgasaffäre ermittelt die Staatsanwaltschaft in einem weiteren Verfahren gegen VW. Bildrechte: dpa

Zahlungen an Betriebsräte Büros von VW-Managern durchsucht

Die Abgasaffäre ist nur eine juristische Baustelle für Volkswagen. Der Konzern soll auch zu hohe Zahlungen an Betriebsräte genehmigt haben. Ermittler haben nun Büros von VW-Managern durchsucht.

Dunkle Wolken über Volkswagen Werk Wolfsburg
Neben der Abgasaffäre ermittelt die Staatsanwaltschaft in einem weiteren Verfahren gegen VW. Bildrechte: dpa

Ermittler von Staatsanwaltschaft und Finanzbehörden haben am Dienstag Vorstand-Büros von Volkswagen durchsucht. Einem Unternehmenssprecher zufolge ging es dabei um die Räume von Aufsichtsrat Hans Dieter Pötsch, Finanzvorstand Frank Witter und Personalvorstand Karlheinz Blessing. Die Ermittler hätten Akten und Computer beschlagnahmt.

Verdacht der Untreue und Steuerhinterziehung

Hintergrund der Durchsuchungen seien die angeblich überhöhten Zahlungen an Betriebsratschef Bernd Osterloh, erklärte der Sprecher. Auch Osterlohs Büro sei durchsucht worden. Die Ermittlungen waren im Mai bekannt geworden. Damals teilte die Staatsanwaltschaft Braunschweig mit, es gehe um den "Anfangsverdacht der Untreue im Zusammenhang mit der Aufwandsentschädigung für Betriebsratstätigkeit".

Nach Informationen von Reuters gingen die Steuerfahnder mit der Durchsuchung nun auch dem Verdacht der Steuerhinterziehung nach. Die Vergütung für den Betriebsratschef zählt zu den Betriebsausgaben - damit könnte VW bei einer überhöhten Vergütung zu wenig Steuern bezahlt haben.

VW betont Rechtmäßigkeit der Zahlungen

Osterloh verdiente nach eigenen Angaben bis zu 750.000 Euro im Jahr. Dies entspreche den Vorgaben des Betriebsverfassungsgesetzes, hatte VW erklärt. Osterloh selbst gilt nach bisherigen Informationen als Zeuge, nicht als Beschuldigter.

Die Staatsanwaltschaft in Braunschweig ermittelt zudem in zahlreichen anderen Verfahren gegen teils hochrangige VW-Mitarbeiter. Im Vordergrund dabei stehen jedoch der Diesel-Skandal und seine Folgen.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 15.11.2017 | 00:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. November 2017, 04:20 Uhr

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5 Kommentare

15.11.2017 17:45 Atze 5

Die Arbeiter sind, sie man sieht, verraten und verkauft.
750.000 Euro jährlich für einen Betriebsrat?

15.11.2017 16:41 Wo geht es hin? 4

@Bingo - Zitat von Ihnen: "Wann werden VW Kunden, für den Betrug an ihren gekauften Autos entschädigt???Oder ist Betrug, in Deutschland nicht mehr strafbar????" Zitat Ende. Wenn Sie auf der richtigen Seite des Tresens stehen, offenbar nicht...

15.11.2017 12:40 Wolfsburg, Venezuela 3

@15.11.2017 09:02 steffen_jg63 (1 Sicherlich ist Herr Osterloh Gewerkschaftsmitglied und hat bestimmt schon klassenkämpferische Reden geschwungen. Wozu braucht es einen Betriebsrat mit einem Gehalt jenseits von Gut und Böse in einem Konzern, wo die Belegschaft auf höchstem Niveau jammern werden würde. Dieser feine Herr ist nur eine unglaubwürdige Schachfigur, wohlgenährt am Busen des Konzerns.)

Dieser Eindruck drängt sich förmlich auf.
Einer der übelsten Aufsichtsräte desselben Konzerns VW versucht übrigens gerade in Hannover eine "neue" Regierung zu bilden. Von Schadensersatzklagen und Selbstanzeigen, die nach geltendem Recht vom Aufsichtsrat zwingend zu erheben wären, keine Spur. Der Name Winterkorn taucht in der Qualitätspresse garnicht mehr auf.
Der DGB weiss nicht einmal mehr, wo Wolfsburg liegt. Eine Bananenrepublik ist Tüddelkram gegen das, was im Jahre des Kapitals 2017 in Schland der absolute Normalfall ist. Mal sehen, wie weit wir damit kommen.

15.11.2017 10:03 Bingo 2

Wann werden VW Kunden, für den Betrug an ihren gekauften Autos entschädigt???Oder ist Betrug, in Deutschland nicht mehr strafbar????

15.11.2017 09:02 steffen_jg63 1

Sicherlich ist Herr Osterloh Gewerkschaftsmitglied und hat bestimmt schon klassenkämpferische Reden geschwungen. Wozu braucht es einen Betriebsrat mit einem Gehalt jenseits von Gut und Böse in einem Konzern, wo die Belegschaft auf höchstem Niveau jammern werden würde. Dieser feine Herr ist nur eine unglaubwürdige Schachfigur, wohlgenährt am Busen des Konzerns.