Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geht am 12.09.2013 in Frankfurt am Main (Hessen) während der 65. Internationalen Automobil-Ausstellung am Stand des Autoherstellers Mercedes an einem Elektroauto vom Typ "Smart" vorbei.
Bundeskanzlerin Merkel vor einem Elektro-Auto auf der Automesse in Frankfurt. Bildrechte: dpa

Elektro-Mobilität Merkel hält Millionen-E-Auto-Ziel für unrealistisch

Eine Million Elekto-Autos bis 2020. Mit einem 1,2 Milliarden schweren Förderprogramm wollte die Bundesregierung das ehrgeizige Ziel erreichen. Doch mittlerweile glaubt selbst Kanzlerin Merkel nicht: Wir schaffen das!

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geht am 12.09.2013 in Frankfurt am Main (Hessen) während der 65. Internationalen Automobil-Ausstellung am Stand des Autoherstellers Mercedes an einem Elektroauto vom Typ "Smart" vorbei.
Bundeskanzlerin Merkel vor einem Elektro-Auto auf der Automesse in Frankfurt. Bildrechte: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das von ihrer Regierung ausgegebene Ziel von einer Millionen Elektro-Autos bis 2020 aufgegeben. "So, wie es im Moment aussieht, werden wir dieses Ziel nicht erreichen", sagte die CDU- und Regierungschefin am Montag bei einem Fraktionskongress in Berlin. Allerdings könne der Durchbruch für den Elektroantrieb sehr plötzlich kommen. Dies sei etwa bei Smartphones ähnlich gewesen. Daher müsse man sich weiter auf die E-Mobilität in Deutschland vorbereiten, so Merkel.

Verkauf nur schleppend

Tatsächlich kommt der Verkauf von E-Autos trotz einer von der Bundesregierung beschlossenen Kaufprämie nur schleppend voran. Neusten Erhebungen zufolge sind deutschlandweit noch immer weit unter 100.000 Autos mit elektrischem Antrieb unterwegs. Der ehemalige Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte bereits im Januar dieses Jahres zum Millionen-Ziel bei Elektro-Autos gesagt: "Wenn wir nicht noch die Fahrräder dazuzählen, werden wir nicht mal auf die Hälfte kommen. Ich rate zu ein bisschen mehr Realismus."

1,2 Milliarden Euro für E-Autos

Das Bundeskabinett hatte erst vor einem Jahr eine umstrittene Förderrichtlinie beschlossen, mit der der Kauf von Elektro-Autos mit insgesamt 1,2 Milliarden Euro bezuschusst werden sollte. Das Geld sollte je zur Hälfte durch den Bund sowie durch die Hersteller solcher Fahrzeuge getragen werden. Zudem sollte der Kauf der umweltfreundlichen Fahrzeuge durch eine zehnjährige Befreiung von der Kfz-Steuer befördert werden. Außerdem war im Mai 2016 beschlossen worden, die Infrastruktur für die Elektro-Mobilität mit 300 Millionen Euro zu verbessern. Für das Geld sollten bundesweit 15.000 neue Strom-Ladestellen finanziert werden.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 15.05.2017 | 18:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2017, 20:34 Uhr

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4 Kommentare

17.05.2017 19:32 raberudi 4

Willkommen in der automobilen Realtät, Frau Merkel. Eine Technik die momentan mittels Subventionen versucht wird im Markt zu implemantieren, ist nicht serienreif und konkurrenzfähig. Siehe Energiewende, gelle.

15.05.2017 01:56 Markus 3

Frau Merkel könnte es mit E-Auto doch schaffen: E-Auto gratis ausgeben und als Kaufprämie dazu noch ein Diesel-PKW. Dann wäre Million E-PKW ziemlich realistisch. Vielleicht.

15.05.2017 01:00 Sabrina 2

Der Defekt des Windrichtungs-Indikators behoben?

Da wird dann hoffentlich auch bald der Abschied vom Klimaschwindelschutz kommen.

15.05.2017 21:04 REXt 1

Sollen sie doch mit gutem Beispiel voran(fahren), mal sehen wie weit sie kommen!