Auf einem Smartphone ist der Hinweis des Video-Portals YouTube zu sehen, nach dem ein Video in Deutschland nicht gezeigt werden darf
Dieses Bild soll nun der Vergangenheit angehören. YouTube zahlt und der Nutzer kann nach Herzenslust browsen. Bildrechte: dpa

Einigung mit der Gema YouTube sperrt keine Musikvideos mehr

Auf einem Smartphone ist der Hinweis des Video-Portals YouTube zu sehen, nach dem ein Video in Deutschland nicht gezeigt werden darf
Dieses Bild soll nun der Vergangenheit angehören. YouTube zahlt und der Nutzer kann nach Herzenslust browsen. Bildrechte: dpa

Die Zeit von Sperrtafeln und traurigen roten Smileys auf YouTube ist vorbei. Der jahrelange Streit zwischen dem US-Videoportal und der deutschen Rechte-Verwertungsgesellschaft Gema ist beigelegt. Wie beide Seiten am Dienstag mitteilten, haben sie sich auf einen Lizenzvertrag geeinigt. Darin verpflichtet sich Youtube, Abgaben an die Gema zu zahlen.

Gute Nachricht für Musikfans

Wie hoch die Abgabe je Videoabruf ist, nannten beide Seiten nicht. Auch über weitere Details wurde Stillschweigen vereinbart. Der Vertrag ist bereits am Dienstagmorgen in Kraft getreten, seitdem gehören die Sperren der Vergangenheit an. YouTube sprach von einer bahnbrechenden Vereinbarung. Gema-Direktor Thomas Theune sagte der "Frankfurter Allgemeinen", es handle sich um einen Meilenstein. Der Vertrag sichere rund 70.000 Komponisten, Textdichtern und Verlegern eine Beteiligung für die Nutzung ihrer geistigen Schöpfungen auf YouTube.

Die Google-Tochter YouTube und die Gema hatten jahrelang über die Bezahlung der Rechteinhaber beim Abruf von Musikvideos gestritten. Zwar gab es früher einen Nutzungsvertrag, der lief aber 2009 aus. Viele Inhalte waren seitdem für deutsche Nutzer auf YouTube nicht verfügbar. Wer auf ein Video mit Gema-Lizenz anklickte, bei dem ploppte eine Sperrgrafik auf.

Juristisches Tauziehen hat ein Ende

Gema pochte darauf, dass Youtube wie Fernsehen und Radio für das Abspielen von Musik Gebühren zahlen müsse. Die Google-Tochter sah das nicht ein. Ihr Argument: Sie sei kein Musikdienst und habe mit dem Hochladen von Musiktiteln nichts zu tun. Das Portal stelle seinen Nutzern lediglich eine Plattform zur Verfügung zur Verbreitung von Inhalten.

Dennoch wurde die Videoplattform auf 1,6 Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Die Gema stellte 1.000 Musiktitel zusammen, die auf YouTube zu finden waren, und für jeden Abruf 0,375 Cent in Rechnung. Doch das Oberlandesgericht München wies im Januar 2016 die Klage ab. Der Gema blieb danach nur noch der Gang nach Karlsruhe vor den Bundesgerichtshof. Nach FAZ-Informationen haben beide Seiten nach Abschluss des Lizenzvertrages ihre juristische Fehde beigelegt.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im Radio | 01.11.2016 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. November 2016, 15:28 Uhr

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1 Kommentar

01.11.2016 15:22 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 1

Das wurde aber auch Zeit!

Wenn Youtube neben den reinen Musikvideos auch Werbung einblendet, werden sie für diese Werbung bezahlt. Soweit das Geschäftsmodell. Jedoch werden diese Werbeeinnahmen ja nicht mit eigener Leistung, sondern mit der Leistung der einstellenden User, vor allem aber mit der Urhebung dieser Musik/Videos generiert.

Ergo sollte ein Teil des so erwirtschafteten Geldes auch an die fließen, die dafür gearbeitet haben. Wenn einen Youtube-Sternchen Geld für seine/ihre Selbstaufnahmen zustehen, dann sollte dies doch auch für wirkliche Künstler gelten, die dies in einer Professionalität machen, daß man dafür auch aus dem Haus geht und sich eine Eintrittskarte kauft.

Ansonsten wäre Youtube auch nur ein Verbreiter von Raubkopien... wie damals eMule.