Flugzeuge der Fluggesellschaft Air Berlin stehen auf dem Flughafen Berlin-Tegel auf dem Rollfeld. Im Vordergrund ist ein Airbus A320-200 der Lufthansa zu sehen.
Drei Wochen lang hatte Air Berlin exklusiv mit Lufthansa und Easyjet verhandelt. Bildrechte: dpa

Einigung erzielt Lufthansa zahlt 210 Millionen Euro für Air-Berlin-Paket

Die ersten Teile der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin sind verkauft. Die Lufthansa übernimmt unter anderem die Tochter Niki. Mit dem Kaufpreis soll Air Berlin seine Schulden beim Bund bezahlen.

Flugzeuge der Fluggesellschaft Air Berlin stehen auf dem Flughafen Berlin-Tegel auf dem Rollfeld. Im Vordergrund ist ein Airbus A320-200 der Lufthansa zu sehen.
Drei Wochen lang hatte Air Berlin exklusiv mit Lufthansa und Easyjet verhandelt. Bildrechte: dpa

Große Teile der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin gehen an die Lufthansa. Wie Lufthansa-Chef Carsten Spohr mitteilte, übernimmt Lufthansa die österreichische Air Berlin-Tochter Niki, die Luftfahrtgesellschaft Walter sowie 20 weitere Flugzeuge. 1.300 Air Berliner bekommen damit einen neuen Arbeitgeber. Laut Spohr sollen sie bei der Lufthansa-Tochter Eurowings Europe mit deutschen Arbeitsverträgen eingestellt werden. Er sicherte zudem zu, dass dabei ihre Air-Berlin-Erfahrung angerechnet wird.

Mit Kaufpreis Notkredit tilgen

Nach Angaben von Air Berlin zahlt Lufthansa voraussichtlich etwa 210 Millionen Euro für das Paket. Mit dem Geld soll Air Berlin in der Lage sein, seine Schulden beim Bund zu bezahlen. Die Bundesregierung hatte der Airline einen Notkredit über 150 Millionen Euro gewährt, um den Flugbetrieb aufrecht zu erhalten.

Allerdings müssen die Gläubiger dem Deal noch zustimmen. Außerdem will die europäische Wettbewerbsbehörde in Brüssel das Geschäft überprüfen. Sie wird verhindern wollen, dass die Lufthansa auf einzelnen Strecken ein Monopol bekommt und damit die Tickterpreise allein festlegt.

Spohr: Ticketpreise werden nicht steigen

Lufthansa-Chef Spohr versicherte deshalb, dass sich die Lufthansa innerhalb des Konzerns selbst Konkurrenz machen werde. Er sagte, dass die Tochter Eurowings auf solchen Strecken gegen die Lufthansa antreten werde, die bislang von Air Berlin bedient worden seien. Höhe Ticketpreise werde es auch deshalb nicht geben, weil sich sich der Wettbewerb in Europa und weltweit verschärfe werde.

Angebot für Heimreise von Air Berlin-Passagieren

Bereits am 15. Oktober stellt Air Berlin alle Langstreckenflüge ein, wie seit 25. September bekannt ist. Wie viele Passagiere davon betroffen sind, ist nach Angaben aus Lufthansa-Kreisen schwer zu schätzen. Spohr kündigte aber an, den im Ausland gestrandeten Passagieren "die Heimreise zu einem fairen Preis anzubieten, sofern wir die Kapazitäten dazu haben".

Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Voraussichtlich ab Ende Oktober wird Air Berlin generell nicht mehr unter eigener Flugnummer fliegen. Mehrere Interessenten hatten für die gesamte Airline bzw. für Teile Angebote abgegeben.

Aber außer mit Lufthansa wurde nur mit dem britische Billigflieger Easyjet über den Verkauf von Teilen des hoch verschuldeten Unternehmens verhandelt. Mit Easyjet dauern die Verhandlungen weiter an, wie ein Sprecher von Air Berlin erklärte. Früheren Angaben zufolge interessiert sich Easyjet für 27 bis 30 Mittelstreckenflugzeuge.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 12.10.2017 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2017, 20:52 Uhr

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1 Kommentar

12.10.2017 19:33 Wo geht es hin? 1

Na da hat sich der Hinterzimmerdeal Lufthansa - Bundesregierung doch gelohnt. Den 2. größten Fluganbieter in D zum nicht unterbietbaren, absolutem Schnäppchenpreis einverleibt! Da nun konkurenzlos in D, werde ich mir diese Worte sehr gut merken: "Spohr: Ticketpreise werden nicht steigen". Für wie dumm hält dieser Spohr die Leute eigentlich? PS: Und die Bundesregierung hat die Leute noch mit dem Kredit nach Hause holen lassen...natürlich nur bis kurz vorm Wahltag - die danach guckten in die Röhre und sind auf ein Mal egal! Über 100000! Was passiert eigentlich mit dem angezahlten Geld der Passagiere, die nach dem Deal gebucht haben? Wer bekommt das? Wenn man nur mal Durchschnitt 300 € nimmt, sind das 30 Mio! Das war alles ein abgekartetes Spiel und was ich davon halte, darf ich hier nicht schreiben...