Ein Hubschrauber EC 665 Tiger von Eurocopter Deutschland der Deutschen Luftwaffe
Airbus hat eine Sicherheitswarnung für seinen Kampfhubschrauber EC 665 Tiger herausgegeben. Bildrechte: IMAGO

Nach Absturz in Mali Airbus gibt Warnung für Tiger-Kampfhubschrauber heraus

Nach dem Absturz eines Tiger-Kampfhubschraubers in Mali hat Hersteller Airbus eine Sicherheitswarnung herausgegeben. Bis zur endgültigen Klärung des Vorfalls müsse von "unsicheren Bedingungen für die Flugtüchtigkeit" ausgegangen werden.

Ein Hubschrauber EC 665 Tiger von Eurocopter Deutschland der Deutschen Luftwaffe
Airbus hat eine Sicherheitswarnung für seinen Kampfhubschrauber EC 665 Tiger herausgegeben. Bildrechte: IMAGO

Zweieinhalb Wochen nach dem tödlichen Absturz eines Tiger-Kampfhubschraubers der Bundeswehr in Mali hat der Hersteller Airbus eine Sicherheitswarnung herausgegeben. Ein Sprecher am Hauptsitz von Airbus Helicopters im französischen Marignane sagte dazu, bis zur endgültigen Klärung der Absturzursache müsse davon ausgegangen werden, dass "potenziell unsichere Bedingungen für die Flugtüchtigkeit" des Tiger-Kampfhubschraubers bestünden.

Rechtliche Absicherung

Ein Tiger Kampfhelikopter startet von der Landebahn des Flughafens Gao bei Camp Castor vor.
Tiger-Kampfhelikopter startet von der Landebahn des Flughafens Gao in Mali. Bildrechte: IMAGO

Bei der Warnung handle es sich um eine rechtliche Absicherung und reine Sicherheitsmaßnahme, so der Unternehmenssprecher. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand könne keine Absturzursache ausgeschlossen werden. Airbus verfügt nach eigenen Angaben derzeit über keine Informationen zum Stand der Bundeswehr-Untersuchung zu dem Absturz. Der Konzern gehöre dem Ermittlungsteam nicht an.

Ein Sprecher von Airbus Helicopters Deutschland im bayerischen Donauwörth sagte, gerade weil die genauen Umstände des Absturzes in Mali derzeit noch so unklar seien, habe sich der Konzern zu der Warnung an die Kunden entschlossen. Außerdem sei Airbus zu solchen Sicherheitswarnungen an die Abnehmerländer des Tigers vertraglich verpflichtet. Es sei den Vertragspartnern überlassen, daraus die Schlüsse zu ziehen.

Zwei tote Offiziere

Der Kampfhubschrauber vom Typ Tiger war am 26. Juli bei einem Einsatzflug im Norden Malis abgestürzt und sofort ausgebrannt. Die zweiköpfige Besatzung aus Pilot und Waffensystemoffizier kam dabei ums Leben. Die Bundeswehr leitete umfängliche Ermittlungen zur Absturzursache ein, die allerdings noch mehrere Monate in Anspruch nehmen könnten.

Warnungen vor Spekulationen

Ein Tiger Kampfhubschrauber steht in einem Hangar im Camp Castor. Die Bundeswehr ist hier an der UN-Mission Minusma beteiligt. Die Stabilisierung Malis ist ein Schwerpunkt des deutschen Engagements in der Sahel-Region.
Tiger-Kampfhubschraube in einem Hangar im Camp Castor der Bundeswehr in Gao. Bildrechte: IMAGO

In einem am Mittwoch vorgelegten Zwischenbericht von Verteidigungsstaatssekretär Markus Grübel an den Verteidigungsausschuss des Bundestages heißt es dazu, die Untersuchungen würden weiterhin "ergebnisoffen geführt". Zugleich wird vor "Spekulationen zur Unfallursache" gewarnt.

Fest steht bisher nur, dass die Besatzung des Kampfhubschraubers kaum Zeit hatte, auf den Absturz zu reagieren. Laut dem Zwischenbericht flog der Tiger mit etwa 250 Kilometern in der Stunde in etwa 550 Metern Höhe, als er "plötzlich und für die Besatzung überraschend radikal die Nase senkte und in einen starken Sinkflug überging". Nach zehn Sekunden sei der Hubschrauber auf dem Boden aufgeschlagen und habe sofort Feuer gefangen. Noch vor dem Aufschlag hätten sich nach bisherigen Erkenntnissen Teile gelöst, darunter die Hauptrotorblätter. "Das Luftfahrzeug wurde zerstört, der Aufprall war nicht zu überleben", heißt es weiter. Bis zum Absturz sei es ein unauffälliger Flug gewesen.

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im: Radio | 11.08.2017 | 23:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2017, 13:24 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

9 Kommentare

13.08.2017 10:16 Joe 9

Zu 7: Es heißt bei uns Verteidigungsministerium, nicht Kriegsministerium.
2. Erklundigen Sie sich bitte, was für ein langer Weg es ist, eine Zulassung für ein neues Muster zu bekommen. Probebetrieb beim Kunden ist Käse.
Und solange nicht sicher ist, ob ein konstruktives Problem vorliegt, das zum Absturz führte, oder vielleicht ein Wartungsfehler beim Kunden, generell überhaupt ein technisches Problem, braucht über Schadensersatz gar nicht diskutiert werden.

13.08.2017 08:41 Rasselbock 8

Solange die naturwissenschaftlich technische Grundlagenausbildung im Lande zugunsten von BWL-Müll, sogenannter Kommunikationswissenschaft, Religion und ähnlich praktisch unnützem Zeug (Gesappelwissenschaft) weiter forciert wird wird sich nichts ändern. Einspoarungen auf Teufle komm raus, S Bahnräder zerbrechen, Abgaswerte werden frisiert.
Ein guter Bekannter, Prorektor für Bildung an einer TU, kann ein Liedchen singen von der Qualität sogenannter Abiturienten....Auch eine Tragschraube eines Helikopters nutzt die Physik wie der Reifen eines Autos im Zusammenwirken mit der Strasse. Missachtung dieser Naturgesetze , speziell in Kooperation mit Blödheit oder/und eindimesnionalem Denken, führt zwangsweise zur Bruchlandung.

12.08.2017 21:28 part 7

Es ist wie bei den zivilen KFZ, der Probebetrieb erfolgt am Kunden, Rückrufaktionen eingeschlossen, nur das hier vorerst die Mittel aus den Kriegsministerien weiter fließen oder Regressforderungen an die Rüstungsindustrie unterbleiben.

12.08.2017 20:35 Fragender Rentner 6

@Golzower zu 5

Frage: du bist aber keiner aus der Langzeitstudie des DDR/BRD-Fernsehen oder?

12.08.2017 18:12 Golzower 5

Was versteht man eigentlich unter den Begriff "unsichere Bedingungen für die Flugtüchtigkeit " ?
Sommer ? Sonne ? Tageslicht und Mondlicht ?
Schmetterlinge auf den Wiesen ...?

12.08.2017 17:02 Volkmar 4

Das muss man sich einmal vorstellen. Da machen die Politiker einen Wind das sie nicht die Soldatinnen und Soldaten in der Türkei besuchen dürfen . Vielleicht hätten sie sich mal lieber um die Verlässlichkeit der Ausrüstung kümmern sollen mit der sie die Soldaten in ein sehr gefährlichen Einsatz schicken. Auch wenn es noch keine abschließende Aufklärung gibt so bin ich der Meinung , dass ein Hubschrauber entweder einsatzfähig ist oder nicht!

12.08.2017 15:49 Fragender Rentner 3

Zitat von Oben: Airbus gibt Warnung für Tiger-Kampfhubschrauber heraus

Wieso, haben die noch nicht genug von unseren Steuern verschwendet?

Jeder AN würde sofort entlassen werden und wer weiß was noch auf ihn zukommt?

12.08.2017 13:47 colditzer 2

Vor jedem Kampfeinsatz hat der Pilot die Sicherheitswarnungen von Airbus zu lesen und mit seiner Unterschrift zu bestätigen.
Extra abgezeichnet werden muß der Passus"...fliegt nicht ohne Hauptrotorblätter".
Wenn es nicht so traurig wäre für die Piloten und Familien...

12.08.2017 13:04 polak 1

warum nehmt ihr nicht die russischen Hubschrauber? Die sind sicherer und fliegen immer.