Wolfgang Hatz
Wolfgang Hatz im Jahr 2014 während seiner Zeit als Entwicklungsvorstand der Porsche AG. Bildrechte: dpa

Ermittlungen im Dieselskandal Hochrangiger Ex-Manager des VW-Konzerns verhaftet

Bei den Ermittlungen im Dieselskandal wurde offenbar erstmals ein Ex-Top-Manager des VW-Konzerns verhaftet. Laut Medienberichten soll es sich um den einstigen Porsche-Vorstand und Audi-Motorenentwickler Wolfgang Hatz handeln. Die Staatsanwaltschaft München bestätigte lediglich, dass ein weiterer ehemaliger Audi-Manager verhaftet wurde. Ein Name wurde nicht genannt.

Wolfgang Hatz
Wolfgang Hatz im Jahr 2014 während seiner Zeit als Entwicklungsvorstand der Porsche AG. Bildrechte: dpa

Im Zuge der Ermittlungen zum Dieselskandal hat die bayerische Justiz offenbar einen hochrangigen Ex-Manager des Volkswagen-Konzerns verhaftet. Wie "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR am Donnerstag meldeten, sitzt der ehemalige Porsche-Entwicklungsvorstand und Audi-Motorenentwickler Wolfgang Hatz in Untersuchungshaft. Hatz gilt als enger Vertrauter von Ex-VW-Chef Martin Winterkorn. Dem Bericht zufolge hatte ein Ermittlungsrichter in München die Verhaftung des Managers angeordnet.

Motorenentwickler bei Audi

Hatz war von 2001 bis 2007 zunächst Chef der Motorenentwicklung bei Audi, danach bei VW und von 2011 bis zu seiner Beurlaubung im September 2015 Entwicklungsvorstand der Porsche AG. Im vergangenen Jahr einigte er sich mit Porsche auf einen Aufhebungsvertrag. Bei einer internen Untersuchung war ihm bisher kein Fehlverhalten nachgewiesen worden.

Die US-Justiz hatte Hatz 2016 als möglichen "Mitverschwörer" bei Abgasmanipulationen verdächtigt. Er habe Bescheid gewusst oder zumindest darüber hinweggesehen, erklärten die Ermittler in den Vereinigten Staaten zu dem Fall.

Staatsanwaltschaft bestätigt Namen nicht

Die Münchner Staatsanwaltschaft hatte allerdinhgs keinen Namen bestätigt. Oberstaatsanwältin Andrea Grape sagte lediglich, der Kreis der Beschuldigten habe sich erweitert. Nach dem früheren Audi-Motorenentwickler P. sei am Mittwoch ein weiterer ehemaliger Audi-Mitarbeiter inhaftiert worden. Es habe auch zwei Durchsuchungen und Beschlagnahmen gegeben. Weiterhin sei aber kein Vorstand oder ehemaliger Vorstand der Audi AG darunter, hieß es. Weitere Angaben machte die Staatsanwaltschaft nicht. Zuvor hatte das "Handelsblatt" über den Fall berichtet.

US-Justiz verlangt Auslieferung

Die US-Justiz wirft dem bereits im Juli verhafteten Motorenentwickler P. vor, er habe "Audi-Mitarbeiter angewiesen, Software zu entwickeln und einzubauen, mit der die standardmäßigen US-Abgastests getäuscht werden". Sie verlangt eine Auslieferung des Managers. Audi hatte P., der einst für den "saubersten Diesel der Welt" geworben hatte, 2015 beurlaubt und ihm Anfang 2017 fristlos gekündigt. Seine Klage gegen die Entlassung ist seither vor dem Arbeitsgericht Heilbronn anhängig.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 28.09.2017 | 18:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. September 2017, 20:18 Uhr

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2 Kommentare

29.09.2017 06:57 HERBERT WALLASCH, Pirna 2

Was so eine Wahl alles ausmacht, wenn man den Zuspruch sinken sieht und die eigenen Landtagswahlen in Sichtweite sind. Vor Monaten sollte noch der kleine Ingeneur als das Bauernopfer herhalten und "Wir blicken jetzt in die Zukunft". Kleine Soldaten wurden sofort entlassen, da sie den Ruf der Bundeswehr schadeten. Hier wurde der Ruf Deutschlands massiv geschadet, in der ganzen Welt und die Aufarbeitung in Deutschland gab den Rest, an den Glauben an Gerechtigkeit und Ehrbarkeit.

28.09.2017 22:37 Und das ist auch sehr gut so! 1

Na, das ist doch mal eine gute Nachricht.
Hoffen wir, das er nicht der Einzige bleibt und hoffen wir, dass die Politiker, die das seit Jahren decken, die nächsten Kandidaten sind.

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