Die Nordic-Walking-Gruppe "Über 70 Jahre" aus Langenargen läuft am 07.01.2014 in Langenargen (Baden-Württemberg) am Fluss Argen entlang zum Bodensee.
Rentner können 2018 mit drei Pozent mehr gesetzlicher Rente rechnen. Bildrechte: dpa

Ab Sommer 2018 Renten sollen um drei Prozent steigen

Die Deutsche Rentenversicherung hat eine zunächst erfreuliche Nachricht für Rentner und Beitragszahler: Die Bezüge sollen im kommenden Jahr um drei Prozent steigen und die Beiträge um 0,1 Prozentpunkte sinken. Kritiker wie die IG Metall fordern dagegen eine neue Rentenpolitik. Die Regierung sollte an die Zukunft denken und Rücklagen bilden, statt Beiträge zu senken.

Die Nordic-Walking-Gruppe "Über 70 Jahre" aus Langenargen läuft am 07.01.2014 in Langenargen (Baden-Württemberg) am Fluss Argen entlang zum Bodensee.
Rentner können 2018 mit drei Pozent mehr gesetzlicher Rente rechnen. Bildrechte: dpa

Die rund 21 Millionen Rentner können ab Sommer kommenden Jahres mit höheren Bezügen rechnen. Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden der Rentenversicherung, Alexander Gunkel, werden die gesetzlichen Renten voraussichtlich um durchschnittlich drei Prozent steigen. Um wie viel genau in Ost und West ist noch offen. Zuletzt war die Rente Anfang Juli dieses Jahres in Westdeutschland um 1,9 Prozent, in den neuen Bundesländern um 3,59 Prozent gestiegen. Die unterschiedliche Anhebung soll spätestens 2025 aufhören.

Zeitungsberichten zufolge werden für die westlichen Bundesländer 3,09 Prozent mehr erwartet und für die östlichen 3,23 Prozent. Das schreibt das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) unter Berufung auf den neuen Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung. Für einen Rentner mit einem durchschnittlichen Verdienst und 45 Jahren Berufstätigkeit würde das etwa 43 Euro mehr pro Monat bedeuten, rechnet das RND vor. Bis 2031 steigen die Renten dem Bericht zufolge um insgesamt 36 Prozent. Die Zahlen, über die das Kabinett kommende Woche berät, dürften denen der gesetzlichen Rentenversicherung nahekommen.

Beitragssatz sinkt

Der Beitragssatz für die Rente wird Gunkel zufolge Anfang kommenden Jahres um 0,1 Punkte auf 18,6 Prozent sinken. Die Entlastung wurde mit der guten Konjunktur und Beschäftigungslage begründet. Die Deutsche Rentenversicherung erwartet, dass die Beiträge bis 2022 stabil bleiben. 2023 dürfte der Satz wieder auf 18,7 Prozent steigen. 2024 wird eine Steigerung auf 19,8 Prozent vorausgesagt.

IG-Metall fordert langfristige Lösung

Kritiker fordern jedoch eine vorausschauende Rentenpolitik. "Statt heute die Beiträge zu senken, sollte die Regierung an morgen denken und angemessene Rücklagen bilden", forderte IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban. Eine Reduzierung des Beitragssatzes um 0,1 Prozent würde für den Durchschnittsverdiener eine Entlastung von 1,60 Euro im Monat bedeuten. Spätestens ab 2023 müssten die Beschäftigten aber bitter dafür bezahlen.

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Ulrike Masche, plädierte für eine bessere Unterstützung für die Bezieher von Grundsicherungsleistungen. Der Verband fordere einen Freibetrag von 200 Euro, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Dies wäre ein wirksames Mittel gegen Altersarmut. Bisher würden die Rentenerhöhungen komplett mit der Grundsicherung verrechnet.

Rentenpolster wird geringer

Die Rentenversicherung erklärte zuletzt Mitte Oktober, das Rentenpolster sei immer noch etwas besser gefüllt als bislang erwartet. In den ersten neun Monaten dieses Jahres hätten Beitragszahler 4,2 Prozent mehr eingezahlt als im Vorjahreszeitraum. Dennoch sank die Reserve der Rentenversicherung von 29,6 Milliarden Euro im August auf 28,9 Milliarden Ende September. Eine zunehmende Belastung für die Rentenkasse sind insbesondere die starken Babyboomer-Jahrgänge, die vor dem Wechsel in die Rente stehen.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: MDR | 01.01.2017 | 00:01 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. November 2017, 21:12 Uhr

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75 Kommentare

16.11.2017 19:18 Ullrich 75

@kritischer Bürger
Ihr Beitrag 72 "...Nun wird dieser Betrag jetzt mit 74% versteuert heißt das ein Steuerbetrag von 841,97 Euro im Jahr. "
Zeigt, dass sie es nicht verstehen wollen oder können. Davor war alles korrekt. Und auf den von ihnen genannten Betrag entfalten Einkommensteuer aber nicht mit 74%!! Sondern von (8 821 Euro bis 13 769 Euro:
(1 007,27 · y + 1 400) · y ; Die Größe „y“ ist ein Zehntausendstel des den Grundfreibetrag übersteigenden Teils des auf einen vollen Euro-Betrag abgerundeten zu versteuernden Einkommens.) Also genau 172,33 Euro im Jahr!
Der Spitzensteuersatz in Deutschland beträgt übrigens 45%.

16.11.2017 19:18 Wessi 74

@ 71 Da reden zwei aneinander vorbei.Also: erstens sind für den Neurentner 2017 26% der DRV-Rente steuerfrei.Dazu kommt noch der allgemeine Freibetrag (der sich jedes Jahr erhöht) von z.Zt. € 8652 p.a., abzuziehen sind noch Werbungskosten,Sozialabgaben wie Krankenkasse+Pflegekasse, ggf.Schwerbehinderung,Spenden,Mitgliedsbeiträge etc..Ohne die beiden letzten sind es für mich an Steuer ca. € 3,00 pro Monat (nach Internet-Tabellen berechnet).Da "verarme" ich nicht dran.

16.11.2017 18:57 Ullrich 73

@kritischer Bürger
Und genau das ist falsch!
13470-3232,80 (24% von 13470) - 8652 (Steuerfreibetrag) = 1585,20 Euro zu versteuerndes Einkommen.
Darauf entfällt dann der geringste Steuersatz, will 1. Stufe!

16.11.2017 18:57 Kritischer Bürger 72

@Ullrich 66: Also ich nehme mal aus Ihren Beitrag die Rechnung aufgebaut für 2017: Also 1.122,50 Euro/mon. (13.470 €/Jahr). Vom Jahrenbetrag (Brutto) werden 26% (Freibetrag) abgezogen - 3.502,20 €U/Jahr = 9.967,80 €/Jahr (Steuerfreibetrag) ist für 2017 Renteneintritt. Gesetzlich vorgegeben ist für dieses Eintrittsjahr ein Grundfreibetrag von 8.830 Euro bleibt eine zu versteuernde Höhe der Rente von 1.137,80 €/Jahr. Hoffe bis hier her richtig! Nun wird dieser Betrag jetzt mit 74% versteuert heißt das ein Steuerbetrag von 841,97 Euro im Jahr. (Auch ohne Bezug auf abziehbare Kosten, Werbungskosten etc.)

16.11.2017 17:40 Kritischer Bürger 71

@Ullrich 66: Also damit bestätigen Sie doch den Inhalt meines Kommentares unter Nr.39! Der Freibetrag ist nicht vorrangig zu bewerten. Mal ein Beispiel, wie ich das sehe mit der Anführung einer Rente, die jetzt nur mal als Zahlenwerk beigefügt wird. Ein(e) Rentner(in) bekommt eine Rente-Brutto von monatlich (sagen wir mal) 1.122,50 Euro. Renteneintritt 2017. Heißt für mich mal angeführt in Anlehnung an die Quelle aus vorherigen Kommentaren (63 & 65) in Vb.m. @39 das von den 1.122,50 Euro (mal 12 Monate ein gesamt zu versteuernder Betrag 13.470 Euro). Wenn also ein Freibetrag (26%) berechnet wird. Heißt das 291,85 Euro/mon. = Freibetrag! Von den 13.470 Euro gehen aber AUCH Steuern ab. Entspricht also Pkt.3 aus betr. Quelle: +...13.470 Euro bis 52.881 Euro Jahreseinkommen Sie als alleinstehender Rentner zahlen zwischen 7,2 und 26,5 Prozent Einkommensteuer. Für Ehepaare in Rente gilt der gleiche Steuersatz bei doppelt so hohem Jahreseinkommen....+/= 969,84 Euro Steuern/Jahr f.1 Person.

16.11.2017 16:52 Dorfbewohner 70

Kritischer Bürger 60,

danke für Ihre Antwort.

Aber in meinem Beitrag mit der Nr. 46 ging es doch um 1.300€ Rente mit dem Eintrittsjahr 2010.

Sie schreiben jedoch etwas von 2017?

16.11.2017 16:16 Fragender Rentner 69

Bekommen die ostdeutschen Rentner schon wieder mehr als die hart arbeitenden AN im Westen, wo sie nichts in die RV eingezahlt haben?

Ach nein, es folgt ja nur dem Gesetz (98,5%).

Hoffen wir mal im Frühjahr 2018, dass es so ähnlich wie im Jahr 2017 kommt.

16.11.2017 16:08 Ullrich 68

@ Ekkehard Kohfeld
Wenn man keine Argumente mehr hat....
Viele Grüße

16.11.2017 15:51 Ekkehard Kohfeld 67

Ullrich 62 @Ekkehard Kohfeld
Sie behaupten also dieses Beispiel ist falsch. Dann belegen sie es auch!
Beispiele mit Quellen! Ich warte.##Ich muß gar nichts belegen das machen sie doch ständig selber kann jeder lesen sie scheinen auch zu glauben alle Andern machen sich so wie sie die Hose mit der Kneifzange zu.Sind sie mit unserm allen bekannten Mediator verwandt?

16.11.2017 15:46 Ullrich 66

@Kritischer Bürger
#60
Ein kleiner Nachtrag noch zu meinem vorherigen Kommentar dazu. Die Bemessungsgrundlage für die Rentenbesteuerung erhöht sich bis 2040. Das ist korrekt. Gleichzeitig waren Rentenversicherungsbeiträge steuerlich abzugsfähig. Es kommt also an 2040 zu einer vollständig nachgelagerten Besteuerung für diejenigen, die ab 2040 in Rente gehen. Für alle anderen davor gilt die jeweilige Bemessungsgrundlage (zB 74% in 2017). Unabhängig davon ist der Steuerfreibetrag eines jeden - wie bereits ausgeführt. Sie scheinen diesen Unterschied nicht zu berücksichtigen. Es gilt nämlich nicht, das für Rentner ab 2018 auf 76% der Rente Steuern gezahlt werden müssen. Ob und in welcher Höhe Einkommensteuer fällig wird, hängt von der Höhe der Rente ab. Für nächstes Jahr gilt also folgende Formel
Rente (Jahr) - 24% davon (Rentenfreibetrag) - 9000 Euro (Steuerfreibetrag) = Betrag für den Steuern fällig werden. (Beispiel für Renteneintritt 2018 ohne Werbungskosten)