Gestapelte Geldmünzen auf Geldscheinen
Wie viel verdienen Facharbeiter, wie viel Führungskräfte? Das Internetportal Gehalt.de hat dazu eine Studie herausgebracht. Bildrechte: dpa

Exklusiv Gehaltsstudie: Wo man mehr verdient

Über Geld spricht man nicht und doch möchte man ja selbst gerne wissen: Was kann man im Laufe seiner Karriere für Gehälter erreichen, was verdient man am Anfang, wohin kann es als Facharbeiter oder Führungskraft gehen? Das Internetportal Gehalt.de hat dazu nun eine Studie herausgebracht, die dem MDR exklusiv vorliegt.

von Manuela Lonitz, MDR AKTUELL

Gestapelte Geldmünzen auf Geldscheinen
Wie viel verdienen Facharbeiter, wie viel Führungskräfte? Das Internetportal Gehalt.de hat dazu eine Studie herausgebracht. Bildrechte: dpa

Das Vergleichsportal Gehalt.de analysierte über 200.000 Gehaltsdatensätze von Fach- und Führungskräften aus den vergangenen zwölf Monaten. Und die Ergebnisse zeigen eines ganz deutlich: Bis zum 40. Lebensjahr sollten wir wissen, wo wir karrieretechnisch hin wollen, sagt Pressesprecher Artur Jagiello: "Fachkräften erhalten bis zum 40. Lebensjahr deutliche Gehaltssteigerungen und dann hört es auch auf."

Männer mehr als Frauen, West mehr als Ost

Ein Diagramm zeigt, wie sich das durchschnittliche Einkommen von Fach- und Führungskräften mit dem Alter verändert.
Auf das Bild klicken, um das Diagramm in voller Größe zu sehen. Bildrechte: Gehalt.de

Im Schnitt bleibt das Jahresbrutto laut Studie bei unter 50.000 Euro stehen. "Das heißt nicht, dass jeder 50.000 bekommt. Jetzt muss ich mich mit 40 entscheiden: Will ich Chef oder Abteilungsleiter werden oder eben nicht?" Denn bei den Führungskräften klettert die Gehaltskurve bis zum Renteneintritt weiter.

Bei Frauen sieht es allerdings etwas anders aus. Nicht nur, dass sie rund 25 Prozent weniger verdienen als die Männer. Ihre Gehaltskurve bekommt einen Knick mit etwa 40 Jahren. Hier schlägt die Familienplanung zu Buche. Die Gehälter der Männer steigen in dieser Zeit weiter an - auch ein Grund dafür, dass sich die Gehaltsschere zwischen Männern und Frauen im Laufe der Zeit erheblich erhöht. Auch zwischen Ost und West gibt es noch immer große Unterschiede.

Das Gehaltsgefüge in den neuen Bundesländern liegt um die 20 bis 25 Prozent unter dem, was wir aus den alten Bundesländern kennen. Einer der Hauptgründe ist natürlich die Wirtschaftsstruktur.

Artur Jagiello, Sprecher Gehalt.de

Mehr Gehalt in größeren Unternehmen

Denn je größer die Unternehmen, desto höher die Gehälter, sagt Artur Jagiello dem MDR. Ein Unternehmen, das mit ein bis fünf Mann starte, ein klassisches Start-Up-Unternehmen, werde einem Berufseinsteiger zwischen 30.000 und 40.000 Euro bezahlen. "Ein Unternehmen, das schon 1.000 Mitarbeiter hat, kann da locker das Doppelte bezahlen", so Jagiello.

Solche guten Gehälter gibt es laut der Studie in den kapitalstarken Branchen. Dazu gehören vor allem die Automobil- und die Pharmaindustrie, Bankwesen und Luftfahrt sowie die Chemiebranche. Die höchsten Gehaltsaussichten haben Akademiker mit Master-Abschluss. Wobei Ingenieure und Wirtschaftswissenschaftler besser wegkommen als Geisteswissenschaftler.

Doch ab wann rechnet sich ein Studium? Jemand, der mit einer Berufsausbildung anfange, bekomme ja schon mit 17 bis 18 Jahren sein Geld, erklärt Jagiello. Ein Akademiker sitze noch eine ganze Weile auf der Schulbank. Mit 31 Jahren habe er aber das Lebenseinkommen desjenigen mit Berufsausbildung eingeholt. Und dann geht die Schere deutlich auseinander.

Gutes Geld in Bereichen mit Fachkräftebedarf

Doch auch wer nicht studiert hat, kann gut verdienen, wenn er in Branchen mit hohem Fachkräftebedarf arbeitet: "Der typische IT-ler ist auf dem Markt gefragt. Ob der eine Ausbildung oder ein Studium hinter sich hat - beide werden gutes Geld verdienen", sagt Jagiello. Derjenige mit der Ausbildung werde sich dann schon im Laufe seiner Karriere überlegen, vielleicht noch mal eine Weiterbildung oder einen Bachelor zu machen, wenn er Führungsverantwortung übernehmen wolle.

Denn noch eines zeigt die Studie: Wer gehaltstechnisch nicht stagnieren möchte, sollte ständig am Ball bleiben, sich weiterbilden und gegebenenfalls auch den Arbeitgeber wechseln, falls sonst Karrieretüren verschlossen bleiben.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 12.03.2017 | 06:07 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. März 2017, 12:47 Uhr

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21 Kommentare

13.03.2017 18:24 karstde 21

@Klaus 15: Das ist "Bild-Zeitungs-Niveau". Die Sache ist schon problematischer als Sie sich das vorstellen. Das jetzt zu erklären bringt durch die Fülle nichts.

13.03.2017 16:26 karstde 20

@Mal ne Anmerkung 13: Stimmt was Sie schreiben. Aber bedenken Sie auch, dass die Rentner die Angst haben, fast alle nach der DM geschrien haben. DM heißt Kapitalismus. Der ist nun mal so. Das haben die alle gewusst, selbst der dümmste.

13.03.2017 12:11 part 19

Die größten Einkommensunterschiede ergeben sich natürlich aus der Beschäftigungsform, bekommen doch Leiharbeitskräfte pro Monat durchschnittlich etwa 1.300 Euro weniger als Arbeiter und Angestellte insgesamt in regulären Arbeitsverhältnissen. Das mittlere Gehalt von Vollzeitbeschäftigten liegt demnach bei 3.084 Euro. Die 728.000 Leiharbeiter in Vollzeit (Stand: Ende 2015) würden monatlich 1.285 Euro brutto weniger verdienen. Auch würden Leiharbeitskräfte besonders häufig im schlecht entlohnten Helferbereich eingesetzt. In den vergangenen Jahren blieb der Lohnabstand zwischen den Beschäftigten insgesamt und denen in Leiharbeit bei etwa 42 Prozent konstant. Dies gilt seit Ende 2013. Der Abstand in absoluten Zahlen wuchs von 1.229 Euro im Jahr 2013 auf den aktuellen Wert. Die Leiharbeit war und ist ein Garant der Niedriglohnbeschäftigung in Deutschland. Für die meisten bedeute Leiharbeit, dauerhaft Niedriglöhne zu beziehen und schlechtere Arbeitsbedingungen.

12.03.2017 23:43 Reiner Wahnsinn 18

weiter im Text: grauem Anzug und einheitlicher Hornbrille unterwegs gewesen. Heute bin ich so ein "schmarotzender" Rentner und bin dankbar,daß nur Sie allein meine Rente erarbeiten. Ich lebe immernoch in einer ferngeheizten Wohnung mit Tageslichtbad und vor meinem Haus steht ein Ostauto (Koreaner). Und im "Supermarkt" stehen unendlich viele Produkte herum, die ich damals nicht gebraucht hätte und heute auch nicht unbedingt brauche.

12.03.2017 23:23 Reiner Wahnsinn 17

12.03.2017 11:53 @ Jammernich 4 : Es ist doch nun wirklich nicht wahr, daß Sie ob Ihrer hohen Lohnnebenkosten alleine die Renten erwirtschaften?!
Auch AN in den NB´l zahlen in die RV ein.
Zitat: "Als Arbeitnehmer konnte man in der DDR wohl kaum davon träumen, im Alter eine zentralbeheizte Wohnung mit innenliegendem Bad zu haben und - sei es in der Garage oder unter der Laterne - sein Westauto zu parken. Mal ganz davon abgesehen, dass Supermärkte Waren bereithalten, die in der DDR wenn überhaupt vorhanden, dann unerschwinglich waren."Zitat Ende.Ich bin mit meiner Familie mit 21 in eine Wohnung mit Fernheizung und innenliegendem Tageslichtbad eingezogen. ich habe mit 21 mein erstes Auto vor dem Haus geparkt. Da Eisenach westlich von z.B Gera liegt, war es ein Westauto. Und in der "Kaufhalle" konnte ich Waren kaufen, welche ich zum Leben brauchte. Es ist mir nicht bekannt, daß man im Osten keine Bananen, Apfelsinen usw. bekam. Wir sind auch nicht alle mit einem einheitlich grauem

12.03.2017 21:29 Normalo 16

@ Stimmt schon so einiges, aber: Was bitte war gut daran einen Trabant vorm Haus stehen zu haben??? Das Teil hat gestunken, war eng, laut, langsam und unbequem. Und: Erinnert sich jemand daran wie es war wenn man neue Reifen brauchte? Geholfen hat nur das Geld aus den bereits blühenden Landschaften im Westen :-)

12.03.2017 18:31 Klaus 15

{ Majo 9 }
Was haben die Jammerer in den letzten 27 Jahren versäumt zu tun, dass die jetzt immer noch jammern? Bei uns leben auch ehemalige Ostdeutsche, die fühlen sich recht wohl, weil die das richtig gemacht haben.

12.03.2017 18:12 Klaus 14

{ Fragender Rentner 12 }
Es ist schon ein Unterschied was Politiker sagen und so mancher Besorgter darunter versteht.
Ich würde nie auf die Idee kommen, dass die Politik mein Gehalt oder Einnahmen regelt. Dafür bin ich selbst verantwortlich und das ist auch gut so.
Ich weiß, im Osten war das damals anders, da zählte mehr das Parteibuch als das Können. Unsere Besorgten sollten sich daran gewönnen, dass die Zeiten schon lange vorbei sind. Wer etwas leistet, der kann sich auch etwas leisten. Das klappt bei uns vollkommen problemlos.

12.03.2017 18:08 Mal ne Anmerkung 13

@4 Jammernich !Stellen sie sich vor ,wir hatten in der DDR keine offenen Feuerstellen in den Wohnungen und gebadet haben wir auch nicht im "Ziehbrunnen" am Waldrand!Und warum sollte ich unter der Laterne oder in der Garage mein "Westauto" parken?Ich hatte einen Trabbi "und das war gut so"!
Und sind sie froh wenn sie sich freuen können "was ihnen das Leben noch so beschert" ,im Osten haben leider viele Rentner Angst vor dem "was ihnen das Leben noch so beschert"! Nämlich Altersarmut und anstellen an den Tafelausgabestellen um um die Runden zu kommen.Also "Mensch aus den gebrauchten Bundesländern" was haben sie für eine verzerrte Wahrnehmung der Wirklichkeit?
Und in Sachsen können wir uns bei der damaligen CDU/FDP Regierung für den Werbeslogan"Sachsen Standortvorteil für Unternehmen dank Niedriglohngebiet"!Und die Herren Tillich(immer noch MP CDU) und der damalige Wirtschaftsminister Morlok FDP kämpften vehement gegen einen Mindeslohn!Das ist der Osten!

12.03.2017 16:08 Fragender Rentner 12

@ Klaus zu 5

Dann frag mal unseren Altbundeskanzler was er zur Wendezeit so alles versprochen hat!

Sofern sich ein BK überhaupt erinnern kann, wenn er es nicht auch erst aus den Medien erfahren hat.

Sollten ja nur ca. 10 - 15 Jahre sein.