Eine junge Frau sitzt in einem Wohnzimmer zwischen Umzugskartons (gestellte Szene).
Studenten in Deutschland müssen sich zunehmend Gedanken machen, wie sie ihre Miete bezahlen können. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Studie | Wohnungsmarkt Studenten zahlen deutlich mehr Miete

Studenten müssen in deutschen Groß- und Universitätsstädten immer mehr Geld für Miete ausgeben. Um bis zu 70 Prozent sind die Durchschnittspreise seit 2010 gestiegen, wie aus einem Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hervorgeht.

Eine junge Frau sitzt in einem Wohnzimmer zwischen Umzugskartons (gestellte Szene).
Studenten in Deutschland müssen sich zunehmend Gedanken machen, wie sie ihre Miete bezahlen können. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Das Wohnen wird für deutsche Studenten immer teurer. In Großstädten und Städten mit Universitäten stiegen die durchschnittlichen Preise bei Neuvermietungen für Studenten seit 2010 um bis zu 70 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommen Gutachter des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

Mietpreisantieg in Leipzig um über 23 Prozent

Am stärksten stiegen die Preise demnach in Berlin. Dort liegen die Nettomietpreise aktuell rund 70 Prozent höher als noch im Jahr 2010. Konkret müssen Studenten in der Hauptstadt elf statt sechs Euro pro Quadratmeter bezahlen. Es folgen Stuttgart mit gut 62 Prozent und München mit etwa 53 Prozent Preissteigerung. In Hamburg sei die Nettomietbelastung für Studenten um circa 30 Prozent gestiegen.

Leipzig in Mitteldeutschland vorn

In Mitteldeutschland ragt Leipzig mit einem Plus von 23,6 Prozent hervor. In Jena fällt der Anstieg mit 9,7 Prozent hingegen moderat aus. Die Studie basiert auf einer Datenauswertung von Inseraten der Internetplattform ImmobilienScout24 für 15 Städte.

Möblierte Zimmer treiben Preise nach oben

Studentinnen suchen am 23.09.2016 an der Universität in Freiburg (Baden-Württemberg) mit Zetteln an einem Schwarzen Brett eine Wohnung. Foto: Patrick Seeger/dpa (zu dpa «Vor Semesterstart sind noch viele Studenten auf Wohnungssuche» vom 29.09.2017)
Zimmer in Wohngemeinschaften sind in deutschen Universiätsstädten begehrt. Bildrechte: dpa

Die deutlichen Steigerungen seien nicht allein auf den gernerell angespannten Wohnungsmarkt zurückzuführen. Laut der Studie liegt eine weitere Ursache darin, dass immer mehr Wohnungen möbliert angeboten werden, "was die Preise zusätzlich in die Höhe treibt". So würden in Berlin inzwischen 8,5 Prozent der Studentenappartements möbliert angeboten, in München seien es sogar 18,2 Prozent.

Die Situation könne "nur durch mehr Neubauwohnungen und zusätzliche Studentenwohnheime entspannt werden", sagte IW-Experte Michael Voigtländer den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 02.10.2017 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Oktober 2017, 14:05 Uhr

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2 Kommentare

02.10.2017 21:28 frank r. 2

Man kann auch mal ne Stunde fahren, aber viele sind einfach zu bequem.

02.10.2017 14:24 Wachtmeister Dimpfelmoser 1

Das herrschende politische System setzt halt Prioritäten, wenn es sich bezüglich der Unterbringung zwischen seiner zukünftigen geistigen Elite oder illegal Eingereisten und deren Nachzüglern entscheiden muss. Man kann das aber auch einfacher ausdrücken: "Wir schaffen das".

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