EEG-Umlage für 2017 Wie teuer Strom bald sein könnte

Die Energiewende ist eine teure Angelegenheit. Damit Wind- und Sonnenstrom ausgebaut werden können, zahlen Verbraucher eine Zusatzabgabe auf ihre Stromrechnung. Das ist die sogenannte EEG-Umlage, auch Ökosteuer genannt. Derzeit sind das knapp 6,4 Cent je Kilowattstunde Strom. Die Höhe wird jedes Jahr aufs Neue berechnet. Wie viel die Verbraucher 2017 zahlen müssen, geben die vier Netzbetreiber erst noch bekannt. Wir haben vorher schon mal ein bisschen gerechnet.

von Ralf Geißler, MDR AKTUELL

Noch haben die Stromnetzbetreiber die Höhe der EEG-Umlage fürs Jahr 2017 noch nicht verraten. Das Institut "Agora Energiewende" hat eigens einen EEG-Rechner entwickelt, der die Höhe der Umlage prognostizieren kann. Sprecher Christoph Podewils sagt:

Nach unseren Berechnungen wird die EEG-Umlage im nächsten Jahr auf 7,1 bis 7,3 Cent steigen.

Christoph Podewils | Institut "Agora Energiewende"

Damit würde der Ausbau Erneuerbarer Energien bis zu 14 Prozent mehr kosten als in diesem Jahr. Da die EEG-Umlage aber nur einen kleinen Teil des Gesamtstrompreises ausmacht, erhöhen sich die Kosten für private Verbraucher theoretisch um weniger als drei Prozent. So könnte die Kilowattstunde im kommenden Jahr durchschnittlich 29,44 bis 29,46 Cent kosten. Ob es wirklich so kommt, wird sich erst zeigen, wenn die vier Netzbetreiber die Höhe der EEG-Umlage bekannt geben. Und viel wichtiger: Für die Verbraucher muss sich nichts ändern, wenn die Stromanbieter die gesunkenen Einkaufspreise berücksichtigen.

Deshalb gibt es die EEG-Umlage

Volker Kamm vom Netzbetreiber 50 Hertz will vorerst nur verraten, wie die EEG-Umlage zustande kommt: "Die Betreiber von Wind- und Photovoltaik-Anlagen erhalten eine gesetzlich festgelegte Vergütung, die in der Regel höher liegt als der Börsenstrompreis, der am Markt erzielt werden kann. Die Lücke dazwischen soll die EEG-Umlage schließen." Wenn der Preis an der Strombörse sinkt, steigt deshalb die Umlage.

Kritik an Rabatten für stromfressende Unternehmen

Doch nicht alle müssen die EEG-Umlage voll bezahlen: Stromintensive Betriebe können Rabatt bekommen. Sachsen-Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) findet das in Ordnung - wenn diese Betriebe im internationalen Wettbewerb stehen. Doch sie kritisiert, der Rabatt werde zu häufig genehmigt: "Meine Forderung ist, dass wir wieder dahin kommen, womit wir gestartet sind: Dass wenige energieintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit werden, aber dass man mit diesen Ausnahmen restriktiv umgeht."

Auch der "Bundesverband Erneuerbare Energien" (BEE) kritisiert den Industrierabatt, der jährlich fünf Milliarden Euro beträgt. Denn das Geld zahlen alle anderen Stromverbraucher mit. BEE-Geschäftsführer Hermann Falk sagt: "Dieser Betrag sollte aus dem Bundeshaushalt finanziert werden - über die Steuer." Im Gegenzug könne die EEG-Umlage leicht sinken. Dadurch würde ein Durchschnittshaushalt 28 Euro im Jahr sparen.

Die EEG-Umlage wird noch teurer

Vorerst geht es mit der Umlage weiter nach oben. Laut Berechnungen des Agora-Instituts wird dieser Trend auch nach 2017 anhalten. Sprecher Christoph Podewils erklärt: "Wir gehen im Moment davon aus, dass der Scheitelpunkt 2022 oder 2023 erreicht sein wird. Bis dahin steigt die Umlage noch ein bisschen." Bis zu acht Cent pro Kilowattstunde könnte die EEG-Umlage dann kosten. Danach soll sie aber wieder günstiger werden, sagt Podewils: Im Jahr 2030 werde die Umlage das heutige Niveau unterschreiten. Der Grund: Die Betreiber von Ökostromanlagen erhalten die garantierte Vergütung nur 20 Jahre. Danach müssen sich ihre Anlagen selbst tragen. Aus der EEG-Umlage bekommen sie dann nichts mehr.

Zuletzt aktualisiert: 14. Oktober 2016, 05:00 Uhr

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9 Kommentare

15.10.2016 09:57 Michael Möller 9

ich habe mir gestern noch mal die Dokumentation angeschaut die vor einiger Zeit im TV lief und auch den Artikel noch mal durch gelesen und muß leider sagen die Energiewende ist gescheidert da unsere Politiker nur Politik für die Lobbyisten betreiben und alles auf den normalen Stromkunden umlegen und das hat in meinen Augen nichts mehr mit Demokratie und Rechtstaatlichkeit zutun sondern mit Dikatur der Lobbyisten, da auch der Strom ander Börse bei 3,5 cent liegt und nicht an den Verbraucher weitergegeben wird . hier zeigt sich das die Politik, die Netzagentur und die Justiz total versagt .

14.10.2016 19:36 J.T. 8

Die Verteilung der Netzausbaukosten ist ein Witz und gehört neu reguliert. Es kann nicht sein, dass dort wo Platz für den Windstrom oder für Solaranlagen ist und die Eispeisung in das Netz erfolgt, die Regionen besonders mit den Kosten für den Netzausbau belatet werden.
1. Ist die von der Politik verordnete Energiewende eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und deshalb sind die Lasten auch gleich zu verteilen.
2. Wer Solar-, Wind,- oder Biostrom und dgl. einspeist ist auch geringfügig an den Netzausbaukosten zu beteiligen.

14.10.2016 12:20 Horst Uwe 7

@Morchelchen

Es ist doch völlig egal, ob eine Regierung mehr links oder mehr rechts ist. Die resultierenden Veränderungen sind dieselben. Nur die Argumentation ist dann eine andere. Das eine mal werden direkt soziale Gründe vorgetragen und das andere mal finanzielle, die auf das Soziale wirken (sollen). Die Ergebnisse selbst haben doch mit farbenorientierter Paranoia nichts zu tun. Außer dass die Penetranz, mit der diese vorgetragen wird, damit Leser nicht etwa in besinnlicher Balance eigene Gedanken bilden, nervt.

14.10.2016 11:48 Morchelchen 6

Das haben wir den Weltverbesserungs-Idealen der links-grünen Politiker zu verdanken. Während man nirgends in Europa den Bürgern diese Last horrender Strompreise aufbürden will, sollen wir Deutschen im Dienste der Klimaerwärmung zur Kasse gebeten werden. Die billigste Art an Stromerzeugung wird abgeschafft, obwohl es laut Expertenmeinung total ungewiss ist, den Bedarf zukünftig mit erneuerbaren Energien abdecken zu können. Aus dem Grund und auch wegen der preiswerten Erzeugung werden woanders weiter Atomkraftwerke gebaut - sogar in Japan.

14.10.2016 10:20 Michael Möller 5

das Stromfressende Betreibe von der EEG-Umlage befreit werden ist in meinen Augen ein verstoss gegen das Gleichheitsprinzip laut GG.erst recht das immer mehr Betreibe befreit werden unter fandescheinlichen Gründen und da reden unsere Politiker immer von Demokratie und Rechtstaat. soll man jetzt lachen oder heulen. ich würde sagen hier zeigt sich das wir schon seit langen keine demokratie und Rechtstaat mehr haben ,würde ich sagen.

14.10.2016 10:16 Michael Möller 4

man muß sich das mal vorstellen,seit Jahrzenten steigen die Strompreise hier in Deutschland und die Politik sowie die Aufsicht schaut zu obwohl an der Börse der Strompreis gesuncken ist und von den Firmen nicht anden Kunden weiter gereicht wird . dies alles belegt für mich als kleiner Stromhunde nur wie korrupt und unfähig unsere Politiker sowie die Aufsichtsbehörten sind . erst recht wenn man die Strompreise mit dem EU-Ausland vergleicht und sieht das Deutschland den hösten Strompreis besitzt.das ist für mich ein Skandal sondersgleichen.

14.10.2016 10:03 Horst Uwe 3

Und wenn dann die Strompreise mal nich mehr zurückgehen sondern steigen, weil die staatlich subventionierte Kohle nich mehr verwendet werden kann...

Dann zeigt man sich Kulant und hebt aus Rücksicht auf die Verbraucher die EEG Umlage nich an. Dh in 3-5 Jahren muss in D der Ausstieg aus der Braunkohle beschlossen werden (Österreich arbeitet an einer Allianz gegen D). Die dann folgenden Preissteigerungen schluckt der Kunde, weil die Stromerzeuger sich ja auch daran... ähm... "beteiligen".

In dem sie eine Umlage für die Energiewende nicht erhöhen, die gar keine Energiewende bringt. Super. Und dafür lassen sich die Kunden jetzt schon seit einiger Zeit gute Preissenkungen nehmen. Jetzt erkläre mir doch nochmal einer, wieso die ganzen Boni für Vorstände nicht gerechtfertigt sein sollen, wenn eh das halbe Volk Aktien an diesen Unternehmen hat. Die andere Hälfte guckt natürlich in die Röhre. Tja...

14.10.2016 09:56 rainer 2

Mir fällt immer mehr der Kaffee aus der Hand. Vor Lachen oder Weinen. Rabatte für Stromintesive Betriebe. ...Welcher Betrieb steht heute nicht im internationalen Wettbewerb? Restriktiv damit umgehen. Ich lach mich tot. Also so sieht Grün aus. Nein. Nur die kleinen Leute bezahlen. Jetzt steigt sie gerade in ein umweltverträgliches Auto ein.

14.10.2016 08:19 Herr Klarmann 1

Irgentwann sollte damit Schluss sein, immer den Entverbraucher die Summe Zahlen zulassen