Matthias Müller
Matthias Müller trommelt für die E-Auto-Strategie von VW. Bildrechte: dpa

Weg vom Diesel VW will Rückstand bei E-Autos aufholen

Noch sind Elektro-Autos Ladenhüter, dennoch will jetzt auch VW diesen Markt mitgestalten, gilt er doch als Markt der Zukunft. Doch der Konzern setzt nicht auf Subventionen, sondern auf Technik und ist überzeugt, bis 2020 30 neue Modelle anbieten zu können - wohl auch als Konsequenz aus dem Dieselskandal. Diesel an sich verliert derweil unter den Deutschen an Zustimmung. Ginge es nach der Mehrheit, wären Dieselfahrzeuge in Städten längst verboten.

Matthias Müller
Matthias Müller trommelt für die E-Auto-Strategie von VW. Bildrechte: dpa

Der Volkswagen-Konzern will auf dem Elektroauto-Markt den Rückstand gegenüber der Konkurrenz aufholen. VW-Chef Matthias Müller sagte der "Bild am Sonntag", die VW-Entwickler arbeiteten an einem Schnelllade-Projekt. Ziel sei es, die Batterie eines Elektroautos innerhalb von 15 Minuten zu 80 Prozent zu laden. Das werde bald spruchreif. VW habe das Thema E-Mobilität in den vergangenen Jahren nicht mit der nötigen Intensität betrieben. "Aber das holen wir wieder auf", versicherte Müller. " Bereits vor einer Woche hatte Müller mit Blick auf stagnierende E-Autoverkäufe trotz Kaufprämie darauf verwiesen, dass ein dichteres Ladenetz und eine höhere Reichweite von E-Fahrzeugen wohl wichtiger als der Anschaffungspreis des Wagens seien. Die Kaufprämie bietet demnach nicht den nötigen Schub für die Technik.

Umfrage: Mehrheit würde Diesel in Städten verbieten

Der VW-Konzern hatte bereits nach Bekanntwerden der Diesel-Affäre eine Elektroauto-Offensive angekündigt. Demnach will der Konzern bis 2020 mehr als 30 rein elektrische Fahrzeugmodelle auf den Markt bringen. Wenn es nach der Mehrheit der Bevölkerung ginge, würden Diesel-Autos ohnehin aus den deutschen Innenstädten verschwinden.

Wie die Umweltorganisation Greenpeace mitteilte, sprachen sich in einer Umfrage 59 Prozent der Befragten für ein solches Verbot aus. Greenpeace-Energieexperte Niklas Schinerl forderte in diesem Zusammenhang Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CDU) auf, den Weg für eine Blaue Plakette frei zu machen. Dobrindt aber lehnt einem "Spiegel"-Bericht zufolge eine solche Plakette ab. Er empfehle stattdessen den Städten, bei hohen Stickstoff-Konzentrationen Dieselfahrverbote zu verhängen. Das gehe aus einer Antwort Dobrindts auf eine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Matthias Gastel hervor. Gastel hatte Dobrindt daraufhin einen juristischen Trick vorgeworfen. Damit stehle sich der CDU-Politiker aus der "eigenen Verantwortung für die Gesundheit der Menschen".

Nach Angaben der Umweltorganisation leiden zahlreiche Städte seit Jahren unter zu hohen Stickoxid-Werten. Diese werden zum großen Teil durch Diesel-Abgase verursacht. Sie verstärken Asthma und Herz-Kreislaufkrankheiten. Jährlich werden rund 10.000 vorzeitige Todesfälle darauf zurückgeführt.

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2017, 11:51 Uhr

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4 Kommentare

11.09.2016 22:38 Tronkowitz 4

Die deutsche Industrie ist rückwärts gerichtet. Neue Technologien sind hier nicht gewollt.

Das sieht am schon bei den Solaranlagen. Vor ein paar Jahren hatte Deutschland noch Top-Firmen auf diesem Gebiet. Aber die Lobby der alten Strom- und Kraftwerksbetreiber hat dafür gesorgt, dass dieser Bereich politisch boykottiert wird. Kann ja nicht angehen, dass Privatleute selber ihren Strom produzieren. Heute kommen Solaranlagen nur noch aus Fernost. Die deutschen Anbieter hat man vor die Hunde gehen lassen.

Bei Elektroautos genau das gleiche. Jahrelang hat man nur auf Verbrennungsmotoren gesetzt. Wegen Mineralöl-Lobby. Dabei wurde woanders schon kräftig an E-Mobilität entwickelt. Bei uns jedoch nicht.

Unternehmen wie Tesla kommen aus den USA. Deutsche Hersteller hatten es bisher nicht nötig, serienreife Elektrowagen zu entwickeln. Hier verpennt man den Einstieg in einen völlig neuen Markt. Ziemlich dumm und rückwärts gewandt. Typisch deutsche Industrie.

11.09.2016 22:30 Reiner Wahnsinn 3

" Wenn es nach der Mehrheit der Bevölkerung ginge, würden Diesel-Autos ohnehin aus den deutschen Innenstädten verschwinden. " Das stelle ich mir so richtig interessant vor: Von weither kommt ein Sattelschlepper (Diesel) mit reichlich Ware für die Stadt - am Stadtrand befindet sich ein riesiger Umschlagplatz, dort wird die Ware auf 100 -200 Elektroautos verteilt. Und auf gestiegene Preise gibt´s immer 19% Märchensteuer. Klasse, gell.

11.09.2016 17:34 Sabrina 2

"Bereits vor einer Woche hatte Müller mit Blick auf stagnierende E-Autoverkäufe trotz Kaufprämie darauf verwiesen, dass ein dichteres Ladenetz und eine höhere Reichweite von E-Fahrzeugen wohl wichtiger als der Anschaffungspreis des Wagens seien."

Der gewöhnliche Rentner muss für eine Elektoauto zum Preis von 60.000 Euro 30 Jahre sparen.

Offensichtlich sind Elektroautos Spielzeuge für eine überalimentierte Spezies.

11.09.2016 15:38 Fragender Rentner 1

Hoffendlich sind das nicht solche oder ähnliche Akkus wie beim Samsung Note 7, dort findet doch eine Warnung vom Hersteller statt diese nicht mehr zu verwenden!

Das hätten die Autohersteller auch mal bei ihren so "umweltfreundlichen" Autos machen sollen